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Review: Octane Gypsy |
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Album:
| | TOUGH LUCK MILE, 2008, Eigenvertrieb |
Stil:
Tendenz:
| | Egal ob erdiger Classic Rock, Blues-Ballade oder Cover-Version, sitzen die Kalifornier Octane Gypsy fest im Sattel und wecken sofort die Laune auf mehr... | | J.G., 28.11.2008 |
Review:
| | Was ist wohl die musikalische Konsequenz, wenn man einerseits die Nase gestrichen voll hat vom Poser-Gehabe der wiedererstarkten Glam- und Sleaze-Szene und andererseits aber auch nicht dem krassen Gegenkurs der Thrashgemeinde folgen möchte. Klar, eine Alternative ist immer noch der traditionelle Blues und Classic Rock. Damit wird man wohl kaum noch einen Blumentopf für Innovation als Preis abstauben können, ist aber eigentlich gar nicht nötig, denn erfahrungsgemäß sind Classic und Hard Rocker unersättlich und erwarten keine Neuerfindung des "runden Rades". Vielmehr steht der Spaß an der Musik im Vordergrund. Rocken soll es, Groove kann auch nichts schaden und wenn bei allem Rumgetanze trotzdem das Bier im kühlen Glas bleibt und sich nicht gleich auf die Jeans- oder Lederjacke des Nachbarn ergießt, dann stimmt das Tempo.
Genau zu diesem Schluss kamen Eleanor und Scott, als sie begannen, gemeinsam Songs zu schreiben und schließlich eine eigene Band namens Octane Gypsy auf die Beine zu stellen. Mit der Band beackerte man zunächst die Bars und Clubs Südkaliforniens, bevor man sich mit der Blue Rose Band auf eine Arizona-Tour begeben hatte.
TOUGH LUCK MILE ist die erste 4-Track-Demo und liefert trotz aller Kürze einen recht guten musikalischen Einblick.
Ein paar Stockschläge und schon beginnt die Rock-Schlacht mit dem tierisch groovenden "Save me", das nicht zu verwechseln ist mit dem gleichnamigen Queen-Song. So herrlich rotzig frech wie Eleanor mit dem Hang zum etwas leiernden Tonhalten klang Freddy Mercury niemals. Der Mid-Tempo-Rocker zündet sofort und Dank der Frontfrau ist man auch gleich bei der Sache und möchte am Liebsten den Refrain aus vollem Hals mitkrähen. Ich persönlich hätte mir jedoch einen etwas markanteren Refrain gewünscht, was sicherlich auch daran liegen mag, dass Eleanor und Scott von Anfang an in die Vollen gehen und kaum Zeit für musikalische Akzente bleibt.
Deutlich markanter klingt da schon die leicht bluesige Ballade "Double Shift", die mit zusätzlicher Akustik-Gitarre etwas an die typischen US-Songwriter-Titel erinnern mag, aber Dank ihrer druckvollen Rhythmus- und Gitarrenarbeit trotz aller melodischen Gefälligkeit erfrischend hart und rau klingt. Also nix mit Kuschel-Ballade, dazu wäre es auch noch zu früh.
Wir schreiben das Jahr 1969, Mick Jagger betritt mit knallengem Lederoutfit die Bühne und The Rolling Stones legen mit ihrem "Honkey Tonk Women" die Bühne in Schutt und Asche. Naja, nicht ganz korrekt, vielmehr schreiben wir das Jahr 2008 und die Kalifornier Octane Gypsy covern den legendären Klassiker mit Bravour. Die Frontfrau schafft es dabei gekonnt den wahren Kern des Songs stimmlich heraus zuarbeiten und könnte damit sogar Micks unverwechselbarer Stimme Paroli bieten. Wie wohl hier ein Duett klingen würde?
Zum Abschluss gibt sich Octane Gypsy mit "Rebel's Highway" nochmal die volle Hard Rock-Kante. Durch den mächtigen Druck und den dominanten Groove ist es kaum möglich hier nicht ebenso abzurocken, wie es die Jungs und das Mädel auf der Bühne tun. Klar, dass dieser Aussteiger sofort dazu anregt, den vier Tracks eine zweite Runde (oder auch mehr) zu spendieren. Ich wünsche nur: "Wohl bekomms!".
Fazit: Auch wenn die Rolling Stones Beigabe ganz gut gelungen ist, zeigen doch die drei Eigenkompositionen, dass es gar keiner Coverversion bedurft hätte, um überzeugen zu können. Sowohl die beiden flotten Hard Rocker, als auch die bluesig angehauchte Ballade treffen genau den Nerv alter Hard Rock-Fans. Drei Songs - drei Treffer.
Eleanor schafft es dabei vorzüglich die Rock-Bitch heraus zu kehren und quälend lange auf ihren Strophen herumzukauen. So etwas hätte ich eher auf einem Live-Album erwartet, als bei einer Studioversion. Umso mehr macht es Laune auch ein bisschen Live-Atmosphäre einzuatmen.
Erstaunt hat mich auch die fette basslastige Abmischung, die eindeutig mehr auf Europa zielt, denn hier sind die Amis in der Regel eher sparsam oder - um es fachlich auszudrücken - linear veranlagt.
Jetzt bleibt nur abzuwarten, ob genügend Ideen für das Songwriting eines Longplayers zusammen getragen werden können, denn ich würde mir schon wünschen, dass dieser Demo weitere Taten folgen und ich noch mehr von Eleanors herrlich rauer, alkoholschwangerer Stimme zu hören bekomme. |
Titel-Liste:
| | - Save Me
- Double Shift
- Honkey Tonk Women
- Rebel's Highway
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.octanegypsyband.com
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