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Review: Status Minor |
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Album:
| | THE SUN, 2007, Eigenvertrieb |
Stil:
| | Progressive Melodic Metal |
Tendenz:
| | Was die Finnen hier abliefern ist Prog Metal auf höchstem Niveau. Erstklassiges Songwriting gepaart mit technischen Finessen, dass der Hörer aus dem Staunen nicht mehr rauskommt. | | U.B., 30.12.2007 |
Review:
| | Die finnische Band Status Minor machte ihre ersten Schritte 2003. Nach einer ersten, selbstbetitelten Demo CD von 2006 liegt nun mit THE SUN eine weitere Demo vor. Drei Songs mit 20 Minuten sollen dem Quintett den Weg zu einem Plattenvertrag ebnen. Neben Sami Saarinen an der Gitarre, bilden Jukka Karrinen Keyboards und Backing Vocals, Markku Ruikka Vocals, Marko Kolehmainen Bass und Rolf Pilve Drums das Lineup. Letzterer ist zwar noch sehr jung, macht seinen Job aber ausgezeichnet und nennt als musikalische Inspiration Superdrummer Cozy Powell.
"The Sun" beginnt mit harten Drums und kurzen Keyboardanschlägen. Zu einem satten, vollen Sound gibt es die progtypischen ungezählten Tempi und Rhythmuswechsel. Das Ganze ist verschachtelt aber sehr melodiös angelegt. Ruikkas Stimme bewegt sich in mittleren Höhen und sorgt, neben dem pianoartigen Keyboard, für eine warme Note im Kontrast zu den zum Teil deftigen Riffs. Gitarre und Drums sorgen für viel Druck. Der Song erinnert deutlich an Symphony X zu TWILIGHT IN OLYMPUS oder THE DAMNATION GAME Zeiten. Und das ist ein dickes Lob aus meinem Mund.
"Wounds" ist ein Monumentalwerk von annähernd 10 Minuten. Hier bekommt der Prog-Freund die ganze Bandbreite der Musikrichtung geboten. Ein kurzer, gesprochener Text von einer weiblichen Stimme klingt wie bei einer schlechten Telefonverbindung bevor energiegeladene Drums und schnelle Riffs die Nummer antreiben. Die Keyboards sind hier wie ein Chamäleon, mal streicherartig dann wie ein klassisches Piano. Sie nehmen den Rhythmusinstrumenten etwas die Schärfe. Trotz der komplizierten Soundstruktur gelingt der Spagat zwischen Komplexität und Eingängigkeit. Technisch musizieren die Jungs auf beeindruckendem Niveau, man höre sich nur die Gitarrenläufe in der Mitte des Songs an. Die wiederholten Wechsel zwischen Gitarre und Keys sind dermaßen facettenreich, dass es auch nach vielen Durchläufen immer wieder Neues zu entdecken gilt. Die Nummer hat nicht nur Masse, sondern auch gewaltig Klasse.
"Under the Sun" präsentiert Status Minor von einer sehr schnellen Seite. Da rollt eine Soundwelle auf den Hörer zu, das ist schon ein ausgewachsener Tsunami. Die Instrumente rasen dahin, Ruikka Stimme kling auch in größeren Höhen souverän und mühelos. Die Gitarre flirrt Highspeed und bringt dennoch so viel Flair rüber, dass Maestro Malmsteen sich da gern eine Scheibe abschneiden könnte. Status Minor hat es nicht nur technisch drauf sondern die Songs haben auch Seele. Da wird nicht nur vor sich hingefrickelt, alles dient dem Song als Einheit. Für eine noch junge Formation ist das Zusammenspiel mehr als erstaunlich. Da sind Vollblutmusiker am Werk denen man die Spielfreude vom ersten Ton an anmerkt.
Neben der Demo CD haben die Finnen noch ein Musikvideo mit dem Song "Blinded" am Start. Das befindet sich zwar nicht auf der CD, kann aber auf der Homepage angesehen werden. Und weil das Teil musikalisch und optisch überzeugt auch noch einige Worte dazu.
Das Video ist in schwarz- weiß gehalten und der harte grafische Kontrast passt sehr gut zu dem etwas melancholischen Lied. Die Musiker sind in schwarze Anzüge gekleidet mit weißen Hemden mit dunklen Krawatten. Okay, das habe ich auch schon bei Stratovarius und Paradise Lost gesehen, inklusive der dunklen Sonnenbrillen. Hartes monotones Riffing wird aufgelockert durch einige Pianoklänge. In dem Moment in dem die Keys mit vollem Sound loslegen klingt das Lied trotz aller Härte sehr melodisch, auch ein Verdienst von Ruikkas angenehmer Stimme der durch Backing Vocals unterstützt wird. (auf dem Video aber nicht zu sehen, Karrinen am Keyboard macht ziemlich unterkühlt den Mund nicht auf) Der Chorus ist von besonderer Güte. Während eine junge, hübsche Frau am Ufer eines Sees langsam in den Fluten verschwindet, bearbeitet Saarinen seine Ibanez nach allen Regeln der Kunst. Der intensiv vorgetragene Gesang kommt auch durch die Gestik gut rüber. Der Begriff Power Ballade trifft es recht gut. Zum Schluss greift Saarinen noch zur Akustischen und das Lied klingt etwas traurig aber mit Gänsehautgefühl aus.
Fazit: Nach den mir vorliegenden Informationen hat die Band inzwischen 120 Minuten Material beisammen und ich kann es kaum erwarten bis eine reguläre CD das Licht der Musikwelt erblickt. Für mich völlig unverständlich, dass nicht schon längst ein Label hier zugeschlagen hat. Um so ein musikalisches Niveau zu erreichen brauchen andere Bands viele Jahre, wenn sie es denn überhaupt jemals schaffen, sich in solche Höhen zu schwingen. Das letzte Mal, dass mich eine Prog Scheibe so begeisterte war die CHRIST 0 von Vanden Plas. Ein höheres Lob kann ich der Band nicht zollen. Und wenn es überhaupt was zu kritisieren gibt dann ist es das Cover von THE SUN, was meiner Meinung nicht besonders zur Musik passt. Ach ja, Bescheidenheit gut und schön, aber Status Major würde angesichts der gebotenen Klasse besser als Bandname passen. |
Titel-Liste:
| | - The Sun
- Wounds
- Under the Sun
- Blinded
- - - Video - - - - Blinded
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Laufzeit:
| | 19:50 Min. (Demo: The Sun) |
Band-Infos:
| | www.statusminor.com
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