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Review: Tonkraft
 
DIENER UND HERRSCHER

Album:
 DIENER UND HERRSCHER, 2007, Eigenvertrieb

Stil:
 Industrial Metal, Heavy Metal

Tendenz:
 Ein interssantes, in sich stimmiges und rundes Mini-Album. Hier werden extrem viele Elemente des Metals wie Death, Thrash, Industrial und Speed Metal in einer wirklich gelungenen Komposition vereint. Was würde bloß passieren, wenn die vier Jungs aus Schleiz ein richtiges Album abliefern würden? M.U., 08.07.2008

Review:
 Als ich den Bandnamen Tonkraft gelesen habe, fiel mir spontan die Altrockerband Ton, Steine, Scherben der guten alten 68er Generation ein. Irgendwie war da sofort eine gewisse Assoziation da. Doch weit gefehlt! Hier haben wir eine junge Band aus Ostdeutschland, die sich voll und ganz dem Industrial und Metal verschrieben haben, wobei Einflüsse von Thrash-Elementen nicht ausgeschlossen sind. Tonkraft ist eine typische Band, bestehend aus vier Musikern (Gitarre, Gesang, Bass, Schlagzeug und Keyboard). Nach diversen ostdeutschen Bands die wir in den letzten Wochen testeten, darf man gespannt sein, was diese vier Jungs produziert haben. Gönnen wir uns also einmal das doch recht kurze Vergnügen ihres Debütalbums DIENER UND HERRSCHER, dem die beiden Demo-CDs MASCHINENKINDER und ABSCHIED vorausgegangen sind...

Mit dem Titelsong "Diener & Herrscher" startet die CD kurz und schmerzlos ohne große Umschweife und geht gleich brutal zur Sache. Massive Gitarreneinsätze prägen den Song. Gesanglich bewegt man sich hart an der Grenze zum Death Metal. Düster, dunkel und aggressiv. Lustig sind die Glockenspieleinlagen, wobei man spontan an Eisregen denken muss. Zum Ende hin gibt es sogar ein paar Klavierklänge, die einen ein bisschen von "hohen Ross" runter bringen.
"Tiefer" ist der nächste Song. In gleicher Manier rocken die vier Jungs weiter. Brutal, schnell, aggressiv. Schwere, schnelle und treibende Gitarrenriffs. Phasenweise erinnert diese einen an DESTROY von Static-X. Ebenso das bestialische Schlagzeug. Es treibt den Song in einer nie dar gewesenen Art nach vorne. Gnadenlose Basslinien bringen die Boxen zum Beben.
Der nächste Song "Gold & Galle" beginnt ein bisschen anders. Fast schon ein bisschen leicht orientalisch angehaucht, mit Synthie-Pop-Klängen in Richtung unplugged. Doch diese Phase dauert nicht allzu lange und man kehrt zur eigentlichen Linie zurück. Harte Basslinien, tiefe, düstere Stimme, infernalisches Schlagzeug. Diese Punkte bestimmen den Song eindeutig.
Der vorletzte Song "Schlag zurück" beginnt total rockig und aggressiv. Die Tendenz geht eher in Richtung Speed Metal mit einem gewissen einen Anarcho-Unterton. Mittlerweile hat man den Eindruck, dass diese Band fast alles vereint, was der Hard Rock- und Heavy Metal-Markt so hergibt.
Mit "Ästhetik der Destruktion" schließt die CD auch schon wieder. Schrill und mit extrem hohen Tönen wird dieser eingeleitet. Fast schon quietschend. Daran schließen sich balladenhafte Sequenzen an, die jedoch sehr schnell von Speed Metal lastigen Riffs abgelöst werden. Da sich dieser Song von seinen Vorgängern kaum abhebt, klingt das Album in sich sehr geschlossen. Nur schade, dass schon Schluss ist. Man hätte gerne noch mehr gehört. Vielleicht schaffen es Tonkraft einmal, eine CD mit mehr als fünf Songs zu produzieren. Potential ist auf jeden Fall vorhanden.

Fazit: Mit fünf Songs ist sich man nicht sicher, ob es sich um ein richtiges Album handelt (meist hat ja ein Album mehr als acht oder neun Songs) oder um nur um ein Mini-Album bzw. eine EP. Positiv zu bewerten ist die Tatsache, dass man deutsch singt. Irgendwie erinnert man sich sofort an Eisregen, die auch aus Ostdeutschland kommen und auf deutsch singen. Musikalisch ist extrem schnell unterwegs und man bewegt sich irgendwo zwischen Thrash und Speed Metal. Das CD-Cover erinnert einen ein bisschen an einen A... auf dem Kopierer. Allerdings ist die CD-Einlage extrem dürftig. Genau ein Blatt ohne irgendwelche weiteren Informationen. Dies und die kurze Spielzeit von knapp 17 Minuten können leider nicht komplett überzeugen, wobei die Musik an für sich sehr gut gelungen ist. Ist immer wieder erstaunlich, was so alles aus Deutschland hervor kommt.

Titel-Liste:
 
  1. Diener & Herrscher
  2. Tiefer
  3. Gold & Galle
  4. Schlag zurück
  5. Ästhetik der Destruktion

Laufzeit:
 16:44 Min.

Band-Infos:
 
  • www.tonkraft.de 


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