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Review: [die!]
 
STIGMATA

Album:
 STIGMATA, 2006, Black Bards Entertainment

Stil:
 Neue Deutsche Härte (NDH)

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 D.K., 23.01.2007

Review:
 Hm... haben Rammstein sich umbenannt? Oder gar mit Oomph zusammengetan? Genau das ist nämlich mein erster Eindruck der Formation aus Bergisch Gladbach.
1995 gegründet, hat der Vierer schon einiges vorzuweisen: 2 CDs in Eigenproduktion, 1998 knapp 50 Konzerte in Deutschland, und im selben Jahr dann die Nominierung zum BUNDESROCKPREIS`98.
2005 erschien das Konzeptalbum MANCHE BLUTEN EWIG zum 10jährigen Bestehen der Band und ich hab hier die darauffolgende Scheibe STIGMATA, die bisher bei mehreren Reviews die gesamte Palette der möglichen Punktzahlen durchlief. Also: Geteilte Meinungen zur Arbeit der Band, die sich aus Oliver Jung (voc), Georg Platen (git), Patric Busch (dr) und Matthias Fieberg (b) zusammensetzt.

Na, da bin ich gespannt. CD in den Player und los geht's:
Es geht los mit einem Regentanz: "Lass es regnen". Oliver Jung erinnert mich sehr an Till Lindemann von Rammstein. Oder sollte ich sagen Oliverrrrrrrrrr Jung?.
Martialische Gitarren, eingängige Melodie, düstere Stimme... alles da... aber irgendwie zündet der Funke bei mir nicht.
Es donnert nicht, es nieselt.
"Setz`die Segel" hätte ich fast schon wörtlich genommen und das hier abgebrochen, aber nö, jetzt zieh ich das durch.
Der Stil bleibt, musikalisch gibt's nix zu meckern... gar nichts. Sound und Produktion sind sehr gut, die Texte und Musik selber geschrieben, aber eben (immer noch) nicht originell genug, um eigenständig zu sein.
Nummer 3 lässt mich jetzt aber doch etwas hoffen. Es wird "Heiß". Der Sound ist am Anfang leicht orientalisch angehaucht, um dann in schnellen Gitarren überzugehen. Was den Text angeht: Eine Singleauskopplung dürfte den gleichen Effekt haben, wie seinerzeit der Erdbeermund ;-). Die Älteren werden wissen was ich meine. Der Song lädt schon eher zum Mitgehen ein.
Aber schon beim nächsten Track "Engel weinen" ist es schon wieder vorbei. Nummer 5 "Ein Teil von mir" möchte ich gerne umbenennen in "Ein Teil von Ooomph". Gut, richtig gut, aber immer noch nichts Neues. Ich warte immer noch darauf, dass ich nicht alle Texte auswendig können muss, um bei einer CD sagen zu können: Das sind [die!], der Stil ist unverkennbar.
So, Halbzeit. Der "Sandmann" kommt und ich brauch ne Pause. So, ausgeschlafen und frisch gestärkt, hört sich der "Sandmann" dann auch schon richtig gut an. Erinnert mich zwar immer noch an Rammsteins "Ich will", ist aber ein richtig guter Song.
Der 7. Titel "Blut, Schweiß & Tränen" überrascht am Anfang: Ui... was Ruhigeres, und richtig gut. Auch die Stimme gefällt mir gut. Da ist mal eine andere Emotion zu bemerken ausser Aggression. Sehr schön.
Ab da scheint sich der Stil in einer (für mich) angenehmer Weise leicht zu ändern. Jetzt wird es individueller.
Es folgen "Du lässt dich gehen", "Wie ein Schrei", "Überleben" und "Tanz mit mir". Jepp, der Sound ist besser. In "Wie ein Schrei" haut der Gitarrist saftig in die Saiten und legt ein klasse Solo hin.
Die 2. Hälfte der CD gefällt mir eindeutig besser.
Den krönenden Abschluss bildet ein Falco-Cover: "Out of the Dark". Die Version von [die!] hätte Falco mit Sicherheit gefallen. Die Deutschen haben aus Falcos Schmerz und Verzweiflung, eine Version gemacht, die drohender rüberkommt und mehr wie eine Abrechnung mit jemandem klingt. Gefällt mir sehr gut. Man hat die Grundthematik des Originals nicht verändert, sondern neu interpretiert.

Fazit: Noch ein bisschen mehr am eigenen Stil arbeiten und sämtliche Bands, mit denen sie bisher verglichen wurden, haben ernsthafte Konkurrenz zu fürchten.

Tipp:
 Rammsteinfans können bedenkenlos zugreifen und werden die Scheibe lieben, Gothicfans kommen auf ihre Kosten, wenn sie mal was Härteres möchten.

Anspieltipps:
 "Heiß", "Blut, Schweiß & Tränen" und "Out of the Dark"

Titel-Liste:
 
  1. Lass es regnen
  2. Setz`die Segel
  3. Heiß
  4. Engel weinen
  5. Ein Teil von mir
  6. Sandmann
  7. Blut, Schweiß & Tränen
  8. Du lässt dich gehen
  9. Wie ein Schrei
  10. Überleben
  11. Tanz mit mir
  12. Out of the Dark

Laufzeit:
 55:50 Min.

Band-Infos:
 
  • www.die-music.de 


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