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Review: Dimmu Borgir |
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Album:
| | STORMBLÅST, 1996/2005, Nuclear Blast |
Stil:
Wertung:
| |  5 von 7 Punkten | | M.K., 10.02.2007 |
Review:
| | Bei STORMBLÅST handelt es sich um ein Re-Release des 1996er Albums. Es wurde 2005 komplett neu eingespielt, an den Songs wurde jedoch nicht herumgewerkelt. Alte Songs in neuem Gewand? Sicherlich. Oder um es mit den Worten von Anti-Black Metallerin Melanie W. zu sagen: "Cool, was ist das denn?"
Auf jeden Fall startet das Album früher wie heute mit "Alt Lys Er Svunnet Hen". Man hört einige Wölfe heulen, etwas Regen, und dann bricht ein Mid-Tempo-Bombast-Black Metal-Song los. Die Keyboards ergänzen sich sehr gut mit den Riffs, und Shagrath macht mit einem langgezogenen Schrei das erste Mal von sich hören. Kurz darauf wird das Tempo durch Double Bass und Keyboards das erste Mal angezogen, und es darf ordentlich mitgenickt werden. Bombast vom allerfeinsten hier, gefolgt von einem weiteren, sehr schnellen Part. Dramatisches Arrangement. Im Endeffekt ein Opener, der nicht überladen wirkt und geradeaus nach vorne rockt.
"Broderskapets Ring" ist der zweite Song und man merkt schon anhand der Titel, dass die Norweger auf STORMBLÅST in ihrer Landessprache bleiben. Der anfängliche Riff erinnert an langsame In Flames, und "langsam" ist das richtige Stichwort. Shagrath röchelt vor sich hin, gesanglich erinnert das ganze etwas ans aktuelle Celtic Frost-Werk. Aber immer nur keifen kann der Mann ja nun auch nicht. Natürlich kommen in solch langsamen Songs die Keyboards deutlich zur Geltung, und am Ende des Songs ist auch noch Platz für ein Gitarrensolo, in welchem Verlauf sich das Tempo des Songs ordentlich steigern kann.
Mit "Når Sjelen Hentes Til Helvete" geht es anfangs melodisch weiter, bevor die Double Bass wieder mal zum Einsatz kommt und ordentlich aufs Gas drückt. Der Riff beinhaltet das für den Black Metal typische Tapping und es geht druckvoll voran, bis…ja, bis es ein äußerst überraschendes, kurzes Klavier- bzw. Keyboard-Intermezzo mit etwas Echo gibt. Aus Trotz geben Dimmu nun noch mal doppelt so viel Gas wie vorher, was den Song ordentlich pusht. Einige Keyboard-Teppiche können nochmal Tempo rausnehmen, und Shagrath's Einsatz gibt dem Song eine weitere Note. Viele Köche / Stile verderben den Brei? Nicht so hier. Kann man sich ohne Umschweife anhören.
Mein persönlicher Favorit auf STORMBLÅST folgt mit "Sorgens Kammer - Del 33". Allein die Gitarrenmelodie am Anfang ist schon recht genial und mit den Tempoeinschüben der restlichen Band überraschend gut vereinbar. Die Keyboards hören sich hier zwar an wie 4 betrunkene Uhus, dieses wird aber durch Shagrath's keifenden Gesang übertönt. Zum Glück. In jedem Fall gibt es hier eine Menge Breaks und Tempowechsel, so machen Dimmu Borgir Spaß. Im Mittelteil gibt es sogar schreiende Babys zu hören, surreal, aber auf irgendeine Weise passend. Insgesamt zwar ein mit 5:51 Minuten langer, aber abwechslungsreicher Song, der Dimmu Borgir gut repräsentiert.
Der kürzeste Song der CD folgt als Nummer 5: "Da Den Kristne Sattne Livet Til" mit einer Spielzeit von 3:03 Minuten. Beginnt mit einem vernünftigen Riff und hält sich, trotz der Double Bass, irgendwo im Mid Tempo-Sektor auf. Mir sagt vor allem das vertrackte Schlagzeugspiel zu, es gibt durchaus oft unerwartete Breaks zu vernehmen. Ein weiterer Vorteil ist die fast durchgängige Bassline. Auch die Keyboards wissen zu gefallen. Im Endeffekt ein kurzweiliger Song, der aber leider nur auf zwei Riffs basiert.
Mit "Stormblåst" folgt nun der Titelsong der CD. Außerdem mit über sechs Minuten das längste Stück. Hier wird schon wieder ordentlich Gas gegeben, nur das Keyboard stellt sich teilweise wieder als (Spaß-)bremse heraus. Abwechslung wird auch hier großgeschrieben, der Gesang arbeitet teilweise mit Effekten. Nach 1:45 Minuten gibt es einen ziemlich aus der Luft gegriffenen Break in einen ruhigeren Mittelteil, welcher mit einigen gesprochenen Lyrics aufwartet. Dieses Spielchen wiederholt sich kurze Zeit wieder. Irgendwie muss man ja die sechs Minuten vollbekommen, hehe. Besser überbrückt wird die Zeit da schon mit einem kurzen Gitarrensolo, das in einen weiteren, von Keyboards getragenen, Teil übergeht. Kurz vor Schluss entwickelt sich eben jenes Keyboard zu einem schon fast mittelalterlich klingendem, bunten Strauß der Melodei, mal so gar nicht mein Fall.
Mit klosterlichen Chören startet "Dodsferd", bis auch hier derbst auf die Geschwindigkeitsbegrenzung gepiffen und einem der Schmalz aus den Ohren gepustet wird. Es gibt nur kurze, langsamere Passagen, die mit einigen melodischen Riffs der Gitarrenfraktion um Silenoz gefüllt werden. "Dodsferd" macht schon Spaß und bietet gutes Songwriting. Vor allem kurz vor der 4-Minuten Grenze haut einem die Band einen verdammt schnellen Riff in die Ohrmuschel, dem sich, zur Rehabilitation, eine bombastische Keyboard-Wand entgegenstellt. Beides konkurriert dann. Ergebnis: Unentschieden, denn der Song fadet so langsam aus.
Der leibhaftige "Antikrist" wird nun vertont und Shagrath wechselt zwischen gesprochenen und gekeiften Passagen hin und her, während der Einsatz der Double Bass schon fast willkürlich anmutet. Etwas zu viele Tempowechsel, mir fehlen hier die fließenden Übergänge. Musikalisch sicherlich kein schlechter Song, jedoch macht es nicht "Klick". Ein Lückenfüller.
Song Nummer 9 nennt sich "Vinder Fra En Enson Grav" und prescht im Ultraschalltempo durch die Anlage. Naja, zumindest die ersten paar Momente. Der Sond griftet nun mehr und mehr ins Mid-Tempo ab. Stichwort fürs Keyboard, das harmonisch mit den langsamen Riffs fusioniert. Die letzte Minute fährt dann nochmal ordentlich Tempo und nettes Drumming auf, dann ist auch schon Ruhe im Karton.
"Guds Fortapelse - Åpenbaring Av Dommedag" beginnt wie der Soundtrack zu einem alten Disney-Schinken oder so, erinnert an schwarz/weiß-Cartoons und deren Musik. Zwar nicht fröhlich in der norwegischen Variante, aber naja. Ist ja auch egal, danach gibt's erstmal (überraschenderweise) wieder Double Bass und Geknüppel. So oder so wechseln sich in "Guds Fortapelse" Zuckerbrot (langsame Keyboardparts) und Peitsche (Snare-Vergewaltigung, Double Bass und Blastbeats) ab. Passt nicht zusammen? Passt doch! Einheitlich durchgängig ist nämlich die oben erwähnte Double Bass. Nur in sehr langsamen Passagen macht diese eine Pause, wie z.B. im Mittelteil, welcher an "Hells Bells" von AC/DC erinnert. Auch hier wird langsam, aber sicher das Tempo wieder angezogen. Und am Ende des Songes hat man wieder eines: Geschwindigkeit, Vollgas, Spaß!
Mit "Avmaktslave" beginnt der letzte Song des Albums. Zu hören sind eine Spieluhr, ein Kleinkind und ein zögernder Drummer, welcher wohl auf seinen Einsatz wartet. Diesem wird kurz darauf der Startschuss gegeben, und wieder einmal rasieren Dimmu in unmenschlichem Tempo alles, was sich in den Weg stellt. Und das ändert sich bis zum Ende des Albums auch nicht mehr. Dimmu Borgir, wie sie zu klingen haben: Rau, schnell, kalt und unbarmherzig.
Fazit: STORMBLÅST kommt hier also in neuem Soundgewand auf den Markt. Kann durchaus begeistern, die altbackene Produktion des Originals ist der mittlerweile typischen Bombast-Highend-Produktion, die man von den Norwegern gewohnt ist, gewichen. Songwritingtechnisch hat sich nichts verändert, also gibt es da auch nicht viel zu sagen. Für Normalo-Fans vielleicht uninteressant, für Sammler und Sound-Fetischisten jedoch ein Muss. |
Tipp:
| | "Sorgens Kammer - Del 33" und "Alt Lys Er Svunnet Hen" gefielen mir persönlich am besten. |
Titel-Liste:
| | - Alt Lys Er Svunnet Hen
- Broderskapets Ring
- Når Sjelen Hentes Til Helvete
- Sorgens Kammer - Del 33
- Da Den Kristne Sattne Livet Til
- Stormblåst
- Dodsferd
- Antikrist
- Vinder Far En Enson Grav
- Guds Fortapelse - Åpenbaring Av Dommedag
- Avmaktslave
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Laufzeit:
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