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Review: Dokken |
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Album:
| | FROM CONCEPTION LIVE 1981, 2007, Frontiers |
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | J.G., 17.03.2007 |
Review:
| | Manche Bands schaffen es nie so richtig in die Spitzengruppe der Hard Rock und Heavy Metal-Liga, obwohl sie ausgezeichnetes Songmaterial zu bieten haben. Eine der sicherlich weit unter Wert angebotenen Bands sind die US-Amerikaner von Dokken.
Sie waren bereits 1977 das erste Mal unter diesem Namen in der Szene von Los Angeles vertreten, spielten auch mit Größen wie Van Halen und Quiet Riot, mit einem vernünftigen Plattenvertrag wollte es aber einfach nicht klappen.
Zwischenzeitlich verschlug sie ihr Weg Anfang der 80er auch nach Deutschland, wo die vier Don Dokken, George Lynch, Jeff Pilson und Mick Brown dem damaligen Accept-Manager Hauke, der die Talente entdeckte und unter Vertrag nehmen wollte. Damit war der Weg für das Debüt BREAKING THE CHAINS geebnet. Aber das ist wieder eine andere Geschichte...
Gebranntes Kind scheut bekanntlich das Feuer und so manches wiederentdeckte Material der letzten Jahre ist nicht mal den CD-Rohling wert. Auch das vorliegende Live-Album verdankt seine Existenz einer zufälligen Aufräumaktion Dons. Er selbst hörte das mitgeschnittenes Material der ersten großen US-Tour selbst ebenfalls zum ersten Mal. Zum Glück, wie ich finde. Nicht nur dass das über 25 Jahre alte Material richtig klasse ist, überrascht das Album mit drei bisher unveröffentlichen Songs
Schon beim ersten Titel "Paris is burning" kann man erahnen, was einen noch erwarten wird. Energiegeladene Songs mit hochkarätigen Musikern, die trotz der wenigen Jahre ihres Bandbestehens schon ihr Potenzial aufblitzen lassen. Don Dokkens unverkennbare Stimme ist neben George Lynch hervorragender Gitarrenarbeit nur eines der späteren legendären Markenzeichen.
Fließend erfolgt der Übergang zu dem bisher unveröffentlichten "Goin' down", einem astreinen Headshaker. Wer hier im Publikum noch starr auf seien paar Quadratdezimeter Standfläche verweilt, scheint vermutlich unter Schock zu stehen, weil er Musik Marke "Engelbert" erwartet hatte.
Nach nur kurzer Ansage geht es weiter mit dem tierisch groovenden Kracher "In the Middle", der wohl auch die letzten Lähmungserscheinungen aus der Welt schaffen sollte. Hier sind es besonders Dons anspruchsvolle Gesangslinien und ausgefeilte Gitarrensoli, die den ansonsten stark taktbetonten Song auszeichen. Nich nur das Publikum findet Gefallen daran. Hier erfährt man auch, dass es die letzte Show sei, bevor man wieder nach Hause fährt.
In forciertem Rocktempo schafft es spätestens "Young Girls", dass sich die ersten Schweißflecken unter den Achseln abzeichnen. Ansonsten bleibt alles beim Alten außer vielleicht die Chorunterstützung im Refrain und ein kurzes zweistimmiges Gitarresolo.
Der nächste unveröffentlichte Song "Hit and run" fügt sich nahtlos in die bisherige Setlist ein und einmal mehr darf sich Lynch auf seiner Gitarre austoben bis die Verstärker glühen.
Bei "Nightrider" muss man etwas Geduld haben, bis es startet. Zunächst werden artig die Zuschauer gefragt ob denn alles ok wäre, aber das ist wohl wirklich rhetorisch gemeint angesichts der bisherigen klasse Leistung. Der längste Song im Feld mit über 8 Minuten bietet natürlich jede Menge Platz für Live-Spielereien, die man jeder Band in einem gewissen maße zugestehen sollte. Aufgefallene und langanhaltende Gitarrensoli gehören dabei ebenso zum guten Ton, wie das Animieren des Frontmanns zum Mitsingen des Publikums.
Fließend folgt ein etwas ausgefalleneres "Gitarrensolo" von George Lynch, der scheinbar an diesem Abend kaum zu bremesen ist.
"Live to Rock", in ähnlich flotten Tempo wie das vorherige "Young Girls" leitet zu langsam die Schlussrunde ein und fordert nicht nur von den Musikern die letzten Reserven.
Der Titelsong des späteren Debüts "Breakin' the Chains" sollte natürlich jedem Dokken-Fan bestens bekannt sein und hat auch nach über einem Viertel Jahrhundert nichts von seinem besonderen Charm eingebüßt.
"You're a Liar", der dritte unveröffentlichte und auch letzte Titel des Albums ist quasi Zugabe und gelungener Vollgas-Abschluss eines - ohne mich wiederholen zu wollen - klasse Live-Albums. Wer sich nach diesem Album fragt, warum Dokken als Vertreter des Hard Rock wohl kaum in einem Atemzug mit Größen der anderen Genres wie Metallica, Iron Maiden oder Slayer genannt werden, muss erkennen, dass im Musikbusiness Talent allein für einen Erfolg nicht ausreicht.
Fazit: Ungeschminkt, ungeschnitten, unbearbeitet und darum zu 100% authentisch. Dieses Album kann trotz der altersbedingten Ton- und Qualitätsdefizite auf der ganzen Linie überzeugen. Selten schafft es ein Live-Album den Spirit der Zeit, die Spielfreude der Akteure und die Interaktion mit dem Publikum besser vermitteln. So sollten Live-Alben eigentlich sein. |
Tipp:
| | Auch wenn das Album sicherlich besonders bei den Die-Hard-Old-School-Fans besonders punkten wird, sollten sich Neulinge den Flair der guten alten 80er nicht entgehen lassen. Vielleicht werden die Jungspunde dann besser verstehen, warum wir Fossilien diesen zeiten bis heute nachtrauern. |
Titel-Liste:
| | - Paris is burning
- Goin' down
- In the Middle
- Young Girls
- Hit and run
- Nightrider
- Gitarrensolo
- Live to Rock
- Breakin' the Chains
- You're a Liar
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Laufzeit:
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