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Review: Doomfoxx
 
DOOMFOXX

Album:
 DOOMFOXX, 2005, Armageddon

Stil:
 Rock'n'Roll, Hard Rock

Wertung:
 6,5 von 7
6,5 von 7 Punkten
 J.G., 07.04.2006

Review:
 Bisher konnte die Plattenfirma Armageddon nicht unbedingt immer mit genialem Songmaterial überzeugen. Umso überraschter war ich nach den ersten Tönen der Neuverpflichtung von Down Under, die hier unter Vertrag stehen. Das Debüt-Album glänzt mit zwölf klassischen, zeitlosen Rock’n’Roll-Nummern aller erster Sahne. Eindeutig standen dafür keinere geringeren als AC/DC, Rose Tattoo oder The Rolling Stones Pate, was zunächst noch nichts bedeuten muss.
Die alten Haasen Sänger McKie und Gitarrist Cocks (ex-Rose Tattoo) dürfen schon bald ihren 50sten feiern, während die spielfreudigen Jungspunde gerade mal halb so alt sein sollten. Und genau diese Mischung scheint zu stimmen um den Songs die nötige Abgeklärtheit, die richtige stimmliche Rauheit und eine spritzige Dynamik zu verpassen, dass es kaum jemand ruhig sitzend auf dem Stuhl aushält.

Der Opener "Pure Platinum" ist richtungsweisend für den Rest des Materials. Hier wird der Rock’n’Roll-Hammer schon mal in Kopfhöhe platziert und streckt gnadenlos jeden nieder, der bei dieser Riff-Ladung nicht rechtzeitig in Deckung gegangen ist. Nach nicht mal einer Minute sollte jeder in der Lage sein, mitzugrölen.
Nein, nein, bei "Piece of me" handelt es sich nicht um eine neue AC/DC-Single. Auch wenn das Riffing hier sehr stark an die großen Vorbilder erinnern mag, ist es ein reinrassiger Doomfoxx-Kracher, der einfach nur zum abrocken einlädt, genauso das spätere "Ginger Rose".
Gleich einer Achterbahn wurde mit "Piece of me" der Wagen auf den höchsten Punkt gezogen. Und nun geht es in vollem Tempo abwärts. "Look Ma no Hands" prescht so gnadenlos nach vorne, dass sicherlich sogar Rose Tattoo zu ihren Glanzzeiten Mühe gehabt hätten, hier zu folgen. Achtung: wer nicht aufpasst, riskiert Schäden an seinen Nackenwirbeln.
Steigerungen und Überraschungen scheinen für die Truppe jedoch kein Problem zu sein. Spätestens bei "Boyfriend" hat man das Gefühl, Bon Scott sei auferstanden. Sänger McKie bereitet es keine Mühe besonders in tiefen Lagen in dessen Rolle zu schlüpfen.
Zu jedem guten Rock’n’Roll gehören jedoch nicht nur flotte Kracher. Das richtige Gefühl auch für die langsameren Nummern runden das Programm erst richtig ab. Genau das beweisen Doomfoxx mit dem Song "My beautiful Friends". Eine gekonnte Mischung aus Härte und Gefühl, der sich vor Ohrwürmern alá Guns'n'Roses nicht verstecken muss.
Nach dieser kurzen Verschnaufpause folgt wieder ein Mid-Tempo-Rocker "Schoolboy Adonis", der schon nach wenigen Augenblicken in den Gehörgängen kleben bleibt. Genauso funktioniert Rock’n’Roll - nicht viel denken - einfach mitrocken und wohlfühlen.
Das stark AC/DC-lastige "Sweetheart Of The Troops" kann einmal mehr mit hervorragender variabler Gesangsleistung und richtigen Killer-Riffs überzeugen. Schade nur, dass der Song nicht mal drei Minuten dauert.
Obwohl alles irgendwie bekannt scheint, bleibt es bis zuletzt spannend. Nicht zuletzt die geschickte Set-List des Albums sorgt für Abwechslung. Mit "Drugs" wird z.B. wieder das Tempo forciert. Und für das folgende "Abandon all Hope" werden gleich nochmal ein paar Briketts unter den Hockdruck-Dampfkessel gelegt.
Mit dem Mid-Tempo Rocker "Girls like You" wird leider schon die Schlussrunde eingeläutet, bevor das abschließende "Rock’n’Roll Show" mit Mundharmonika-Unterstützung nochmal richtige Rolling Stones-Gefühle hochsteigen lässt.

Fazit: Schade, schade, dass die Show bereits nach einer knappen Dreiviertel-Stunde ihr Ende findet. Ich hätte es mühelos noch etwas länger ausgehalten, denn hier passte einfach alles. Dass die Jungs auch Live dieses Feeling herüberbringen, bewies die letzte Europa-Tournee an der Seite von Rose Tattoo und der Auftritt auf dem Wacken Open Air. Ich hoffe nur, dass die Truppe noch ein paar Jährchen durchhält und uns weiterhin mit solch musikalischen Kick-Ass-Leckerbissen verwöhnt.

Tipp:
 Alle Freunde des rotzig frechen Rock'n'Rolls werden hier ihre wahre Freude haben. Die für dieses Thema hervorragende Produktion, schafft mühelos den Balance-Akt zwischen rauer Wildheit und klanglicher Transparenz. Ein klares Must have!
Ignoranten dieser Musik haben vielleicht zumindest am Cover-Work ihre Freunde. Warum? ;-)

Titel-Liste:
 
  1. Pure Platinum
  2. Piece of me
  3. Look Ma no Hands
  4. Boyfriend
  5. My beautiful Friends
  6. Schoolboy Adonis
  7. Ginger Rose
  8. Sweetheart Of The Troops
  9. Drugs
  10. Abandon all Hope
  11. Girls like You
  12. Rock’n’Roll Show

Laufzeit:
 44:56 Min.

Band-Infos:
 
  • www.doomfoxx.com 


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