Draconian aus Schweden haben mit ihrem Debüt WHERE LOVERS MOURN das richtige Album für triste und stürmische Herbsttage abgeliefert. Düster und melancholisch tropft der Gothic Metal aus den Boxen und bestimmt die musikalische Marschroute der sechs Jungs und dem Mädel. Bewusst legt man Wert auf eine düstere Stimmung in allen Titeln und unterstreicht dies mit entsprechenden Keyboard-Passagen. Im abgedunkelten Raum kann man durch die schaurige Atmosphäre schon mal Gänsehaut bekommen. Eine besondere Spannung erzeugen die beiden Gesangsparts. Klingt die Stimme von Lisa klar und überzeugend weiblich, so hat Anders tiefe Growl-Stimme nahezu animalische Züge.
Der über 11 Minuten lange Opener "The Cry of Silence" ist ein wahres Meisterwerk und jede Sekunde wert. "Silent Winter" kann mit glas-klarem Refrain überzeugen und bringt genügend Tempo mit.
Bei "The Solitude" schaltet man das Tempo auf minimal und bringt geschickt neben dem Doom-Grundrauschen Folk-Elemente an die Ohren der Zuhörer.
Mit "Akherousia" schmeißt man schon Mal instrumentalen Ballast über Bord und begnügt sich mit dezenter Begleitung.
Fazit: Knapp 53 Min. handwerklich soliger Doom wird geboten. Manches sollten die Schweden kompositorisch für die Zukunft noch dazulernen und dann kann etwas ganz Großes draus werden. Jetzt fehlt mir persönlich noch etwas Abwechslung.
Tipp:
Wer es düster und melancholisch liebt, wird hier einiges an Futter finden.