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Review: Dragonforce
 
INHUMAN RAMPAGE

Album:
 INHUMAN RAMPAGE, 2006, Noise

Stil:
 Extreme Power Metal

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 J.G., 09.12.2005

Teamwertung:
JG DK NB SJ Ø
6,0 7,0 5,0 5,5 5,9

Review:
 Nun ist es mittlerweile das dritte Langeisen der multinationalen Truppe um Dragonforce, dass sich anschickt, den Fans gehörig den Kopf freizublasen. Vorsicht ist geboten, denn es ging bisher immer tierisch zur Sache wenn sich Theart, Li, Totman & Co. entschlossen hatten, ein neues Werk auf ihre Fans loszulassen.
Auch diesmal kann man das Album als Frisör-Ersatz gut gebrauchen. Kopfhörer aufsetzen, Lautstärke hochregeln und die Hörmuscheln langsam in einer Kreisbahn um den Kopf drehen - fertig. Mühelos gelingt es den mörderischen Gitarrensoli die Haarstrukturen mürbe zu schreddern, sodass Scheren bzw. Schneiden überflüssig sind. Auskämmen und zusammenkehren genügt.
Vergesst McLaren, Ferrari oder Bughatti und hört Dragonforce, den Höllentrip für jeden der auf Geschwindigkeitsrausch abfährt. INHUMAN RAMPAGE geht von der allerersten Minute an ab, wie ein Gepard, der sich beim Überholen eines tieffliegenden Düsenjägers den Schwanz im Höhenruder eingeklemmt hat - Jaulen inklusive.
Erfahrungsgemäß lassen es die Jungs mit ihrem Opener "Through the Fire and Flames" langsam angehen, bevor sie nach 20 Sekunden das Gaspedal doch noch gefunden haben. Schon hier zeigt sich, was man in der restlichen knappen Stunde erwarten darf: Mörderisches Tempo, melodische hymnenartige Refrains, hochkarätige Gitarren-/Keyboardsoli und jede Menge fantasievolle Breaks und Melodien. Vergesst Blastbeats, bei den Jungs ist es das normale Grundtempo.

"Revolution Deathsquad" fackelt nicht lange und geht gleich in die Vollen. Würde ein Pferd diesen Galopp auf die Bahn bringen, so wären Grand Prix-Siege garantiert.
Wer jetzt schon voreilig denkt: "That's it!", der sollte noch etwas von seiner Euphorie für "Storming the burning Fields" aufsparen. Denn es geht auch noch etwas schneller und melodischer. Das Tempo hat allerdings seinen Preis, denn es ist mit Abstand der kürzeste Track der Scheibe - nur 5:16 Minuten haben die Jungs hier durchgehalten.
"Operation Ground and Power" bietet wieder jede Menge musikalischer Überraschungen. Nach 4:20 Min. wurde ein knackiger Break eingebaut und man denkt schon, der nächste Song hat begonnen. Weit gefehlt, denn schließlich fehlt noch ein richtiges Gitarrensolo, welches sich eine Minute später als wahrer Gewittersturm über den Köpfen der Zuhörer entlädt.
Bei "Body Breakdown" darf dann mal Tastenzauberer Pruzhanov zeigen, was der schwarzweiße Kunststoff seines Keyboards alles aushält. Hier wird nicht nur wie üblich gepowert und geklotzt, sondern auch klaren (oder spacigen) Synthie-Klängen und der Basslinie Raum gegeben.
Mit "Cry for Eternity" ist für meinen Geschmack der Höhepunkt des Albums erreicht. Gnadenlos bahnt sich der Song seinen Weg durch die Gehörgänge und entfernt auch den letzten Krümel Ohrenschmalz. Selten habe ich einen Song erlebt, der so brachial nach Vorne marschiert und trotzdem michts an Melodik einbüßt. Natürlich gibt es auch hier nach 4 Minuten jede Menge überraschende Breaks und geniale Synthie- und Gitarrensoli.
"The Flame of Youth" nun als Füllmaterial zu bezeichnen, wäre nicht ganz gerecht, aber er vermag den Vorgänger eigentlich nur hinsichtlich der Power zu toppen. Die stellenweise orientalisch angehauchten Parts wirken belebend, aber nicht zwingend bereichernd.
Zu guter Letzt darf man sogar noch seine bis dahin arg strapazierten Hörnerven bei der Ballade "Trail of broken Hearts" an normaleres Tempo gewöhnen lassen. Zugegenenermaßen muss ich Totman rechtgeben - sie haben es tatsächlich geschafft auch hier in eine waschechte Ballade drei Gitarrensoli rein zu quetschen - Applaus!

Fazit: Diese Power mit soviel Melodie und technisch brillantem Spielvermögen an den Mann/die Frau zu bringen, schafften z.Zt. so überzeugend nur Dragonforce. Aber alles hat seinen Preis. Hier ist es - von den hymnischen Refrains einmal abgesehen - die fehlende Langlebigkeit und der geringe Ohrwurmcharakter ungeachtet der beeindruckenden Gesangs- und Instrumentalleistung. Mitsummen nach dem ersten Durchlauf is' nich'. Naja, dann vielleicht beim zweiten oder dritten Repeat...

Tipp:
 Für alle Antriebslosen, die ihren Systemtakt erhöhen möchten, für alle Verschläfer, die eigentlich zwei Kannen Kaffee zum Wachwerden brauchen, für alle Gitarren-Möchtegerns, die Blasswerden lieben... Kids, schmeißt eure Drogen aus dem Fenster und hört lieber diese Musik - da könnt ihr auch abheben!

Titel-Liste:
 
  1. Through the Fire and Flames
  2. Revolution Deathsquad
  3. Storming the burning Fields
  4. Operation Ground and Power
  5. Body Breakdown
  6. Cry for Eternity
  7. The Flame of Youth
  8. Trail of broken Hearts

Laufzeit:
 56:07 Min.


 
 
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