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DVD Review: Fairytale |
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DVD(s):
| | LIVE IN CONCERT, 2007, BOB-Media |
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | J.G., 14.01.2008 |
Review:
| | jensets aller Streitigkeiten um die Zukunft der guten DVD, sei es nun HD oder Blue Ray, erobert der große Bruder der CD langsam auch die Musik-Szene. Viele Bands verstehen es inzwischen als selbstverständlich, ihre Werke auch visuell an den Fan zu bringen.
Manchmal ist das Ergebnis jedoch eher abschreckend, als ermunternd. Viele Bands - auch die mit großen Namen - setzen dieses "Must have" nur sehr halbherzig um. Was für die Fans als Ersatz oder auch Anreiz gedacht war, die Band auch wirklich live zu erleben, ist ein Schuss in den Ofen.
Glücklicherweise gibt es auch Ausnahmen...
Diesmal sind es Fairytale, eine Band aus Euskirchen, die den Zug der Zeit erklimmt und ihre Bühnenshow in die Wohnzimmer der Fans transportieren möchte. In Eigenregie nehmen sie die Sache in die Hand und haben sich viel vorgenommen. Das Sextett, das bereits seit 1993 ihr musikalisches Unwesen treibt und als Support für Bands wie U.D.O., Gun Barrel, In Extremo, Asia oder Barcley James Harvest tätig war, lässt dabei nichts anbrennen.
Vor den Aufnahmen muss erst die Bühne gebaut und das Equipment vorbereitet werden. Als kleinen Gimmick haben sie den Aufbau bereits gefilmt und die Einzelbilder in einem Zeitraffer zusammen gefasst. Ein prima Einstieg, zeigt er doch, was es alles zu tun gibt, bevor die Akteure auch wirklich auf die Bühne können.
Und dann ist es auch schon geschafft, Fairytale betritt die Bühne, vor der sich bereits eine Anzahl Fans versammelt hat, um ihre Band für die Aufnahmen auch richtig auzufeuern. Mit einem Gitarren-Intro "Renepo" legt man musikalisch gleich richtig los und brennt die erste Melodic Rock-Wunderkerze ab. Wohlgemerkt musikalisch, denn man merkt den Musikern die ungewohnte Situation durchaus an. Und so erscheinen Mimik und Gestik noch etwas sehr zaghaft und hölzern. Nur der Drummer hart bereits den richtigen Schalter gefunden und tracktiert die Felle und Kessel, als gebe es kein Morgen.
Mit "Neverland" tritt auch zum ersten Mal Frontfrau Susann Klaus ans Mikro, und auch sie kämpft sichtlich mit sich bzw. ihrem Lampenfieber. Nichtsdestotrotz ist auch Neverland ein recht flotter melodischer Rock-Song mit einigen progressiven Ausflügen.
Erst Susanns Lieblingssong "Hotel New Hampshire" bricht den Bann und die eigentliche Show kann beginnen. Gleich kommt auch echte Live-Stimmung auf.
Spätestens bei "All Days remaining" beginnt der Schweiß zu fließen. Und auch wenn Susann nicht gerade zu den Derwischen unter den Frontfrauen gehört, hat sie endlich den Spaß an der Sache, den die Fans sehen möchten. Klar, dass ihre Kollegen schneller in die Show gefunden haben, denn die haben schließlich ihre Instrumente zu bearbeiten.
Der sanfte Start bei "Break down the Silence" täuscht nicht hinweg, dass hier wieder ein richtiger Tiger lauert. Interessante Themenwechsel, gelungene Soli und ein harmonisches Duett von Rainer und Susann werten den Song auf zu einem der Highlights der Show.
Es muss jedoch nicht immer Vollgas sein. Das mit Rainers tiefen Vocals vorgetragene "Loosing your Aims" setzt auf Intensität und Gefühl. Susann hält sich diesmal etwas zurück und hilft hauptsächlich beim Refrain. Ohne übertriebenem Pathos gelingt, abgesehen von einen Schluss-Spurt, eine blitzsaubere Ballade.
Mit "Gimme a little" folgt dann der erste partytaugliche Hit. Der Song geht gnadenlos nach vorne, verzichtet dabei zunächst auf einige komplexen Beiwerke. Erst im Mittelteil dürfen sich die Gitarren, Keys und Drums wieder richtig austoben.
Ganz im Stile der Vorgänger wird "Time to wonder" der passende energiegeladene Schlusspunkt gesetzt und der Show ein würdevoller Ausklang beschert.
Apropos Ausklang... Klar es folgt ja noch das "Medley" als quasi Zugabe, welches an die guten alten Fairytale-Balladenzeiten erinnert.
Und dann ist die Show auch schon wieder vorbei. Aber im Gegensatz zu Live, kann man schließlich nochmal die Play-Taste drücken.
Wer übrigens von den Aufbau-Aktivitäten nicht genug bekommen kann, der hat die Gelegenheit sich die Sache, untermalt mit Musik, unter Features genauer anzusehen. Gleich drei Versionen hat man drauf gepackt. 1:30 Min. für die Ungeduldigen, 5:40 für die Neugierigen und ganze 9:00 Min. für die Süchtigen. Viel Spaß...
Fazit: Nach kleinen Anlaufschwierigkeiten nimmt die Show dann doch recht schnell Fahrt auf und Fairytale präsentiert sich engagiert und in prima Spiellaune. Einzig der Hingucker Susann sollte zukünftig doch etwas quirrliger auf der Bühne agieren.
Die Einstellungen sind variabel und rücken die einzelnen Musiker immer ins rechte Licht. Auch Effekte und Beleuchtung werden unterstützend und nicht zum Selbstzweck eingesetzt. Und letztendlich hatte der Meister am Schnittpult eine glückliche Hand bewiesen und jeden Song in seinem Wesen bildlich umgesetzt.
Angesichts der Tatsache, dass es sich um eine Eigenproduktion handelt, gibt es gleich doppelt nichts zu meckern. Da haben schon deutlich bekanntere Bands bei dem Unternehmen DVD eine totale Bauchlandung hingelegt.
Umso erfreulicher ist es, dass man auch mit der nötigen Portion Herzblut eine exzellente Leistung abliefern kann und den "Großen" damit die Stirn bietet. |
Tipp:
| | Für alle, die anspruchsvolleren Melodic Rock mögen und auch Frontfrauen in der Rock-Welt eine Chance geben, werden hierbei sicherlich ihre Freude haben. Für mich ist es ein kleiner Edelstein unter den vielen glanzlosen Kieseln des Jahres 2007. |
Titel-Liste:
| | - Renepo
- Neverland
- Hotel New Hampshire
- Wake up
- All Days remaining
- Break down the Silence
- Loosing your Aims
- Gimme a little
- Tonight
- Things to regret
- Caught within
- Time to wonder
- Medley
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Laufzeit:
DVD-Format:
| | PAL 0, 16:9 anamorph, 2.0 PCM Stereo |
Band-Infos:
| | www.fairytale-online.de  |
Kaufen:
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