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Review: Earthride |
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Album:
| | VAMPIRE CIRCUS, 2005, Southern Lord |
Stil:
Wertung:
| |  5,5 von 7 Punkten | | J.G., 21.03.2006 |
Review:
| | Hier wurde wieder einmal ein feines Scheibchen über den großen Teich kommend bei uns an Land gespült. Auch wenn es einem zuerst vorkommt, als wäre das Album in einer gut verkorkten Flasche schon um die 30 Jahre unterwegs gewesen, tut dies dem Hörgenuss keinen Abbruch.
Nicht nur rein äußerlich haben sich die Jungs aus Maryland mit ihren Sonnenbrillen kaum von den guten alten 70ern fort bewegt. Da werden gleich mal knarrende und jaulende Gitarrenwände aufgebaut und mit brachialer Unterstützung der Rhythmustruppe metertief in den Boden gerammt. Manchmal wird ein kleines Fenster in der Mauer geöffnet, um das eine oder andere Gitarrensolo raus zu lassen.
"Fighting the Devils inside you" macht es der Nackenmuskulatur schwer, den Kopf still zu halten, wenn die brutal tief gestimmten und angezerrten Gitarren ihre Riff-Furchen in den Boden ziehen. Nicht weniger knarrend ist die Stimme des Frontmanns, der sich bestimmt einige Motörhead-Scheibchen mit Lemmy's Reibeisen-Stimme genauer angehört hat. Interessant sind auch die leicht forciert gespielten Gitarrensolos, die den ersten Eindruck harmonisch abrunden.
Ähnlich dem Knarren einer ausgetretenen Holztreppe sorgen auch bei "Understand" und dem Titel-Song "Vampire Circus" die extrem tiefen Gitarren für haushohe Doomwellen, die gnadenlos den eingeschlagenen Kurs Richtung Wernicke-Zentrum *) verfolgen.
"Dirtnap" beginnt etwas dynamischer als die Vorgänger und lässt endlich mal den guten alten analogen Synthie-Sound vom Stapel, wie es Procol Harum nicht besser machen hätten können. Manche der Gitarren-Solos versprühen schon fast Sanatana-Flair.
Mit dem sanften "Interlude" wird dann der zweite Teil der CD eingeläutet. Ein bisschen ist der Unterschied zu merken. "God's own Medicine" ist deutlich flotter gestrickt als die Vorgänger und nicht mehr so melodisch.
"Loss" beginnt mit Psychedelic-Sounds, bis nach einer Minute dann die Spur gewechselt wird und die Welle ein stückweit die bekannte Doomschiene entlang rollt.
In einen wahren Geschwindigkeitsrausch verfällt die Band bei "For Wrath and Ruin" ohne aber nur einen Zentimeter vom knarrend wabbernden Sound abzuweichen.
Aber auch "In the World I live" und der letzte Titel "Swamp Witch" können mit ein paar Neuigkeiten überraschen. Hier passt wohl die Bezeichnung Progressive Doom Metal am besten. Tempowechsel, jede Menge Riffs und Synthie-Gitarren-Zweikämpfe, besonders beim letzten Track, sorgen hier gehörig für Abwechslung.
Fazit: Hier wird jede Menge Nostalgie geboten, die immer wieder mit kleinen Überraschungen gespickt ist, sodass es schon mehrere Durchläufe braucht, bis man alles gefunden hat. Lediglich der etwas abrupte Schluss und das Fehlen eines totalen Überfliegers könnten vielleicht ein Haar in der Suppe sein, wenn man lange genug suchen möchte. Glatzenträger sind hier eindeutig im Vorteil.
*) Hörzentrum im Gehirn (Anm. d. Red.) |
Tipp:
| | Wer wabbernde, steil aufragende Gitarrenwände und etwas flottere Rhythmen als bei Grand Magus liebt, der kann, na was sage ich, der sollte hier zugreifen. Für "musikalische Kinder" der 70er besteht sowieso Kaufpflicht. |
Titel-Liste:
| | - Fighting the Devils inside you
- Understand
- Vampire Circus
- Dirtnap
- Interlude
- God's own Medicine
- Loss
- For Wrath and Ruin
- In the World I live
- Swamp Witch
|
Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.earthridedoom.com
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