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Review: Epica
 
THE SCORE

Album:
 THE SCORE, 2005, Transmission

Stil:
 Epic (Metal)

Wertung:
 4 von 7
4 von 7 Punkten
 J.G., 21.10.2005

Review:
 Spätestens seit dem wir gelernt haben den Mund zu öffnen, wenn die Mama oder der Papa mit treuherzigem Blick versuchen uns leckeres Karottengemüse oder Spinat einzuflößen, müssten wir es eigentlich wissen: Es ist nicht immer das drin, nach was es aussieht. Auf meinem Stühlchen sitzend, habe ich die Chance den wohlschmeckenden Löffelinhalt ziemlich schnell, frei nach dem Verursacherprinzip, postwendend dem Absender ins Gesicht zu spucken. Bei einer gekauften CD ist das ungleich schwerer.
Ich kann ja durchaus die Argumente der Epica-Truppe verstehen, wenn sie sagen, dass sie sehr viel Arbeit damit hatten und der Film-Fuzzy letztendlich nur einen Bruchteil ihres Materials haben wollte. Wegschmeißen kam nicht in Frage, also rauf auf 'ne CD und ab in den Laden. Epica steht hoch in der Gunst der Konsumenten, es wird also schon ein paar Leute geben, die zugreifen.

Unbestritten bekommt man auf dem Silberling vier Tracks mit Gesang von Simone Simmons geboten, die aller erste Sahne sind. Ähem, sagte ich vier? Falsch, es sind drei Songs "Solitary Ground", "Quietus" und "Trois Vierges", letzterer in zwei Varianten.
Ansonsten muss man sich mit 16 mehr oder weniger anspruchsvollen Instrumental-Tracks herumschlagen.
Kann man zum Beispiel beim Intro "Vengeance is mine" oder "Mystica" noch eine gewisse Spannung und Steigerung verspüren, so dümpeln doch einige Stücke etwas haltlos, atmosphärisch und ausgedünnt durch Raum und Zeit. Der Song "Under the Aegis" ist ein repräsentativer Vertreter für Konfussion. Dachte ich doch, dass es drei Songs seien und nicht ein Song mit verschiedenen Themen. "Geschickt entkoppelt", würde der Elektrotechniker sagen. Es fehlen eben die optischen Reize eines nicht vorhandenen Films. Am Einschlafen gehindert wird man lediglich durch die selten einsetzenden Tusch-ähnlichen Passagen.
Fazit: Nun, die einen werden es genial finden, weil sie gerne Film-Musik hören, die anderen werden nebenbei "Herr der Ringe" lesen und träumen ("Hunde, wollt ihr ewig rocken?" wäre eher unpassend), wieder andere haben vielleicht Sex mit ihrem Partner - aber vorsicht, ich bekam keine orgasmischen Gefühle...
Es muss jeder für sich selbst entscheiden, ob vier Gesangsparts genug sind. Die drei Gesangs-Parts und die zwei besten Instrumentals auf eine EP und der (Rein-)Fall wäre vermieden. Ansonsten muss sich die Epica-Combo gefallen lassen, dass gefrustete Käufer Worte wie "Etikettenschwindel" in den Mund nehmen. Schade, die Band nimmt durch solche Aktionen meistens immer mehr Schaden als so manch geldgieriger Label.
Eigentlich wären 3,5 Punkte angesagt. Lediglich die Spieldauer rettet die 4,0 über die Ziellinie.

Tipp:
 Was soll ich hier empfehlen? Epica-Fans: Finger weg! Es ist Filmmusik ohne Film und mit zu wenig Inhalt, um als reine Stand-alone-Unterhaltung Freude zu bereiten.

Titel-Liste:
 
  1. Vengeance is mine
  2. Unholy Trinity
  3. The Valley
  4. Caught in a Web
  5. Insomnia
  6. Under the Aegis
  7. Trois Vierges
  8. Mystica
  9. Valley of Sins
  10. Empty Gaze
  11. The alleged Paradigm
  12. Supremacy
  13. Beyond the Depth
  14. Epitome
  15. Inevitable Embrace
  16. Angel of death
  17. The ultimate Return
  18. Trois Vierges
  19. Solitary Ground
  20. Quietus

Laufzeit:
 63:32 Min.


 
 
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