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Review: Eternal Oath
 
RERELEASED HATRED

Album:
 RERELEASED HATRED, 1996-99/2006, Black Lodge

Stil:
 Melodic Death Metal

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 J.G., 18.07.2006

Review:
 Über eine Re-Release gibt es eigentlich wenig Neues zu sagen, wenn über die Scheibchen schon in der Vergangenheit ausführlich berichtet wurde.
So versuchen nun auch die Melodic Death Metaller Eternal Oath aus Schweden die Lücke bis zum nächsten richtigen Album mit neuaufgelegtem Altmaterial zu füllen. Das sie sowieso nicht gerade zu den Output-stärksten Bands zählen, ist dies sicherlich eine Möglichkeit, wieder etwas auf sich aufmerksam zu machen.
Ob Fans allerdings schwach werden ist zu bezweifeln. Warum sollte man dieses Album kaufen, wenn man schon die beiden Rundlinge SO SILENT und THROUGH THE EYES OF HATRED in seiner Sammlung stehen hat? Wegen dem besseren Klang der Remasters? Wegen dem einen Bonus-Song? Naja, das sind für mich etwas schwache Argumente, obwohl es scheinbar in letzter Zeit bei vielen Labels ziemlich in Mode gekommen ist.
Dieses Album ist besser für die jenigen geeignet, denen Eternal Oath mit seinem unverwechselbarem Melodic Death Metal bisher zwischen die Ohren durchgeflutscht ist. Zugute halten kann man den Jungs, dass sie schon mit der Wahl des Album-Titels RERELEASED HATRED nicht vortäuschen etwas Neues auf den Markt zu werfen und dass sie den Silberling mit 72:53 Min. fast bis zur letzten Rille voll gefüllt haben.
Für Insider, die vielleicht doch ihre Sammlung aus den 90ern modernisieren möchten, hier in Kürze: Song 1-6 sind von der Mini-CD SO SILENT (1996), Song 7-15 vom Album THROUGH THE EYES OF HATRED (1999) und Song 16 ist ein bisher unveröffentlichter Bonus-Song.

Für Neulinge hier die Highlights: Auch wenn man es nicht immer glauben mag, Death Metal kann saubere und interessante Melodien hervor zaubern. Wenn man die gernetypische Gitarren-, Bass und Drum-Arbeit und die Grunts dann auch noch mit symphonischen, orchestralen Elementen ausschmückt, ist man schon ziemlich nahe an der Wahrheit von Eternal Oath. Lediglich das meist hohe Tempo des astreinen Death Metal kann man bei dieser Kombination nicht fahren.

Nach den ersten nahezu sanften Klängen von "The Dawn" erwartet man kaum Death Metal Grunts. Die Melodic, der Mid-Tempo-Takt und die klar erkennbaren Gitarren Riffs verleihen dem Opener Gothic-Qualitäten.
Ebenso sanft wie der Opener, beendet "Dream Of Rising" den ersten Teil bzw. die 1996er Mini-CD SO SILENT und liefert einen musikalisch nahtlosen Übergang zum zweiten Teil bzw. dem Album THROUGH THE EYES OF HATRED.
Wie wichtig die Melodien sind, zeigen besonders Songs wie "Beyond Forgiveness" "When the Dreams die" und "Without Tears", die sofort voll überzeugen können. Letzterer hat durch den geschickten Einsatz orchestraler Synthie-Passagen sogar einen gewissen Ohrwurm-Charakter mit auf den Weg bekommen.
"Angel of Deception" und auch das spätere "Through the Eyes of Hatred" beweißen dann schon über weite Strecken richtige Death Metal Nackenbrecher-Headbanger-Qualitäten, wobei auch hier auf Rhythmen hart an der Geschwindigkeitsrausch-Grenze verzichtet wird, was einem letztlich auch die Nackenmuskulatur danken wird.
Bei "The funeral Winds" wird im Mittelteil sogar mit cleaner Stimme gearbeitet und die ansonsten dominanten langgezogenen Grunts haben kurzzeitig Pause. Abgerundet wird das Ganze mithilfe von dezentem Klaviereinsatz.
Gitarren-Soli und ein Synthie-Gitarren-Wettstreit kann man bei "Lost somewhere between" genießen.
Das Ende des offiziellen Teils leitet "Soulpoem" ein, der mit einer guten Portion Epic-Flair aufgepeppt wurde und sich schon fast an der Grenze des Wiking/Gothic Metals entlang hangelt.

Fazit: Heute gilt, wie schon damals. Man kann denken was man will, aber Bands die stimmlich auf Grunts setzen, werden kaum den großen kommerziellen Durchbruch schaffen - vielleicht wollen sie dies auch nicht...
Eigentlich wäre genügend musikalisches Potenzial vorhanden, hier mehr Zugeständnisse zu wagen, ohne sich und seiner Eigenständigkeit gänzlich untreu zu werden. Einen versuch wäre es doch wert, oder?
Das neue und lange ersehnte Album wird es zeigen, welchen Weg Eternal Oath verfolgen möchte.

Tipp:
 Fans, denen Death Metal am Herzen liegt, die aber gerne auch einmal bei gebremsteren Songs auf Grunts nicht verzichten möchten, finden hier genau die richtige Kost. Sicherlich muss man sich mit den Gegensätzen Melodic und Death Metal erst etwas anfreunden, bis es die volle Wirkung entfalten kann.

Titel-Liste:
 
  1. The Dawn
  2. Harmonic Souls Departed
  3. So Silent
  4. Insanity
  5. Eternal Rest
  6. Dream Of Rising
  7. Beyond Forgiveness
  8. Without Tears
  9. Angel of Deception
  10. When the Dreams die
  11. The funeral Winds
  12. Lost somewhere between
  13. Through the Eyes of Hatred
  14. The secret Flame
  15. Soulpoem
    - - Bonus Track - -
  16. The fevered Circle

Laufzeit:
 72:53 Min.

Band-Infos:
 
  • www.eternaloath.com 


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