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Review: Europe |
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Album:
| | SECRET SOCIETY, 2006, Sanctuary |
Stil:
Wertung:
| |  5 von 7 Punkten | | J.G., 19.10.2006 |
Review:
| | Mal abgesehen von dem damaligen Mega-Hit "The final Countdown", der wohl sicherlich zu einer der bekanntesten Melodic Metal Songs zu zählen ist, gab es auf dem damaligen gleichnamigen Album mit "On the Loose", "Rock the Night" und "Love Chaser" jede Menge erstklassige Songs. Was sie alle auszeichnete waren griffige Riffs und melodische Refrains, die einem schon beim ersten Durchlauf in den Bann zogen und nicht mehr so schnell losließen.
Soviel zur Vergangenheit. Seit damals gab es u.a. ein Reunions-Album START FROM THE DARK, welches schon mal grob die Richtung für die Zukunft vorgab.
Wie hat sich die Sache nun bis zum aktuellen Album SECRET SOCIETY weiter entwickelt?
Wenn ich den Opener und Titel-Track "Secret Society" an meinem Ohr vorbei flitzen lasse, kann ich einen durchaus mitreißenden Rock-Song vernehmen, der jedoch mit keinem Riff Erinnerungen an die (guten) alten Zeiten aufleben lässt.
Bei "Always the Pretenders" verhält es sich nicht wesentlich anders. Sanfter Start, anschließend etwas aggressive und dominante Gitarren und ein melodischer Refrain, der durchaus Ohrwurm-Charme besitzt, aber nicht unbedingt den Stempel Europe tragen muss.
Mit "Love is not the Enemy" und "Wish I could believe" schaut die Sache ziemlich ähnlich aus. Mal etwas flotter, mal im Mid-Tempo, könnten die Melodien auch von jeder beliebigen Alternative-Rock-Truppe stammen, die ihre Songwriting-Hausaufgaben zufrieden stellend auf Papier und in die Mikros bringt. Brillant bestechende Hymnen und richtiger Melodic Metal sind bisher noch nicht auf der Tagesordnung zu finden.
Ein erster kleiner Lichtblick zeichnet sich bei "Let the Children play" ab. Zumindest der Refrain bietet mit dem Einsatz eines Kinderchors eine gewisse Abwechslung und verleiht den ansonsten im Alternative Rock-Muster gestrickten Song eine interessante Note.
Auf das erste wirkliche Highlight muss man bis Track Sechs "Human after all" warten. Der Alternative-Ballast macht klareren Rock-Rhythmen, Gitarren-Soli und einem gewissen Deja Vu der ersten Stunden Platz. Das folgende "The Getaway Plan" kann da schon nicht mehr ganz mithalten.
Wer glaubt, dass nur die schnelleren Titel einen stilistischen Wandel erlebt haben, der wird spätestens bei der Ballade "A Mothers Son" eines Besseren belehrt. Ob es nur an der tiefen Stimme liegt, wage ich zu bezweifeln. Eines ist sicher, die Zeiten von "Carrie" und die damit verbundenen Tränenströme, egal ob aus Rührung oder einem Übermaß an Schmalz-Faktor sind endgültig Geschichte. Das heißt nicht, dass die aktuelle Ballade schlecht ist. Das Gegenteil ist der Fall, aber es ist eben ein neues Europe, dass sich mir präsentiert und an das ich mich vielleicht erst noch gewöhnen muss - ich aber nicht sicher bin ob ich es auch möchte.
"Forever Traveling" und "Brave and beautiful Soul" weisen an vielen Stellen stilistischen Bindeglieder zwischen der alten und neuen Europe-Area auf und gehören eindeutig in die Spitzengruppe dieser CD.
Der Abschluss mit "Devil sings the Blues" tendiert wieder (vielleicht ganz bewusst) in die gleiche Richtung, die bereits zu Beginn es Albums beschritten wurde. Hörenswerter Akustik-Gitarren-Start, interessante Gitarren-Soli und gefällige Hook-Line wissen im Alternative Hard Rock-Stil zu überzeugen.
Fazit: Ohne Zweifel, verstehen die Jungs, egal ob John Norum, Joey Tempest, Mic Michaeli und Co. immer noch ihr Handwerk. Von "alles verlernt" darf man wirklich nicht sprechen. Jedoch sehe ich ernsthaft Probleme bei Aufrechterhaltung dieser Marschrichtung, den Songs genügend Potenzial für eine Eigenständigkeit, wie sie zu Zeiten von THE FINAL COUNTDOWN bestand, mit auf den Weg zu geben. Vielleicht gelingt es Europe auch, die Fans mit der neuen und deutlich moderneren Richtung in ihren Bann zu ziehen. Die Konkurrenz macht es schließlich vor, mögen sie Blind Guardian oder Iron Maiden heißen. Jedoch sind dort die Übergänge (im gleichen Zeitraum) fließender erfolgt. |
Tipp:
| | Liebhaber von alternativ angehauchten Rock-Songs werden in jedem Fall sehr gut bedient. Europe-Fans der ersten Stunden und der 20 Jahre alten Mega-Seller werden ihre Erwartungen kaum erfüllt sehen und sollten erst probehören, bevor sie blind kaufen. Denn unabhängig von dem stilistischen Erdrutsch, ist es immer noch ein gelungenes Album. |
Titel-Liste:
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- Secret Society
- Always the Pretenders
- Love is not the Enemy
- Wish I could believe
- Let the Children play
- Human after all
- The Getaway Plan
- A Mothers Son
- Forever Traveling
- Brave and beautiful Soul
- Devil sings the Blues
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Laufzeit:
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Bandinfos |
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