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Review: Fair Haven
 
RIDE

Album:
 RIDE, 2005, Intercontinental Rock

Stil:
 Progressive Hardrock

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 R.Z., 21.07.2006

Review:
 Eines vorweg! Man möge mich für meine Stil-Einschätzung nicht steinigen, denn Fair Havens 2005er Album RIDE ist für mich toller Hardrock mit perfekt eingearbeiteten Prog-Elementen. Eine Mischung die man nun wirklich nur sehr selten findet.
Vor allem aber eine wirklich ansprechende Mixtur aus dem Hardrockgrundgerüst und erfrischend unkomplizierten Prog-Sequenzen, die sich vor allem in Tempowechseln und überraschenden, aber keinesfalls deplazierten Breaks äußern.

Diese Band hat neben einem beneidenswerten Gespür für einfache, aber tolle Melodien ein bemerkenswertes Händchen dafür die Tempowechsel und Breaks songdienlich umzusetzen. Ich bin wirklich beeindruckt!

Nun aber zu den Titeln!

Der Opener "Life Changes" liefert als Midtempo-Rocker einen guten Einstieg in das Album. Ihm folgt mein ANSPIELTIPP "Into the Unknown". Für mich repräsentiert kein anderer Song auf dem Album die Band und ihren Stil so präzise. Der Wunsch auf's Gaspedal zu treten verfliegt keineswegs durch die hier wirklich blitzsauberen Tempowechsel. Ein wahrer Genuß für Freunde einfachen, aber extrem hörenswerten Prog-Rocks. Der Song "Asking forever (Why?)" knüpft nahtlos in punkto Ausrichtung an den Vorgänger an, garniert von dem einen oder anderen schönen Break. Auch hier wieder toll in den Song eingearbeitet und ich ziehe meinen Hut noch tiefer.

"Ride into the Sun" ist mal Ballade, mal Halbballade, was wieder zeigt, wie einfallsreich die Prog-Elemente ihren Einzug in die Songs finden. Es finden sich sogar ein paar locker-flockige Pop-Etappen. Ich bin fast versucht dem Song das Prädikat Prog-Pop (Gibt's den Begriff schon? Wenn nicht habe ich ihn gerade erfunden!) zu verleihen, was übrigens in keinster Weise negativ gemeint ist, sondern von mir vehement gegenteilig proklamiert wird!
Als nächstes folgt mit "Cunning Plan" einer der drei Kurztracks der Scheibe. Schade, dass man ihm nicht mehr Zeit eingeräumt hat, denn der hätte das Zeug zu einem fantastischen Instumental!
Der Song "Healer" ist ein abwechslungsreich arrangierter Rock-Stampfer, der vor allem durch seine völlig im Gegensatz zueinander stehenden Bridge- und Chorus-Sequenzen besticht. Und wieder finden sich einige perfekt eingebettete Tempowechsel. Das folgende "Chaincrusher" könnte der kleine Zwilling seines Vorgängers sein und erinnert mich in den rockigen Parts an alte W.A.S.P.-Songs, was dem Song sehr gut zu Gesicht steht.
Den danach anstehenden Kurztrack "Polish my Ferrari" könnte man nominell als Fun-Track abtun, wobei ich eher dazu neige, dass die Jungs besser gefahren wären, hätten sie ihn "Polish my Steinway" getauft.
"No one's Home" ist ein sehr radiotauglicher Song, der einem ein wundervolles Unplugged-Feeling beschert. Es wäre schön, wenn die eine oder andere Station dem Song mal eine Plattform bieten würde, denn verdient hätten er und die Gruppe es allemal.
Nach dem letzten Kurztrack "Sincere" endet das leider kurze Ringelreihen des Silberlings im Player mit dem Prog-Rocker "Before the dawn". Ein feines Akustik-Intro, die schon von den anderen Song bekannten songdienlichen Tempowechsel und ein leicht balladesker Chorus charakterisieren den Schlusspunkt des Albums.

Fazit: Ein gutes und mit jedem Durchlauf ansprechenderes Hardrock-Album mit perfekt integrierten Prog-Elementen, das mich in vielerlei Hinsicht an Marayas NO HOPE FOR HUMANITY? erinnert. Und genau das würde ich den Jungs von Fair Haven als Inspirationsquelle ans Herz legen wollen. Mir sind die Lead-Guitar-Elemente ein wenig zu spärlich und ich würde mir etwas mehr emotionale Tiefe beim Gesang wünschen. Sehr schade finde ich, dass sich in der schon sehr spärlichen halbstündigen Spielzeit gleich drei Kurztracks finden. Da hätte man mehr draus machen können.

Tipp:
 Auf jeden Fall ein Tipp für Freunde des guten unverspielten Hardrocks, die dem Wordteil "Prog" in diesem Review ruhigen Gewissens eine Chance geben dürfen. Eine wirklich faszinierende Mischung erwartet jedem Rockfan, der RIDE eine Chance gibt. Und das sollte man!

Titel-Liste:
 
  1. Life Changes
  2. Into the Unknown
  3. Asking forever (Why?)
  4. Ride into the Sun
  5. Cunning Plan
  6. Healer
  7. Chaincrusher
  8. Polish my Ferrari
  9. No one's Home
  10. Sincere
  11. Before the Dawn

Laufzeit:
 31:51 Min.


 
 
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