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Review: Giuntini Project |
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Album:
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | J.G., 29.07.2006 |
Review:
| | Was kommt dabei heraus, wenn Gitarren-Virtuose auf Goldkehlchen trifft? Schwer zu sagen. Natürlich ist man geneigt zu vermuten, zwei Virtuosen können nur Mega-Qualität abliefern. Leider ist dies in der Vergangenheit schon oftmals schief gegangen, besonders dann, wenn jeder seinen Dickschädel durchsetzen wollte.
Ganz anders bei diesem Album. Es erfüllt genau das, was man sich wünschen würde, eine rundum gelungene Sache, die nur so vor Spielfreude und Power strotzt.
Es würde niemanden überraschen, wenn manche Musiker irgendwann einmal einfach genug vom Show-Biz hätten. Tony Martin ist einer dieser Kandidaten. Wer erinnert sich noch an seinen Einsatz bei Black Sabbath? Zuerst soll er als Lückenbüser herhalten, liefert dabei aber einen tadellosen Job ab und wird letztendlich gefeuert, weil sich gewisse ex-Bandmitglieder breitschlagen lassen und ihre angestammten Plätze wieder einnehmen.
Da sieht es bei der Zusammenarbeit mit dem italienischen Gitarren-Spezi Aldo Giuntini schon anders aus. Dieser nutzt gekonnt die Stärken von Tony und schneidert ihm quasi jeden Song auf den Leib. Natürlich gehört hier jede Menge Können und das gewisse glückliche Händchen, um Theorie perfekt in die Praxis umzusetzen.
Mit Vollgas und ab durch die Mitte startet der Opener "Gold Digger" die knappe Stunde des Heavy Metal Projekts von Giuntini. Da wird schon von Anfang an gezeigt, was die beiden Hauptakteure zu bieten haben, Gitarrenriff-lastigen Metal an der Grenze des Power Metal gepaart mit Ausnahme-Stimmqualitäten. Jau, da kommt Freude auf.
"Not connected" und auch das spätere "Early Warning" setzen genau dort an, wo der Opener geendet hatte. Wirklich hörenswert sind hier die wilden Gitarren-Soli-Orgien des Namesgebers. Leider zu schnell zum Nachspielen für jeden Luftgitarren-Liebling.
Mit "Que es la Vida" hat man eindeutig die Mid-Tempo-Weiden des Meisters Ronnie James Dio erreicht, dem Tony durchaus das Wasser reichen kann, wenn er nur wohl genug fühlt.
Das arabisch angehauchte Instrumental "Tutmosis IV - Tarantula" bietet den Zuhörern eine stimmliche Verschnaufpause und obwohl ich eigentlich nicht zu den "stimmlosen" Liebhabern zähle, verbeuge ich mich hier gerne vor dem Meister der Flitzefinger.
Ihren Mut beweisen die Herren mit dem groovenden Song "Anno Mundi". Dieser könnte glatt als Fortsetzung von Tony Martins Black Sabbath-Zeiten durchgehen, wäre jetzt nicht schon 2006.
Nach Groove folgt Up-Tempo. "Disfunctional Kid" brennt wieder das bereits bekannte Riff-Feuerwerk ab und Tony Martins Stimme macht auch eine Oktave höher noch eine gute Figur.
Schweren walzenden Groove bietet der Song "The closest Things to Heaven", der jedoch nicht mehr in vergangenen Zeiten schwelgt, sondern neuzeitlich und frisch wirkt.
Viel Gefühl und nicht nur perfekte Flitzefinger-Arbeit demonstriert Aldo bei seinem zweiten Instrumental "Memories in the Sand", das trotz des gemäßigten Tempos auch nach fünf Minuten noch nicht langweilig wird.
Mit einem Paukenschlag hat das Album begonnen. Ebenso fulminant wird das Ende mit dem Song "Tarot Warrior" eingeläutet. Perfekte Performance - ich ziehe meinen virtuellen Hut.
Fazit: Einen durch und durch überzeugende Leistung beider Hauptakteure. Aldo schafft sich genügend Freiraum für seine brillanten Gitarren-Eskapaden und Tony Martin zeigt alle Facetten seines stimmlichen Könnens. Dies alles gekleidet in modern verpackten Heavy Metal, bedeutet Hörvergnügen auf der ganzen Linie. "We are waiting for IV!" Vielleicht diesmal etwas früher? |
Tipp:
| | Tony Martin Freunde erhalten endlich wieder ein Album des Meisters, das energiegeladen die ganze Palette seines Könnens zeigt. Wer gitarrenlastige Heavy Metal Songs mit einer Ausnahmestimme liebt und auch gegen etwas Black Sabbath-, Dio- oder Rainbow-Flair nichts einzuwenden hat, der findet hier einen richtigen Edelstein für seine Sammlung. |
Titel-Liste:
| | - Gold Digger
- Not connected
- Que es la Vida
- Early Warning
- Fool Paradise
- Tutmosis IV - Tarantula
- Anno Mundi
- Disfunctional Kid
- Mourning Star
- Trouble just keeps coming
- The closest Things to Heaven
- Memories in the Sand
- Tarot Warrior
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Laufzeit:
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