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Review: Guerilla Radio
 
NATIVE SPEAKER

Album:
 NATIVE SPEAKER, 2006, NovaTune

Stil:
 Crossover

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 M.U., 21.06.2006

Review:
 "Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nahe liegt!" Diese Weisheit wird wieder einmal von der jungen deutschen Band Guerilla Radio eindrucksvoll untermauert. Die vier Musiker der 2004 in der Pfalz (Raum Kaiserslautern/Pirmasens) gegründeten Band stellen mit NATIVE SPEAKER ihre neue CD vor. Die Stilrichtung ist, so die Aussage der Bandmitglieder selbst, eine Mischung aus Rage against the Machine, Audioslave, Red Hot Chilli Peppers und Korn, also eine Mischung von Hip-Hop-, Rap- und Metal-Elementen; bekannter auch unter dem Stichwort "Crossover". Manche Songs tendieren sogar in Richtung Linkin Park.
Und in der Tat. Wenn man nicht wüsste, welche Scheibe man gerade in den CD-Player eingelegt hat, könnte man beim ersten Titel "SpitFire" schon eher auf Rage against the Machine oder Korn tippen. Rockig, rappig und aggressiv fangen sie an. Garniert wird das Ganze mit ein paar schrägen Gitarrenriffs, die schon fast sägend klingen. Der Sprechgesang passt voll in ihre Stilrichtung; sie haben nicht zuviel versprochen.
Mit "P.R.I.D.E." geht es im gleichen Stil weiter, wobei man hier auch Einflüsse von Linkin Park erahnen kann. Typisch dafür ist der harte und rockige Anfang, der im Laufe des Songs in immer melodiösere Klänge übergeht.
Der nächste Song "Hatred" beginnt ebenso rockig wie die Vorgänger. Jedoch der etwas gequälte Gesang, der sehr monoton wirkt, kann mich nicht so recht überzeugen. Man versucht hier den Vorbildern nahe zu sein, was allerdings nicht so ganz gelingt. Dieser Song ist wohl nicht die beste Vorstellung dieser CD.
Der vierte Song "Land of the Tamed" beginnt mit einem kurzen Bass-Solo, so wie man es auch von den Red Hot Chilli Peppers her kennt. Ansonsten bleiben sie ihrer Stilrichtung voll und ganz treu, was auch gut so ist.
"Shot" beginnt extrem schräg, schrill und krass. Ganz im Stile von Rage against the Machine (man könnte fast meinen, das sind Ihre Vorbilder), kehrt aber schnell wieder zur Normalität zurück. Zum Glück! Eine dann doch angenehme Mischung aus Rock, Metal und Hip-Hop, die fast zu einem Ohrwurm werden könnte.
Daran schließt sich der Song "Twizzlers" an. Dieser Song beginnt zwar auch ziemlich schräg, hält sich aber im Vergleich zum zuvor Gehörten in Grenzen. Das Ganze ist ebenfalls gelungene Mischung aus harten Metal, Hip-Hop, Rap und melodiösen Elementen. Gemischt mit tollen Gitarrenriffs kommt der Song erstklassig rüber und geht einem sofort ins Ohr.
Mit "Right now" präsentieren sie sich ein bisschen melodiöser und ruhiger. Eine Ballade und eine Art Lovesong, was allerdings nicht immer zum Repertoir von ihnen gehört. Ein sehr ruhiges Lied, speziell in Hinsicht auf die vorherigen Titel.
Dafür geht es mit "Drive" wieder richtig zur Sache. Der Anfang erinnert einen ein bisschen an den Song "Take a look around" von dem Limp Bizkit, der auch von ihnen für den Kinofilm "Mission Impossible" geschrieben wurde bzw. verwendet wurde. Man sollte sich dazu im Vergleich einfach einmal die CD CHOCOLATE STARFISH AND THE HOT DOG FLAVORED WATER anhören.
"Rise of the Sun" ist letzte Song auf dieser CD und wohl der bekannteste Song dieser Band. Er war schon auf ihrer Demo-CD zu hören. Mit diesem Lied möchten sich Guerilla Radio vor einem ihrer Idole, Rage against the Machine, verbeugen.

Fazit: Eine durchaus gelungene Scheibe dieser jungen deutschen Band. Man hat zwar das Rad nicht neu erfunden, aber man bewegt sich stilsicher auf bekannten Pfaden. Auch darf man nicht vergessen, dass es sich eigentlich um ihr erstes richtiges Album handelt. Die zuvor erschienene CD RISE OF THE SUN war ihren Angaben nach, nur eine Demo-CD. Für uns legten sie noch eine Multimedia-CD mit Bandinfos, Bildern und Videos bei. Es wäre schön, wenn man diese CD etwas aufpeppen würde (d.h. professioneller gestalten) und dem Album beilegen könnte. Würde dem Erfolg dieser Scheibe sicherlich ein gutes Stück voran bringen.

Tipp:
 Auf jeden Fall eine gutgemachte und solide CD, die zu kaufen sich wirklich lohnt; stellen sie doch eine sehr interessante Alternative zu den bereits etablierten Bands dar. Hoffentlich setzen sie sich durch...

Titel-Liste:
 
  1. SpitFire
  2. P.R.I.D.E.
  3. Hatred
  4. Land of the Tamed
  5. Shot
  6. Twizzlers
  7. Right now
  8. Drive
  9. Rise of the Sun

Laufzeit:
 34:20 Min.

Band-Infos:
 
  • www.guerilla.radio.ms 


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