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Review: Halford
 
METAL GOD ESSENTIALS VOL. 1

Album:
 METAL GOD ESSENTIALS VOL. 1, 2007, Frontiers

Stil:
 Heavy Metal

Wertung:
 6,5 von 7
6,5 von 7 Punkten
 J.G., 02.06.2007

Review:
 Gerade am absoluten Höhepunkt der Karriere angelangt, verlässt Frontikone Rob Halford nach dem legendären Metal-Meilenstein PAINKILLER seine Judas Priest Leder-Recken. Eigentlich wurde im Sommer 1992 nur ein kleiner Soloausflug angekündigt. Warum er dann die Notbremse gezogen hat, erklärt er selbst mit musikalischen Fesseln, die ihm irgendwann zu eng wurden. Streitigkeiten mit dem Rest der Band taten ihr übriges. Als Konsequenz erfolgt der Ausstieg und das Suchen nach geeigneten Mitstreitern. Dass alleine der Name Halford in der Metalwelt schon zählt, kann man daran sehen, dass es nicht lange dauert, bis mit Russ Parish, Brian Tilse, Jay Jay und Scott Travis ein schlagkräftiges Line-Up gefunden wurde.
Rob Halford oft auch nicht ganz zu unrecht als Metal God bezeichnet, erregt nun sogar bei den eher sanfter veranlagten Italienern von Frontiers genügend Aufsehen für ein mehrteiliges Essentials-Werk.
Der von Halford eigens gegründete Label veröffentlichte das vorliegende Material bereits über iTunes und METAL GOD ESSENTIALS VOL. 1 ist nun der erste Audiovisuelle Teil in physikalisch greifbarer Form.
Schwerpunkte sind dabei die neueren Alben RESURRECTION (2000), LIVE INSURRECTION (2001) und CRUCIBLE (2002). Dass sich auf die Essentials noch ein Demo-Track und zwei neue Songs mit eingeschlichen haben werden die Fans sicherlich wohlwollend registrieren.

"Resurrection", Titeltrack des gleichnamigen Albums präsentiert Halford auf Judas Priests Fußspuren und in absoluter Top-Form. Ok, früher kamen die extrem hohen Passagen etwas sauberer, aber auch Rob wird nicht jünger.
"Made in Hell" vom gleichen Album legt den nächsten Brikett auf den Metal-Hexenkessel. Diesmal stimmlich in tiefen Regionen unterwegs ist des besonders der basslastige treibende Rhythmus, der diesen Song nach vorne peitscht. Die Gitarren könnten etwas klarer und schärfer abgemischt werden, aber das tut der Laune kaum Abbruch.
"Screaming in the Dark", der Titel ist Programm, wenn Robs Stimme wieder in höchste Regionen entflieht. Das aggressive Double-Bass-Drumming sorgt dabei für die richtige Erdung. Hier spielen die Gitarren nur wirklich bei den Soli eine Rolle, agieren dann aber an der langen Leine.
"Golgotha" tritt gehörig auf die Bremse. Hier regieren Doom-artige fette, schleppende Gitarren-Riffs und kreieren eine Metal-Ballade, die nicht sofort zum Kuscheln einlädt. Spätestens nach der Hälfte und dem brutalen Break ist Schluss mit lustig. Double-Bass und rasend schnelle Gitarren-Soli lassen kaum noch Schmuselaune aufkommen, auch wenn gegen Ende wieder auf die anfängliche Geschwindigkeit reduziert wird.
Ein sanfte Rob? Na klar, warum nicht? "Silent Screams" lassen es gemächlich angehen und mit ungewöhnlich sanften Klängen gibt Rob ebenfalls eine gute Figur ab. Dass hier die eine oder andere Gitarre etwas arg reinknallt, gehört eben dazu. Schließlich ist es Heavy Metal und nicht Pop-Musik.
Auch der Rest fällt qualitativ nicht ab.
Egal ob die knalligen Songs "In to the Pit" und "Nailed to the Gun", die mit Retro-Sound Anleihen aus Judas Priests 80er-Fundus agierende Ballade "Slow Down" oder die beiden Neulinge allen voran das nach vorne stürmende "Forgotten Generation" und das nicht minder treibende "Drop out".
Ohne meinen persönlichen Favoriten "War of Words" kann der Test natürlich nicht enden. Hier zeigt Rob, was stimmlich noch möglich ist und seine Mannen feuern dafür die richtigen Gitarren-Salven ab und das Drumming erledigt die Aufgaben der schweren Artillerie.

Fazit: Der erste Teil wird in allen Belangen seinem Metal God Essentials-Anspruch gerecht. Dabei habe ich die beigelegte DVD noch gar nicht berücksichtigt, die neben zwei "Behind the Scenes"-Berichten noch sechs recht überzeugende Videos/Live-Mitschnitte bietet. Was will man mehr, außer vielleicht den nächsten Teil Vol. 2.
Nur etwas mehr produktionstechnische Sauberkeit hätte ich erwartet. Manchmal hätte mehr Druck nichts geschadet, bei einigen Gitarren fehlen die Höhen und auch sonst sind noch ein paar Kleinigkeiten, die der höchsten Punktzahl einen Riegel vorschieben.

Tipp:
 Toller Einstig für alle, die Halford als Solist bisher nicht weiter beachtet haben. Hier sollte man einen Blick riskieren und es bestimmt nicht bereuen.

Titel-Liste:
 
    - - CD 1 - -
  1. Resurrection
  2. Made in Hell
  3. Screaming in the Dark
  4. Golgotha
  5. Silent Screams
  6. Crystal
  7. In to the Pit
  8. Nailed to the Gun
  9. Slow Down
  10. Locked and loaded
  11. Forgotten Generation
  12. Drop out
  13. War of Words
  14. Sun
  15. Trail of Tears
  16. Redemption European Mix
    - - Bonus-DVD - -
  1. RESURRECTION - Behind the Scenes
  2. LIVE INSURRECTION - Behind the Scenes
  3. Made in Hell
  4. Betrayal
  5. In the Morning
  6. Silent Screams
  7. Never Satisfied
  8. Forgotten Generation

Laufzeit:
 CD: 72:56 Min.

Band-Infos:
 
  • www.halfordmusic.com 


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