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Review: Han Jin Oakland |
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Album:
| | IT'S JUST A FUCKIN' DEMO, 2006, Arco Records |
Stil:
Wertung:
| |  5,5 von 7 Punkten | | J.G., 22.10.2006 |
Review:
| | Kürzlich flatterte mir eine CD in ungewöhnlicher DVD-Box Verpackung auf den Tisch von einer mir bis dato unbekannten Band namens Han Jin Oakland. Im Unterschied zu manch anderen Eigenproduktionen war jedoch alles an Bord, was man heutzutage von einem richtigen Album erwartet. Eine kurze Band-Bio, die Lyrics und sogar ein nettes kleines Anschreiben. Soviel zu den Äußerlichkeiten. Was verbirgt sich wohl hinter einem Album mit dem Titel "...It's just a fuckin' Demo..."? Manch leidgeprüfte Zeitgenossen werden an dieser Stelle vielleicht schon die Segel streichen und die nächste Scheibe aus dem täglich wachsenden Stapel ziehen. Das wäre aber wirklich falsch! Denn um es vorweg zu nehmen, dieses Album ist weit mehr als nur eine Demo-Pressung.
Für den Opener "Take me Home" haben die Jungs gleich mal die extrabreite Latte aus dem Schuppen geholt und knallen sie jedem auf die Stirn, der sich nicht schnell genug weg duckt. Den Rest erledigen die (sicherlich nicht ganz unbekannten) Killer-Riffs, sodass es hinterher aussieht, als wäre eine Herde Gnus auf der Suche nach neuen Weideplätzen durchgezogen. Ach, Angus und Malcom Young haben geholfen?
Deutlich düsterer mit schwer rollendem Gerät pflügt "Parasite" seine Riffs durch die Gehörgänge. Die tiefgestimmten, groovenden Gitarren werden an der langen Leine geführt und dürfen in Soli zeigen, was sie sonst noch alles drauf haben. Der übersichtlich strukturierte Text sorgt hier unzweifelhaft für leichte Merkbarkeit.
Mit "Burn Bitch burn" habe ich so meine Probleme. Prinzipiell startet der Song in klassischer Manier und absolviert alles bis zum ersten Refrain mit Bravour. Jedoch schon hier flutschen an meinem Trommelfell etwas unpassenden Keyboard-Einstreuungen weniger hilfreich als vielmehr störend vorbei. Auch der brutale Break nach zwei Minuten wirkt mir zu künstlich. Die folgenden Gitarren-Soli und die anschließende Rückkehr zum Hauptthema stimmen mich jedoch wieder etwas versöhnlicher.
"Right now" startet mit Piano-Klängen als melodiöser balladesker Track, macht jedoch bald klar, dass es kein leicht dahin dümpelndes Liedchen ist, sondern das dicke Ende noch folgen wird. Er steigert sich tempo- und härtemäßig bis zu einem finalen Gitarren-Solo und Drum-Stakkato um danach fast etwas zu abrupt zu enden.
"A hopeless case" erinnert mich sofort an alte Frank Zappa-Songs. Der zweitlängste Song im Feld gehört meiner Meinung nach zu den kompositorischen und auch spielerischen Highlights, denn hier passt einfach alles. Die Riffs sind griffig, die Gesangslinie trifft die richtigen Töne (was sonst nicht immer zutrifft) und die Übergänge zwischen langsam groovenden und flott treibenden Passagen sind fließend. Gute Laune - garantiert.
Für alle, die noch etwas in den sanfteren Klängen des Vorgängers schwelgen, werden mit "Fuckin' Lies" herb aus dem Entspannungsschlaf gerissen. Gnadenlos, mit unbändiger Kraft fliegen hier die Riffs aus den Boxen, dass einem Hören und Sehen vergeht. Die tief gestimmten Gitarren spielen der Rhytmus-Fraktion voll in die Hände und zementieren einen meterdicken Belag auf's Parkett, der jedem Abrock-Headbander-Ansturm mühelos standhält.
Volles Kontrast-Programm ist mit "Anger" geboten. Der dritte Song mit mehr als fünf Minuten Spieldauer, bietet Abwechslung bis zum Abwinken ohne sich heillos in Stückwerk zu verlieren. Da ist zunächst der Slap-Bass dominante Einstieg, der langsam von aggressiv agierenden E-Gitarren abgelöst wird. Gleich einem Kanon wird das Grundthema beibehalten und alle neu hinzukommenen Hooklines laufen einfach parallel. Ein nicht ganz alltägliches Teil, das ebenfalls einen Haken in der Highlights-Liste bekommt.
Dagegen ist der thrashige Beginn von "Dying on Floor Number six" fast etwas zu roh und ungeschliffen. Der Beginn wohlgemerkt, denn der gefällige Refrain mit Ohrwurm-Charakter polarisiert den Song gewaltig.
Da ich bis jetzt noch keine Ballade gehört habe, werden die verdächtig klingenden Akustik-Gitarren wohl das letzte Stück auf diesem Album als solche einleiten. Und richtig, mit "Love of my Life" verrät nicht nur der Titel, dass hier ruhigere Töne folgen werden - oder doch nicht? Spätestens nach dem Gitarren-Solo ist die sanfte Schmusekatze vom Fensterbrett gesprungen und hat einem fetten Tiger Platz gemacht.
Fazit: Wie schon eingangs erwähnt, ist das Album deutlich mehr als nur eine Demo. Stilistisch und kompositorisch einfallsreich kann es über weite Strecken voll überzeugen. Die sehr gute Produktion hilft auch etwas darüber hinweg, dass so manches Melodie-Puzzle-Teilchen geschickt aus anderen Songs entliehen wurde, meist aber einen perfekt sitzenden Platz im eigenen Machwerk bekommen hat.
Potenzial ist schon jede Menge vorhanden. Die Gesangslinien treffen nach meinem Hörempfinden gerade im mittelhohen Bereich nicht immer den richtigen Ton und auch in den Lyrics könnte man neben "Fuckin'" noch etwas mehr Abwechslung rein packen, aber das sind alles Dinge, an denen man noch arbeiten kann und die dem Hörgenuss keine wesentliche Hürde in den Weg stellen.
Eigentlich fehlt nur ein Plattenvertrag und ein geeigneter Producer, der es versteht, den Finger so lange in die kleinen Wunden zu legen, bis sie sich geschlossen haben.
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Tipp:
| | Ihr habt 10.- EUR übrig und möchtet es in eine abwechslungsreiche Metal-Scheibe investieren? Dann schaut einfach auf die Seite der Jungs und bestellt das Album. Es lohnt sich in jedem Fall und nicht nur weil Porto und Verpackung nix extra kosten! |
Titel-Liste:
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- Take me Home
- Parasite
- Burn Bitch burn
- Right now
- A hopeless case
- Fuckin' Lies
- Anger
- Dying on Floor Number six
- Love of my Life
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Laufzeit:
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