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Review: Hotwire
 
DEVIL IN DISGUISE

Album:
 

DEVIL IN DISGUISE, 2006, MS-Productions


Stil:
 Hard Rock

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 J.G., 29.07.2006

Review:
 Jedes musikalische Zeitalter kann sich auf seine Heerscharen von Fans verlassen, die manchen Bands auch noch treu die Stange halten, wenn der Zug schon längst dreißig Stationen weitergefahren ist. Das dachten sich sicherlich auch die jungen Herren Andy Urbeck, Alex Espinosa, Tom Glas und Winnie Neumann, die mit ihrem Album DEVIL IN DISGUISE erfolgreich die längst vergangenen 90er Jahre wiederbeleben wollten.

Nicht nur das ziemlich einfach, aber dafür umso verführerische Cover-Art-Work weckt Lust auf mehr... Musik natürlich, was dachtet ihr Ferkel denn.
Mit einer ausgewogenen Mischung aus druckvollen Rocknummern, Mid-Tempo-Walzen und zuckersüßen Balladen wird man für eine gute dreiviertel Stunde zurück in die Vergangenheit gebeamt.

Schon der Opener "Waterfalls" macht durch den typischen Gitarrensound klar - "the 90th are back". Spätestens beim Refrain, der sich sofort in die Gehörgänge frisst, steht die musikalische Richtung zweifelsfrei fest.
Bei Titelsong "Devil in Disguise" hat man es meiner Meinung nach sogar etwas mit der Gefälligkeit übertrieben. Allzu zuckersüß trällert mir der Refrain entgegen. Da brauche ich erst eine gründliche Ohren-Entschmalzung, bevor es weiter gehen kann.
Die Cover-Version des T.Rex-Klassikers "Hot Love" wurde originell als Rock-Nummer umgesetzt, könnte aber bei einigen Marc Bolan Fans zu Kopfschmerzen führen.
Es folgt eine druckvolle Herzschmerz-Ballade "Wonderland", die mich musikalisch etwas an Songs der britischen U2 erinnern.
Dominante Basslinie und eingängige Gitarren-Riffs lassen "Ride the Night away" zu einem durchaus gefälligen Power-Rocker mutieren, bei dem besonders der Refrain sofort ins Ohr geht. Ein Gitarrensolo sorgt für die nötige Abwechslung.
"Feelings", wer hätte das gedacht, entpuppt sich als Akustik-Gitarren Ballade mit dezenter Chor-Unterstützung. So etwas habe ich schon lange nicht mehr auf einem Album angetroffen (vermutlich seit den 90ern) und versprüht durchaus einen gewissen angenehmen Charme.
Für alle, die sich auf weitere Intimitäten mit Freund/Freundin eingestellt haben, denen macht der flotte Hard Rocker "Skytrain" einen dicken Strich durch die Rechnung. Hier passt alles, von Refrain bis Solo gibt's die volle Punktzahl.
Nicht ganz so spartanisch instrumentalisiert wie "Feelings", aber dafür umso intensiver und leidenschaftlicher, erweicht die Ballade "Here I am" jedes steinerne Frauenherz in Sekundenschnelle.
Und erneut, unterbindet der klassische Hard Rocker "Escaping" jegliche Schmuse-Aktivitäten nach der vorangegangenen Ballade - wie gemein.

Fazit: Den Ingolstätern ist es auf ganzer Linie gelungen (leider mit etwas zu wenig Langzeitwirkung), die guten alten 90er mit ihrer Musik wiederauferstehen zu lassen. Dies ist sicherlich keine innovative Meisterleistung, aber muss es das auch immer sein? Erfolgreich ist das, was Spaß macht, und wer noch in den 90ern lebt, der wird hier standesgemäß bedient - Punkt!
PS: Ich hoffe ihr deutet meinen stellenweise geäußerten Sarkasmus nicht als Kritik. Ein Augenzwinkern wäre treffender...

Tipp:
 Alle Fans der Hard Rock- und Balladen-Klänge erhalten eine hervorragend produzierte Scheibe, die auf so mancher Retro-Party für gute Stimmung sorgen sollte.

Titel-Liste:
 
  1. Waterfalls
  2. Devil in Disguise
  3. Hot Love
  4. Wonderland
  5. Ride the Night away
  6. Feelings
  7. Skytrain
  8. I know
  9. Here I am
  10. Escaping
  11. Everything you want it

Laufzeit:
 45:48 Min.

Band-Infos:
 
  • www.hotwire-rock.de 


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