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Review: Insania Stockholm |
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Album:
| | AGONY - GIFT OF LIFE, 2007, Black Lodge |
Stil:
Wertung:
| |  6,5 von 7 Punkten | | J.G., 14.06.2007 |
Review:
| | Bereits seit 1992 versuchen der Gitarrist Henrik Juhano und der Drummer Mikko Korsbäck mit ihrer Band Insania Stockholm in der Power Metal-Szene Fuß zu fassen. Es soll jedoch noch Jahre dauern, bis sich die ersten Erfolge einstellen. Mit großen deutschen Vorbildern wie Gamma Ray, Blind Guardian und Helloween im Gepäck ist es sicherlich auch keine leichte Aufgabe den verwöhnten Fans überzeugendes Material anzubieten.
Als dann 2003 auch noch beide Gitarristen und der Keyboarder aus verschiedenen Gründen die Band verlassen, sitzt Mikko Korsbäck ziemlich einsam und verlassen auf seinem Schemel. Normalerweise der sichere Tod einer Band, gibt er jedoch nicht auf und findet tatsächlich genialen Ersatz.
Ob daraus jedoch auch ein geniales Album namens AGONY - GIFT OF LIFE entstanden ist, davon durfte ich mir schon vor der Veröffentlichung in good old Germany ein Bild machen.
Das an einen Film-Soundtrack erinnernde synthiedominierte Intro "Agony" wird sicherlich die kritischen Zweifler sofort auf die Barrikaden jagen mit Klagen wie: "Hilfe, was ist das?" oder "Metal und Keyboards passen nicht zusammen..". Ja, ja, das Gemotze kennen wir doch schon und warum soll man sich nicht auch mal vom Gegenteil überzeugen lassen?
Denn was danach abgebrannt wird, kommt einem Milleniumsfeuerwerk ziemlich nahe...
Schon der Opener "Facing my Destiny" zeigt die Nähe zu den Vorbildern. Es wird gnadenlos das Gaspedal durchgedrückt um die energiegeladenen Riffs auch mit dem nötigen Nachdruck auf die Lauscher der Fans zu pressen. Der Song trotzt von Anfang bis Ende mit melodischen Hooklines, die sofort hängen bleiben und es schaffen, gute Laune zu versprühen. Genau so kennt man es auch von den Vorbildern aus den 80ern und 90ern.
Fließend erfolgt der Übergang zum nächsten Titel "Hope", der mit ähnlichem Dampfdruck im Kessel die musikalische Marschrichtung fortsetzt. Lediglich einige (vorhersehbare) Breaks und eine etwas tiefere Gesangslage unterscheiden ihn von seinem Vorgänger. Interessant ist auch das Gitarren-Solo, welches deutlich Themen aus der Klassik (erinnert mich an Vivaldi) zu einem Metal-Leckerbissen aufbereitet.
Getragene Synthieklänge und ein mehrstimmiger Chor werden als Intro für "To live another Day" eingesetzt, bevor der diesmal etwas gezähmte Power-Motor gezündet wird. Hier treten die Gitarren auch einmal zurück in die zweite Reihe um den Mann am Mikro Ola Halén, den Vortritt zu lassen. Natürlich darf auch hier ein ausgedehntes Gitarren-Solo nicht fehlen. Diesmal liefert es sich sogar ein Duell mit den Keyboards.
"Gift of Life" ist nicht nur der Titelsong sondern eines der absoluten Highlights. Genial hier die zweite Gesangsstimme, die ihre eigene Melodielinie bekommt. Solche Duette hört man in diesem Genre nur äußerst selten. Musikalisch bietet er ebenfalls einige Highlights die man einfach in ihrer Gesamtheit genießen sollte und nicht zerreden.
Wer den inzwischen sicherlich in Strömen fließenden Schweißspuren Einhalt gebieten möchte, der kann dies am Besten bei der Power-Ballade "One Day" tun. Hier werden alle Register gezogen um dem Begriff Ballade gerecht zu werden. Eine schmachtende Gesangsstimme klettert die Tonleiter auf und ab, mehrstimmige Chöre unterstützen sie dabei. Sanfte Keyboard-Klänge reduzieren die scharfen Metal-Riffs und Akustik-Gitarren sorgen für Klarheit und Transparenz. Dabei driftet die Band jedoch nie auf die Schnulzen-Schiene ab, sondern bleibt metallisch genug.
"Fight for Life" startet mit einem Power-Paukenschlag, der mich zuerst an ihre Landsleute von Sabaton erinnert. Hier verzichtet man zum ersten Mal auch auf die ansonsten gerne benutzten fröhlichen Tralala-Elemente. Es bleibt ein unterhaltsamer Power Metal-Song, dem es trotzdem nicht an Eingängigkeit und Harmonie mangelt.
"Valley of Sunlight" könnte ebenso auf einer Blind Guardian CD zu finden sein. Der Song lebt von seinem starken Kontrast zwischen gitarrenlastigen High-Speed Power-Riffs und der relativ langsamen getragenen Gesangslinie. Das folgende Gitarren-Solo nimmt dabei diese reduzierte Geschwindigkeit auf, bis es von einem recht flotten Keyboard-Solo abgelöst wird. Beides mündet in einem regelrechten Duell, das sogar von alten Moog-Orgel-Klängen wie zu Zeiten eines John Lord keinen Halt macht. Eindeutig ein weiteres Highlight auf diesem Album.
Der längste Song "Times of Glory" überrascht mit einem eigenwilligen Intro. Einem kratzenden Plattenspieler nachempfunden, werden die eigenen Songs ähnlich eines CD-Scans kurz angespielt. Dies geht fließend in ein Piano-Thema mit sanfter orchestraler Unterstützung über, bevor sich der Rest der Truppe eindrucksvoll zurück meldet. Angesichts der Länge von über acht Minuten nimmt man sich genügend Zeit, alle Ideen und seien es nur die Orgel-Soli im Retro-Stil abzuschließen und alles in einer kleinen Mid-Tempo Metal-Oper zusammenzuführen, die ihres gleichen sucht. Erneut habe ich ein Highlight des Albums präsentiert bekommen.
Wer nun denkt, dass den Jungs langsam die Ideen ausgehen, der wird eines besseren belehrt. Egal ob das mit Soundtrack-ähnlichem Intro startenden "Dreams", die ausschließlich mit Akustik-Gitarren und sanftem orchestralen Background agierende Ballade "Time passes by" oder der abschließende druckvolle Rausschmeißer "Alive", der nochmal den dicken Knüppel aus dem Sack holt, bleibt es bis zuletzt spannend. Was es im einzelnen ist, möchte ich jedoch nicht verraten. lasst euch überraschen und ich denke, dass Vielen außer dem Druck auf die Repeat-Taste wohl kaum eine andere Wahl bleibt.
Fazit: Alles in allem eine gelungene Power Metal-Scheibe im traditionellen Stil. Es wird von Beginn an Energie und gute Laune transportiert, sodass man immer wieder gerne einen erneuten Durchlauf startt. Das Verhältnis von gewohnten genretypischen Gitarren-Riffs und Keyboard-Einsätzen ist ausgewogen, die Gesangsstimme sehr vielseitig, wenn manchmal vielleicht auch etwas zu dünn, die Themen der Vorbilder, wie Blind Guardian und Helloween erkennbar jedoch in keiner Weise phantasielose Kopien und die vereinzelten Klassik- oder Retro-Elemente das Sahnehäubchen.
Genau so stellt man sich Power Metal vor, bekommt ihn jedoch in dieser Perfektion nur selten angeboten. Selbst die Vorturner und Altmeister haben mittlerweile ihre liebe Mühe an ihre Erfolge aus der Vergangenheit anzuknüpfen.
Im Gegensatz z.B. zum neuen Werk von Sonata Arctica, dass stellenweise doch sehr nach orientierungslosem und nicht vollständig zu Ende geführtem Stückwerk klingt (sorry Kollege), trifft man hier immer genau den Punkt und lässt keine losen Fäden übrig.
Einzig und allein ist es etwas die Betonung bzw. Gewichtung der einzelnen Musiker, die ich mir anders gewünscht hätte. Denn ansonsten gibt es absolut nichts zu meckern bei der für Black Lodge überraschend druckvollen und dynamischen Produktion. |
Tipp:
| | Hier gibt es Nachschub für alle Freunde des Power Metal der alten Schule alá Helloween und Blind Guardian mit dichter Instrumenten-Fraktion und hoher Stimmlage. Ich habe es schon einmal auf meine persönliche Top-10 Liste des Jahres 2007 gesetzt. |
Titel-Liste:
| | - Agony
- Facing my Destiny
- Hope
- To live another Day
- Gift of Life
- One Day
- Fight for Life
- Valley of Sunlight
- Times of Glory
- Dreams
- Time passes by
- Alive
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.insania.se  |
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