 |
News |
 |
 |
Redaktion |
 |
 |
Kontakt |
 |
 |
Glossar |
 |
 |
Über uns |
 |
 |
Links |
 |
|
 |
Review: Joint Depression |
 |
| |
Album:
| | SAVAGE INFINITY, 2007, Eigenproduktion |
Stil:
| | Melancholic Depressive Metal |
Wertung:
| |  5 von 7 Punkten | | M.K., 08.04.2007 |
Review:
| | Joint Depression stammen aus Finnland und präsentieren mit SAVAGE INFINITY ihr erstes komplettes Album. 17 Songs, die laut Band "Melancholic Depressive Metal" darstellt. Dann will ich mich mal in die entsprechende Stimmung versetzen lassen. Ob Joint Depression das schaffen, bleibt abzuwarten.
Den Versuch starte ich mit "Savage Infinity", dem Titeltrack. Mit 5:31 Minuten zudem eines der längsten Lieder auf dem Album. Es beginnt mit Synthie-Spielchen und einem harte, ausklingenden Riff, bevor es dann in Richtung "langsamer Tool-Song" geht. Das ganze wirkt sich durch eine leicht funky daherkommende Bassline und tribal-artiges Drumming aus. Ein schwerer, langsamer Song mit interessanten Lyrics. Überraschende Wechsel, ja fast schon Gefühlsausbrüche zeigen das gute Songwriting auf. Melancholie wechselt sich hier mit Verzweiflung ab. Schön.
Weiter geht es mit "Lacerate". Hier geht es schon anfangs schneller zu als im Opener. Interessant zu hören ist die Kombi aus zwei gleichzeitig gespielten Leads und nem heftigeren Riff, was dann in einen ruhigeren Part endet. Ansonsten geht es mit gutem, klaren Gesang weiter, atmosphärische Strophen erreichen hier meinen Gehörgang. Unterstützt dann von einer weiteren schönen Gitarrenmelodie, und der Riff vom Beginn taucht ein weiteres Mal auf. Dann ist auch, nach nochmaligen Einsatz des doppelläufigen Leads, schon wieder Schluß. Fast, denn es gibt noch etwas Tribal-Drumming, fast soch eine Leistungsexplosion, zu hören.
"When Brains fall over" beginnt schnell mit netten Riffs und einem motiviert klingendem Drummer. Richtig guter Beginn, während in den Strophen etwas die Handbremse angezogen wird. Das unterstützende Flüstern passt sehr gut zum Gesang. Der Refrain besteht im Endeffekt nur aus 2 Sätzen, wird aber musikalisch wieder etwas schneller dargeboten. Die Bridge im zweiten Teil des Songs kommt mit guten Gesangsleistungen daher. Bisher mein Favorit auf SAVAGE INFINITY.
Schon fast fröhlich beginnt "Down on your Knees". In den Strophen ist dann aber wieder die schon bekannte, leicht bedrohlich wirkende Melancholie angesagt. Im Refrain wird ordentlich geschrien, aber es hört sich trotzdem nach Gesang an. Die sehr ruhige Bridge überzeugt duch den schon fast gehauchten Gesang und die fröhlich anmutende Gitarrenmelodie im Hintergrund. Ebenfalls ein gutes Stück Musik.
Rein instrumental beginnt "The Night". Hat schon fast hypnotisierende Wirkung, bedingt durch die sich wiederholenden Gitarrenmelodien. Hier kommt vor allem der zwei- bis dreistimmige Gesang sehr gut zur Geltung. Nach gut anderthalb Minuten kommt der Song an einem Wendepunkt an, es wird ordentlich los gerockt. Steht der Band auch ganz gut. Natürlich wird die angezogene Handbremse auch dieses Mal nicht gelockert, mit losrocken ist hier also keine Double Bass-Attacke, Blastbeats oder ähnliches gemeint. Zum Ende hin gibt es noch etwas Flüstern und Sampling, das wars dann. Trotzdem bleibt ein nur mittelmäßiger Eindruck.
"Going to come" beginnt mit einem schon fast fröhlichem Riff, bis das Tempo dann wieder rausgenommen wird. Eine ruhige Strophe schließt sich an, bis es mit einem etwas schnelleren Refrain weiter geht. Man sieht, viele Tempowechsel. Der Song kann sich jedoch im Mid-Tempo irgendwann einpendeln und ist insgesamt recht "poppig" gehalten. Das abrupte Ende überrascht etwas, trotzdem ist "Going to come" ein guter Song.
Mit "KS 3.7 The Legend" geht es im Anschluss weiter. Der Beginn erinnert wieder an die legendären Tool, mit einer ruhigen Gitarrenmelodie und klarem Gesang. Man wartet förmlich auf den Gefühlsausbruch. Dieser wird durch relativ heftiges Drumming eingeleitet, und mit gefühlsvollem Rock geht es von nun an weiter. Herauszuheben ist hier sicherlich die Gitarrenarbeit, viele kleine Solieinlagen verschönern den Song. In der Mitte wird es dann wieder langsamer, die Stille wird jedoch durch teils harte Riffs durchschnitten. Dieser Song ist übrigens mit gut sechs Minuten der längste auf SAVAGE INFINITY. Kurz nach der Vier-Minuten-Grenze wird das Tempo wieder angezogen, jedoch nur kurzzeitig. Dieses Wechselspiel wiederholt sich nun noch einige Male, bis auch "KS 3.7 The Legend" so langsam aber sicher dem Ende zugeht.
"Perfect Scythe" startet dann mit einem weiteren fröhlich klingendem Riff. Der Gesang von Antti Karhu ist dann doch etwas langweilig bzw. nervig hier. Langgezogen und penetrant nölt der gute Mann vor sich hin. Das Gitarrensolo kann dann schon mehr begeistern und passt gut zum Mid Tempo-Song. Auch schön: Die teilweise benutzten Chöre im Hintergrund. Insgesamt kann "Perfect Scythe" jedoch nicht überzeugen.
Richtig ruhig geht es mit "Second Fall" weiter. Wieder einmal gibt es hier kleine, verspielte Gitarrenmelodien, gepaart mit teils mehrstimmigen Gesang. Nach einer guten Minute kommt ein schwerer Riff zu Gehör und der Song wird ein kleines bisschen schneller. Insgesamt bleibt man jedoch relativ langsam, was mir persönlich sehr zusagt. Auch der Bass hat hier eine relativ tragende Rolle eingenommen. Die Bridge überzeugt ebenso, jedoch ist das Spielchen mit den abgehakten Riffs langsam ausgelutscht. Insgesamt kann der Song jedoch begeistern.
Mit nur 2:56 Minuten ist "Passion and Desire" einer der kürzesten Song auf SAVAGE INFINITY. Hier wird man mit Tribaldrumming empfangen, sowie mit geflüsterten Vocals. Doch natürlich kommt der altbekannte Riff mit dem verbundenen Gefühlsausbruch zu Tage. Man sieht, die Songs werden vorrausschaubar. Jedoch verfügt "Passion and Desire" über einen sehr guten Refrain, welcher schön melodisch vorgetragen wird. Im Mittelteil des Songs kommt es zum bisher schnellsten Part auf dem Album, zum Ende hin wird es jedoch wieder langsamer.
"One of yours" beginnt relativ schnell und brutal, bis eine einsame Basslinie übrig bleibt und mit der Stimme von Karhu kombiniert wird. Tribal-artiges Drumming kommt noch hinzu, und langsam, aber sicher wird der Song schneller, nur um dann wieder in den alten Trott zu verfallen. Überraschenderweise kommt dann ein härter Riff dazu, man wird wieder etwas schneller und der Refrain erklingt. Dieses Spielchen wiederholt sich noch etwas, und mit einer einsamen Gitarrenmelodie endet der Song.
Mit Sampling beginnt das nachfolgende "Another Infinity", welches mit einer Silent Hill-artigen Gitarrenmelodie weitergeführt wird. Der zweistimmige Gesang erinnert hier sehr stark an System of a Down. Überraschenderweise bleibt der Song in diesem Rhythmus, es kommt kein Riff oder sowas hinzu. Schöne Abwechslung zum Rest auf dem Album. "Another Infinity" weiss sehr zu gefallen. Großartig!
Nun folgt ein Song mit einem sehr komischen Titel: "??????". Wieso das so ist, wird nicht erklärt. Künstlerische Freiheit halt. In jedem Fall kann der Song über die sechs Fragezeichen durch eine positiv scheinende Atmosphäre überzeugen, auch das Songwriting wirkt griffiger als in den Liedern zuvor. Teilweise sehr schnell geht es hier zu, und auch vor den Soli der Gitarrenfraktion kann man den Hut ziehen. Schön und kurzweilig, mehr nicht.
"Dance for Death" ist der kürzeste Song auf der CD und stellt sich als schleppend heraus, mit einigen schnellen Momenten. Hier wird sogar die Double Bass vom Drummer Panu Räisänen benutzt. Überraschenderweise können Joint Depression eine Menge Songwriting in das mit 2:53 Minuten knapp bemessene Lied quetschen, ohne dass es gezwungen klingt.
Mit einer leicht verspielten Melodie beginnt "Frigidi", bevor der einsetzende Gesang von Antti Karhu den Song wieder in die Richtung der anderen Songs von SAVAGE INFINITY bewegt. In den Strophen harmoniert die Basslinie sehr gut mit der anfangs erwähnten Gitarrenmelodie, das Schlagzeug hält sich zurück. In der zweiten Hälfte des Songs wird das Tempo jedoch angezogen, die Melodie weicht einem bestimmend klingendem Riff. Leicht hektisch endet dann "Frigidi".
Der vorletzte Song namens "Love by Goodbye" überrascht durch fast schon kommerzielles Songwriting zu Beginn, man kann ohne Probleme sein Haupt schütteln. Nach gut 45 Sekunden verfällt die Band jedoch wieder in ihren depressiv anmutenden Trott, es wird ruhiger. Immerhin darf der Schlagzeuger noch etwas verspielt im Hintergrund dahertrommeln. Im Refrain an sich wird jedoch wieder die griffigere Passage vom Beginn des Songs benutzt, der Gesang erinnert hier schon fast an Ville Vallo von H.I.M.. Gefällt mir gut, der Song. Zum Ende gibt es jedoch sinnloserweite nach langen Sekunden der Stille noch etwas Sampling.
"Didn't had to know" ist dann der siebzehnte und damit letzte Song auf SAVAGE INFINITY. Der Anfang ist sehr gut gewählt mit den zwei duellierenden Riffs, auch der nachfolgende Part in der ersten Strophe kann überzeugen. Abgehackte Riffs können durchaus gut benutzt werden, wie man hier hört. Auch der Bassist Kimmo Kuoppamaa beteiligt sich relativ lautstark an diesem Spielchen. Nach zweieinhalb Minuten wird eine ruhige Passage eingeschoben, die jedoch von den Riffs aus den Strophen überrollt wird. Hört sich interessant an. Mit eben jenen Riffs endet dann auch der Song und somit auch das Album.
Fazit: Joint Depression legen mit SAVAGE INFINITY ein äußerst anstrengendes Erstwerk vor. Meiner Meinung nach entfaltet das Album erst nach mehreren Durchläufen seine Wirkung. Einzelne Songs hervorheben ist daher nicht so leicht, da man damit das Gesamtkonstrukt auseinander reißt. Jedoch bleibt anzumerken, dass das Album gerade in der Mitte einige große Hänger bzw. Langweiler beinhaltet, was natürlich dem Gesamteindruck schadet. Ab und zu klingt das Songwriting einfach zu gleich.
Insgesamt kann man SAVAGE INFINITY Fans von melancholischen Tool-Songs ans Herz legen. Das Album entfaltet seine wahre Pracht übrigens während nächtlicher Autofahrten relativ gut.
Meiner Meinung nach kommt jedoch kein Werk an die Depressivität von Metallica's "Fade To Black" heran. |
Tipp:
| | Wie gesagt, das Gesamtwerk steht meiner Meinung nach im Vordergrund. Als einzelne Songs kann man jedoch mit "Love by Goodbye", "When Brains fall over" und "Another Infinity" nichts falsch machen. |
Titel-Liste:
| | - Savage Infinity
- Lacerate
- When Brains fall over
- Down on your Knees
- The Night
- Going to come
- KS 3.7. The Legend
- Perfect Scythe
- Second Fall
- Passion and Desire
- One of yours
- Another Infinity
- ??????
- Dance for Death
- Frigidi
- Love by Goodbye
- Didn't had to know
|
Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.jointdepression.com  |
|
|
 |
|
 |
|
 |
Neue Reviews |
 |
|