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Review: Judasville
 
WELCOME TO JUDASVILLE

Album:
 WELCOME TO JUDASVILLE, 2004, I Scream Records

Stil:
 Punk Rock / Rotzrock

Wertung:
 4,5 von 7
4,5 von 7 Punkten
 M.K., 01.03.2007

Review:
 JudasVille stammen aus Holland und präsentieren mit WELCOME TO JUDASVILLE eine Mischung aus Punkrock, Rotzrock und Rock 'n' Roll. 11 Songs und ein recht ansprechendes Cover hat die Bands schonmal auf der Haben-Seite. Ob das Package gut rüberkommt, das wird jetzt getestet.

Los geht's mit "Excuse me", einem netten Up Tempo-Rocker, der zum headbangen, mitwippen und ähnlichem einläd. Der Refrain bleibt im Kopf hängen und erfüllt damit das erwartete. Sicherlich Hit-Potential hier, die Stimme von Sänger und Gitarrist Berry Hoogveldt passt sehr gut zum Song. Ein gescheiter Einstand, inklusive Gitarrensolo, welches für meinen Geschmack etwas zu kurz ausfällt.
Das folgende "Midnight Hour" beginnt langsamer, verfügt jedoch nach kurzer Zeit über einen simplen, passenden Riff. Der Refrain ist schön melodisch und hat eine gute Gesangslinie zu bieten.
Das nachfolgende Stück namens "99 bad Angels" ist im Mid-Tempo beheimatet und, naja, nicht wirklich ein Reißer. Es bleibt nix hängen. Teile des Riffs erinnern zwar an Kiss, aber sonst gibt es nicht viel erwähnenswertes zu hören, das Solo passt zwar, kann den Karren jedoch auch nicht aus dem Dreck ziehen.
Der "King of Lies" regiert seine lauschende Gefolgschaft mit einem schnelleren Punkrock-Song. In den Strophen wird mehr erzählt als gesungen, das ganze hat einen latenten Country-Einschlag. Das Gitarrensolo hätte man sich auch sparen können, so kurz fällt es aus. Dagegen kann die Bridge überzeugen, insgesamt macht der König der Lügen einen mittelprächtigen Eindruck.
Simples, aber fast hypnotisierendes Drumming gibt es zu Beginn von "Put me down" zu hören, bis es dann mit einem songwritertechnisch nicht grade hoch anzusiedelnen Song weitergeht. Irgendwie passt hier der Gesang nicht zur Gitarre, dieser Kontrast nervt hier. Nix berauschendes.
"Hey hey hey" beginnt da schon gleich interessanter mit einem schnellen Punkriff. Das macht deutlich mehr Spaß zu hören, hier werden keine Riffs abgehackt und tausend Mal wiederholt, nein, hier regiert der gute, alte 3-Akkorde-Punk. Simpel, aber effektiv. Macht Spaß zu hören, unterstützt von der sinnvoll eingesetzten Bridge. Die Gitarrenmelodie erinnert kurzzeitig an die Red Hot Chili Peppers, bis dann ein schnelles Solo folgt. Gutes Lied.
Ein Rocksong der alten Schule, so kann man "Come on pretty Baby" beschreiben. Der Riff ist einprägsam und wird durch interessantes Schlagzeugspiel von Drummer Pit unterstützt. Der Refrain hat da schon was hymnenhaftes an sich, könnte auch von Lordi sein. Textlich ist hier kein Meisterwerk zu erwarten, musikalisch geht der Song in Ordnung.
"Frisco Breeze" ist in der selben Kategorie wie "Hey hey hey", es wird einfach nur drauflosgerockt. Von der Attitude her erinnert der Song ein klein wenig an Motörhead, abgesehen vom Gesang. Im zweiten Teil des Songs gibt es ein Gitarrensolo, gefolgt von einer interessanten, kurzen Bridge und einem weiterem Solo. Gut, kann man auf jeden Fall mit leben.
Nun beginnt "Tie me up" mit diesem typischen Uralt-Radio-Effekt, wie ihn wohl schon jede Band der Welt benutzt. Nach dem recht balladesken Beginn kommt dann ein härterer, langsamer Song zur Geltung. Träge schleppt sich der Riff durch die knapp vier Minuten. Nach gut zwei Minuten wird der Song etwas schneller, bedingt durch ein Gitarrensolo. Insgesamt ist "Tie me up" jedoch genau so uninteressant wie "99 bad Angels".
Ein Trommelwirbel folgt nun, und das Tempo wird ordentlich angezogen, denn "Fade away" entpuppt sich als weiterer Song mit erhöhter Geschwindigkeit. Sehr interessant ist die Kombination von Schlagzeug und Gesang im Mittelteil, der Drive des Songs geht dadurch nicht abhanden. Kann man sich gut anhören.
Nun kommen wir zum letzten Stück auf WELCOME TO JUDASVILLE, "Dancing on Nothing". Im oberen Mid-Tempo gehalten wird hier kompromisslos gerockt. Der Riff ist zwar simpel, kann jedoch einiges. Der Refrain bleibt im Kopf hängen, sehr schön gemacht. Nach 3:40 Minuten is dann Schluss mit lustig.

Fazit: So, das war also das Debüt von JudasVille. Und wie es bei einem Debüt nunmal so ist, klappt nicht alles auf Anhieb. Songs wie "Tie me up" oder "99 bad Angels" kann man getrost vergessen, der Rest bietet entweder biederes Mittelmaß oder wirklich gute Punkrotzrocksongs. Jawohl. So und nicht anders kann man WELCOME TO JUDASVILLE sehen. Ein ordentliches Debüt, mit einem gescheiten Cover (für die Männerwelt) versehen. Viereinhalb Punkte.

Tipp:
 "Frisco Breeze", "Hey hey hey" und, vor allem, "Excuse me" stechen auf diesem Silberling heraus.

Titel-Liste:
 
  1. Excuse me
  2. Midnight Hour
  3. 99 bad Angels
  4. King of Lies
  5. Put me down
  6. Hey hey hey
  7. Come on pretty Baby
  8. Frisco Breeze
  9. Tie me up
  10. Fade away
  11. Dancing on Nothing

Laufzeit:
 38:48 Min.

Band-Infos:
 
  • www.judasville.com 


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