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Review: Kelly Keagy |
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Album:
| | I'M ALIVE, 2006, Frontiers |
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | J.G., 31.12.2006 |
Review:
| | Sänger und Drummer Kelly Keagy versucht sich erneut an einem Solo-Album, nachdem sein Debüt von 2001 TIME PASSES durchaus seine Duftmarken hinterlassen hatte. Dafür lässt er seine Beziehungen spielen und kann auf prominente Schützenhilfe bauen. Jim Peterik (Pride of Lions, Survivor) hilft ihm beispielsweise beim Songwriting und Reb Beach (Winger, Whitesnake) veredelt mit seiner einzigartigen Gitarrenarbeit die Songs auf seine besondere Art und Weise. Aber auch die Gitarristen Mike Aquino (Pride of Lions, Mecca), Brian Bart, Tommy Denander, Bruce Gaitsch und Bassist George hawkins tragen ihren Teil zum Gelingen bei. Last but not least, Bandkollege aus alten Zeiten, Keyboarder Michael Lardie (Great White, Night Ranger) sorgt mit seinen Fill-Ins für die nötige räumliche Transparenz.
Was darf man nun erwarten? Ein weiteres ultraweichgespültes massentaugliches AOR-Scheibchen mit dem Tiefgang einer Styroporkugel im Goldfischglas?
Weit gefehl! Auch wenn besonders Jim Peterik auf ein solides, dem Mainstream angelehntes Fundament vertraut, so bleiben doch genügend Akzente und seien es nur geniale Gitarrenparts, die das Werk deutlich über die AOR- bzw. Melodic Rock Einheitsnudellinie anhebt.
Oftmals reicht die Pseudo-Härte bei AOR-Alben kaum über den Opener hinaus. Dass man auch andere Wege bestreiten kann, zeigt "I'm Alive". Obwohl er sich mit harmonischen Hooklines und gefälligem Refrain sofort im Gehörgang festsetzt, ist er noch weit genug vom Mainstream-Kurs entfernt und kann auch bei echten Hardrockern sicherlich noch punkten.
Mit einer deutlichen Prise mehr Härte ist das gitarrenlastige "Stolen" gewürzt. Hier wird astreiner Hard Rock geboten, der einfach Laune macht.
"Blink of an Eye" hätte man sich genauso gut als Melodic Rock Schnulze vorstellen können, da eigentlich alle nötigen Zutaten vorhanden sind. Was aber hier aus dem Ofen kommt, bietet jede Menge Substanz für längeres Kauen und lässt sich kaum glatt wie Vanille-Pudding herunterschlucken.
Hier mal ein Tipp an die Mitbewerber. Wenn ihr eure Zuhörer auch mal mit pikant gewürzten Gerichten überraschen möchtet, dann holt euch hier doch einfach ein paar Anregungen.
Wer mit Ideen nicht allzu sparsam agiert, für den schließt sich mäßige Geschwindigkeit und Härte, bei gleichzeitig hohem Harmoniefaktor nicht aus. Dies beweißt das ziemlich cool und smart wirkende "When nobody's looking". Variables Tempo einsetzen und der Gitarre jede Menge Freiraum lassen, schon ist die Sache perfekt.
Dass sogar Balladen neues Leben eingehaucht werden kann, zeigen die Songwriter bei "Life worth remembering". Erstaunlich, was man mit geschickten Arrangements, dominanter Basslinie und erneut an der langen Leine ausgeführten Gitarren alles aus Balladen herausholen kann.
Etwas härteren Groove bietet "World before and after", welches aber zu keiner Sekunde Melodic oder Ohrwurmfeeling außen vor lässt.
Zum Abschluss gibt es dann für alle Melodic Rock Fans, die sich bereits mit Angstschweiß auf der Stirn Gedanken machen, ob sie denn heute Abend auch beruhigt schlafen können, mit "Half a World away" den ruhigen angemessenen Ausklang.
Fazit: Richtigen Hardlinern mag das Album nach dem ersten Höreindruck wohl eine Spur zu kommerziell erscheinen, wenn gar das Fehlen von Ecken und Kanten kaum zu bemängeln sein dürfte. Ich persönlich war sehr überrascht, das trotz großer AOR-Haudegen ein durchaus rockiges Album entstanden ist, das besonders durch hervorrangende Arrangements, makellose Gesangs- und Instrumental-Leistung und darüber hinaus durch eine blitzsaubere Produktion zu überzeugen weiß. So macht sogar Hardrockern Melodic Rock (in Maßen genossen) Spaß. |
Tipp:
| | Melodic Rock Fans aufgepasst. Es kann durchaus auch Spaß machen ab und zu ein weniger weichgespültes Album aufzulegen ohne gleich als Leder und Nieten-strotzendes Langhaarmonster abgestempelt zu werden. |
Titel-Liste:
| | - I'm alive
- Stolen
- Blink of an Eye
- When nobody's looking
- Back of your Mind
- Life worth remembering
- Re-Imagine
- World before and after
- Where are we now
- Where the Road ends
- Everything I need in a Woman
- Call in another Day
- Half a World away
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Laufzeit:
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