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Review: Lemmy Kilmister |
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Album:
| | DAMAGE CASE THE ANTHOLOGY, 2005, Sanctuary |
Stil:
Wertung:
| |  5,5 von 7 Punkten | | J.G., 26.01.2006 |
Review:
| | Lemmy = Motörhead! Diese Rechnung ist falsch und würde nur bruckstückhaft die Person Lemmy richtig beschreiben - und um die dreht sich hier das Karussell. Also aufgepasst!
Kaum ein Musiker hat es geschafft, sich in der Szene einen derartigen Status zu erarbeiten, wie Lemmy Kilmister. Vom vaterlos aufgewachsenen Sohn (Vater, ein Armeepfarrer verschwindet 3 Monate nach Lemmys Geburt), aus einfachen Verhältnissen stammend (Mutter ist Bibliothekarin), zum Underdog bei Hawkwind. Vom Gefängnis mit jeder Menge Wut im Bauch zur eigenen Band. Ups und Downs, genauso oft Line-Up-Wechsel und Frauenwechsel. Nur einer lässt sich weder in seinem geradlinigen Weg beirren noch unterkriegen - Lemmy.
Nach mittlerweile 60 Lebensjahren und 40 Schaffensjahren, ist es längst überfällig, ein Resümee zu ziehen. Denn es hat sich verständlicherweise jede Menge Material angesammelt, das es nun gilt zu sammeln und zu ordnen.
Auf zwei CDs hat man hier versucht, der ganzen Schaffensphase und Bandbreite gerecht zu werden. Das ist über weite Strecken auch recht gut gelungen. Es erwarten den geneigten Zuhörer 31 Songs mit einer Spielzeit von 102:27 Minuten - also genug Futter für ein bis zwei Bierchen und einem gemütlichen Sessel.
Musikalisch bewegt man sich von ruhigen Akustik-Version über Balladen bis hin zu dem unverkennbaren Power Rock alá Motörhead.
Zeitlich beginnt alles Mitte der 60er und arbeitet sich Stück für Stück vor Richtung neues Jahrtausend.
Auf dem Weg begegnen einem jede Menge Bands, wie Rockin' Vicars, Sam Gopal, Hawkwind, Motörhead, Lemmy and the Damned, Headgirl und weitere Mitstreiter, wie Upsetters W, Ramones, Slim Jim, Danny B, Dave Growl, Wendy O Williams u.a..
Ebenso schillernd ist die Song-Liste, denn hier tummeln sich Cover-Versionen zwischen Eigenkompositionen in bunter Mischung. Die ungefähre zeitliche und stilistisch Bandbreite kann man sehr schön an der folgenden kleinen Aufzählung der Cover-Versionen erkennen: "Dandy" (The Kinks, 1966), "Ballroom Blitz", "Hellraiser" (The Sweet, 1973), "Tie your Mother down" (Queen, 1976), "The Trooper" (Iron Maiden, 1983), "Enter Sandman" (Metallica, 1991).
Hier wird eines sehr schnell klar. Nicht nur zahlreiche heutige Bands nennen Lemmy als ihr Vorbild, auch der Meister selbst hat einen riesen Pool verschiedenster Stilrichtungen, die er in seine Songs einfließen lässt.
Und nun zum Inhalt.
Zurücklehnen und "Play" drücken. Wir beginnen bei "Dandy", einer Cover-Version von den Kinks aus den Jahre 1966, wo noch der fröhliche einfach gestrickte Rock tonangebend war.
Es steigert sich bis zu Hawkwinds "Silver Machine", einem Song, der besonders Lemmy noch gut in Erinnerung sein sollte. Was wäre wohl passiert, wenn er auf der Tour von Hawkwind nicht zufällig von kanadischen Zöllnern wegen Raschgiftbesitz festgenommen worden wäre und ihn Hawkwind postwendend gefeuert hätten? Gäbe es dann Motörhead? Vermutlich nicht.
Wieder auf freiem Fuß nimmt Lemmy den letzten Song "Motörhead" seiner Arbeitgeber zum Anlass eine eigene Band gleichen namens auf die Beine zu stellen.
Bei "Damage Case" geht dann das erste Mal richtig die Post ab - diesmal unter eigener Flagge.
Hardcore-Lemmy-Fans sollten spätestens bei "Please don't touch" (mit Headgirl) und "Stand by your Man" (mit Wendy O Williams) endlich die Kritik runterschlucken und begreifen, dass Lemmy auch ein Spaß-Mensch ist. Für ihn existieren noch andere Dinge neben Motörhead - besonders wenn sie weiblich sind.
Auf der zweiten Scheibe bewegen wir uns unaufhaltsam Richtung Neuzeit und auch hier ist sicherlich der eine oder andere erstaunt, was so alles auf Lemmys Weg lag. Egal ob das eher ruhige und kritische "1916", die recht interessante Cover-Version "Tie your Mother down" oder das flotte, rockige "R.A.M.O.N.E.S." - irgendwie klingt es immer wie Lemmy - und das ist gut so.
Fazit: Es liegt nun eine Zeitreise von nahezu 35 Jahren mit den verschiedensten musikalischen Stilrichtungen aus dem großen Rock-Topf hinter mir und ich bin zuerst erstaunt, was Lemmy so alles getrieben hat. Bin ich enttäuscht, dass ich keine Überflieger wie Ace of Spades oder Bomber gefunden habe? Nun ja, wenn ich "Best of Motörhead" angehört hätte schon, aber es geht hier schließlich um Lemmy. Wer mit falschen Erwartungen an eine Sache rangeht, der wird wohl fast immer andere Ergebnisse bekommen als erwünscht. Für jene, die Lemmy suchen, werden ihn auch finden - garantiert! |
Tipp:
| | Wer Lemmy nicht nur an seinen Leistungen mit Motörhead misst, sondern etwas über das 60-jährige Kultobjekt selbst erfahren möchte, sollte es sich nicht entgehen lassen, hier zuzugreifen. Bei einem so breit angelegten Sample ist schwer alle Steinchen zusammen zu tragen. |
Titel-Liste:
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- - - - <CD 1> - - - -
- Dandy (Rockin' Vicars)
- I don't need your kind (Rockin' Vicars)
- It's alright (Rockin' Vicars)
- The dark Lord (Sam Gopal)
- Escalator (Sam Gopal)
- The Watcher (Hawkwind)
- Silver Machine (Hawkwind)
- Motörhead (Hawkwind)
- Damage Case (Motörhead)
- Ballroom Blitz (Lemmy and the Damned)
- Over the Top (Lemmy and the Damned)
- Don't do that (Young and Moody Band)
- Iron Horse - Born to loose (Motörhead)
- Please don't touch (Headgirl)
- Stand by your Man (Lemmy with Wendy O Williams)
- Masterplan (Lemmy with Wendy O Williams)
- - - - <CD 2> - - - -
- Killed by Death (Motörhead)
- Blue Suede Shoes (Lemmy & Upsetters W/ Mick Green)
- Paradise (Lemmy & Upsetters W/ Mick Green)
- 1916 (Motörhead)
- Hellraiser (Motörhead)
- Tie your Mother down (Lemmy)
- R.A.M.O.N.E.S. (Lemmy with the Ramones)
- Enter Sandman (Lemmy)
- Matchbox (Lemmy, Slim Jim, Danny B)
- Big River (Lemmy, Slim Jim, Danny B)
- Learning the Game (Lemmy, Slim Jim, Danny B)
- Thirsty and miserable (Lemmy)
- Shake your Blood (Probot feat. Dave Growl)
- Whiplash (Motörhead)
- The Trooper (Motörhead)
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Laufzeit:
Band-Infos:
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