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Review: Kingdom Come
 
AIN'T CRYING FOR THE MOON

Album:
 AIN'T CRYING FOR THE MOON, 2006, Frontiers

Stil:
 Hard Rock

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 R.Z., 08.10.2006

Review:
 Lenny und Kingdom Come sind zurück im Ring! So lautet es im Jahr 2006, denn Lenny Wolf hat nach einigen One-Man-One-Album Aktionen wieder 4 Mitstreiter um sich versammelt und das steht der neuen Scheibe gut zu Gesicht.

Nun ist es bei Lenny Wolf und seiner Musik ja so, dass es eigentlich nur zwei Ansichten gibt: Entweder man liebt sie oder sie gefällt einem gar nicht. Dazwischen gibt es so gut wie gar nichts. Also steht natürlich zunächst mal die Klärung der Frage, ob es ein typisches KC-Album ist, an.

Ja ist es! Dennoch wird der geneigte KC-Anhänger sich zunächst mal etwas verwundert die Ohren reiben, denn dieses Album ist eigentlich so etwas wie ein Januskopf, sprich es hat zwei Gesichter.

Während der Mittelteil Songs bietet, bei denen es den KC-Liebhabern schon beim ersten Durchlauf die Tränen vor Freude in die Augen schießen lässt, sind der Anfang und das Ende von AIN'T CRYING FOR THE MOON durchaus Neuland, zwar noch auf demselben Kontinent, aber eben bisher eher unbekanntes Territorium.

Irgendwann hieß es einmal in der Presse, Kingdom Come wären die ultimativen Nachfolger von Led Zeppelin. Habe ich damals ob des für mich eher ungenügenden Vergleiches noch geschmunzelt, so muss ich nach mehrmaligem Durchhören der Songs 1-3, sowie streckenweise 10 und 11 mit Verblüffung feststellen, dass ich ihn heute so gelten lassen würde. Riffing, Songstruktur und Athmosphäre haben mich hier doch mehr als einmal an Page/Plant erinnert!

Ich habe lange überlegt warum ich das Album in zwei verschiedene Bereiche einteilen würde, bis ich feststellte, dass die Songs ab dem Titeltrack "Ain't crying at the Moon", bis hin zum Song "Friends in Spirit" vor allem durch ihre harmonischen Zweit-Rhythmus-Gitarren- und Lead-Parts bestechen, während die ersten und letzten Songs eher durch, wie Lenny es ausdrückt, wuchtige Gitarrenwände dominiert werden.

Allen Songs gemein ist Lenny Wolfs charismatische Stimme, wie seine Fans sie lieben. Melancholisch, gefühlsbetont und einnehmend. Auch sonstige typische KC-Elemente, wie etwa leicht spacige Passagen oder perfekt gesetzte Breaks fehlen nicht.
Die Songs im einzelnen zu beschreiben hat bei diesem Album für mich weniger Sinn, vielmehr möchte ich die besonderen Songs rauspicken, von dem es durchaus ein paar gibt.

Eigentlich repräsentiert der Opener "Two legged Sheep" das Album perfekt. Hier finden sich in einem Song, die typischen psychedelischen und athmosphärischen KC-Elemente genauso, wie heftige Rhythmusgitarren- und Bass-Wälle, wobei die Gesangspassagen eher spärlich instrumentiert sind. Ein schöner Song um sich ein Eindruck vom Rest des Albums zu machen.
Der Titeltrack "Ain't crying at the Moon" ist ein 8-minütiges Opus mit einer ruhigen Piano-dominierten ersten Hälfte und einem aufgrund der Rhythmusgitarre wuchtigen zweiten Teil.
Der siebte Titel "Bon Scott" liest sich nicht nur wie eine Hommage an den früheren AC/DC-Frontmann, sie ist es auch! Textlich und, was mich noch mehr überrascht hat, auch musikalisch. Eine echte Mischung aus der australischen Rock-Legende und Kingdom Come, also gewissermaßen ein Song mit KC/DC-Feeling (Notiz: Für KC/DC sollte ich mir unbedingt das Copyright reservieren!).
"Across the Universe" hingegen erinnert mit seiner psychedelischen und leicht swingenden Note streckenweise an die Beatles. Wer's nicht glaubt, sollte mal den Kopfhörer aufsetzen, die Augen schließen und nacheinander späte Beatles-Werke und dann diesen Song hören.
Der Schlusstitel "Get it On" ist schließlich eine 2006-Version des KC-Klassikers vom 88er Debüt-Album. Eine sehr gelungene, heftig groovende Neuauflage, wie ich finde mit einem netten kleinen Gimmik zu Beginn.

Fazit: Wie bei Kingdom Come üblich eine Scheibe, für die Fans von Lenny und Konsorten, allerdings mit den schon von mir angesprochenen zwei Gesichtern. Während man für den mittleren Teil nur einen Durchlauf braucht um sein Herz zu erfreuen, so sind es zu Beginn und gegen Ende hin doch mindestens 3 oder 4. Allerdings macht sich auch dann ein inneres Wohlgefühl breit.

Tipp:
 KC-Fans kommen um dieses Album auf keinen Fall herum und sollten das auch nicht, denn die alten Pfade sind vorhanden und hervorragend, und auch die neuen Wege wissen zu faszinieren. Für KC-Neulinge gilt: Mag man Lennys Stimme, sollte man dieses Album auf jeden Fall ausgiebig antesten! Auch Liebhaber von Led Zeppelin dürfen hier ruhig mal beide Ohren riskieren.

Titel-Liste:
 
  1. Two legged Sheep
  2. Not here to be your Friend
  3. Same old Stars
  4. Ain't crying at the Moon
  5. Perfect Citizen
  6. This is my Life
  7. Bon Scott
  8. Removed the Sting
  9. Friends in Spirit
  10. Darkroom
  11. Look at You
  12. Across the Universe
  13. 1Get it On (2006 Version)

Laufzeit:
 62:42 Min.

Band-Infos:
 
  • Kingdom Come 


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