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Konzerthaus, Dortmund Freitag, 16.11.2007
Bands: Die Happy |
Aufgrund einer Unpluggedreihe im Dortmunder Konzerthaus durfte die Ulmer Rockband Die Happy einen anderthalbstündigen Gig im beeindruckenden Dortmunder Konzerthaus spielen.
Um 19:30 begann der Einlass ins Foyer der Einrichtung, wo man von zwei schwarzen Eiern begrüßt wurde, die Buttons verschenkten. In den Eiern steckten natürlich zwei Männer. Eine halbe Stunde vor Konzertbeginn öffneten dann die Türen zum großen Konzertsaal, in dem insgesamt gut 1500 Personen über mehrere Ebenen verteilt Platz finden können. Nachdem der Saal sich sehr gut füllte und das für diese Philharmonie ungewohnt junge und laute Publikum auf den gut gepolsterten Sitzen auf die Band wartete, ging das Licht um kurz nach 21 Uhr langsam aus und Gitarrist Thorsten Mewes, Bassist Ralph Rieker und Drummer Jürgen Stiehle betraten gemeinsam mit den zusätzlichen Musikern Gitarrist Patrick Wieland (übrigens Mewes' ehemaliger Gitarrenlehrer), Percussionistin Sabine Vieten und Rhodes/Klavierspieler Lutz Möller die stimmig dekorierte Bühne.
Die Band legt mit "Eye of the Tiger" von Survivor als Intro los, hierbei betritt Sängerin Marta Jandová im kurzen Rock und zu lautem Jubel die Bühne. Mit "Hello" vom letzten Studioalbum NO NUTS, NO GLORY startete die Band in das eigentliche Set. "Hello" kam sommerlich und mit Percussion daher, das ganze kombiniert mit einer warmen, gelb-orangen Lightshow. Die Fans sangen hier direkt mit. Erlebt man in diesem eher klassisch geprägten Hause wohl auch nicht bei jeder Aufführung.
Der Sound war gut und kam trotz Unplugged sehr druck- und kraftvoll beim Publikum an. Dies änderte sich auch nicht beim nachfolgenden "Like a Flower" nicht. Marta interagierte hier direkt mit den Fans und hatte das gesamte Konzerthaus schon beim zweiten Song im Griff. Dies hielt die gebürtige Tschechin nicht lange auf ihrem Barhocker, es wurde am Bühnenrand gekonnt gerockt.
Nach diesem Song erklärte die Frontfrau, dass die Band etwas nervös ist. Dies merkte man ihr auch an, sie lebte noch im Oktober 2007 und war "auf Tschechien in Tour". Führte natürlich zu Lachern im Publikum und kam symphatisch rüber. Mit "Violent Dreams", in welches die Melodie von Phil Collins' "Another Day in Paradise" eingebaut wurde, und der ruhigen Ballade "Breathing" ging es nun weiter. Letztgenanntes Stück widmete Marta ihrer Mutter und ihrem Bruder. Gänsehautatmosphäre an dieser Stelle im Konzerthaus, es war bis auf die Band sehr still.
"Perfect", welches mit Flügel und Percussion angereichert wird, kommt beim Publikum ebenso gut an wie das nachfolgende "Big Boy". Hier waren die Fans auch wieder voll wach und sangen, von Marta angestachelt, lauthals mit.
Es wurde mitgeklatscht, Jandová sang ihre männlichen Bandmitglieder einzeln an und spielte mit ihrem Aussehen. Zum Ende hin sang das Publikum den größten Teil des Stücks. Mit einem Meeresintro, dargestellt von Percussionistin Sabine Vieten, begann "Everyday is a Weekend". Viersaiter Ralph Rieken spielte hier auf einem Kontrabass. Wie beim Opener wurde auch hier durch die warme Lichtshow eine entspannte, sommerliche Atmosphäre erzeugt. Ruhig begann dann "Supersonic Speed", doch der Song baute sich immer weiter auf und wurde dann im normal schnellen Tempo dargeboten.
Marta Jandová baute hier zu Beginn noch den Don Henley-Klassiker "Boys of Summer" ein. Die quirlige Tschechin konnte auch bei diesem Song nicht stillsitzen und tanzte auf ihrem Hocker. Hierbei ging ihr Weißweinglas zu Bruch, Marta wischte die Pfütze beim Singen auf, während das Publikum wieder mit Klatschen und Singen voll dabei war. Das Gitarrensolo bekam viel Applaus spendiert, wie auch der ganze Song.
Nun kam es zu "Slow Day", einer weiteren Ballade. Und ein zweiter Hocker neben Marta machte klar, dass es ein Duett werden würde. Mit wem war nicht schwer zu erraten, denn auf dem Infozettel, der jedem Besucher ausgehändigt wurde, stand Popsänger Sasha als Special Guest. Dieser wurde von Marta mit den Worten "der beste Mann der Welt" auf die Bühne gebeten und das Paar sang "Slow Day" als Duett. Auch hier wurde das Publikum mit einbezogen, der langjährige Dortmunder, der nun mit Marta in Hamburg wohnt, spielte seine Qualitäten als Entertainer aus und riss das Publikum zum mitsingen hin. Sasha beendete den Song dann wie ein Musicalsänger mit heroischer Pose, sah lustig aus und hörte sich nebenbei noch gut an.
Auch bei "Wanna be your Girl" blieb der Sänger auf der Bühne, während Marta ihn ansang. Das Stück kam im rockig angehauchten Rockabilly-Stil bei den Fans gut an, Sasha lieferte ein Mundharmonikasolo ab. Man sah der kompletten Band den Spaß an, der sich aufs Publikum übertrug. Nach dem Song verabschiedete sich Sasha mit einem Kuss bei Marta und mit einem "Bis die Tage, wo?" beim Publikum. Die Happy spielten nun mit dem "Ordinary Song" weiter. Dieser wurde im Gegensatz zur Albumversion als ruhige, langsame Ballade dargeboten. Sehr ruhiges Publikum wieder an dieser Stelle, doch beim treibenden "I still love you" ging es wieder ab. Der Song war ein Preview aufs im April erscheinende, neue Studioalbum der Band und hat den Livetest bestanden, wie man an den Reaktionen des Publikums ablesen konnte.
Vor "Standing strong" vom THE WEIGHT OF THE CIRCUMSTANCES-Album machte dann Marta wieder eine ihrer leicht verruchten Ansagen für den Lichttechniker und den Klavierspieler, danach sprach sie mit ihrer Band über ihre Englisch- und Deutschkentnisse. Sehr lustiges Segment an dieser Stelle. "Standing strong" kam mit blauem Licht und recht poppig daher. Die Bridge wurde hauptsächlich von Percussion geprägt, dafür gab es wieder viel Applaus. "Not that Kind of Girl" kam wieder etwas ruhiger daher, das Publikum winkte im Takt mit.
Nun folgte die Verabschiedung, Marta stellte hier jeden Musiker mit extra auf deutsch geschriebenen Lyrics vor. Jeder Musiker durfte dann noch ein kurzes Solo fabrizieren. Auch Sasha kam hier noch einmal auf die Bühne, bevor die Band zu Standing Ovations eben diese verließ.
Natürlich ließen Zugaberufe nicht lange auf sich warten und die Band sich nicht lange bitten: "Stranded" folgte und das gesamte Publikum blieb stehen. Teilweise wurde in den Reihen getanzt. Auch das nachfolgende "Goodbye" machte viel Spaß, hier wurde einmal mehr mitgeklatscht. Ein Drums vs. Percussion-Segment wurde in das Lied eingebaut und mit viel Applaus bedacht. Vor dem abschließenden "On my Way" machte Gitarrist Thorsten Mewes noch ein Foto des immer noch stehenden und begeisterten Publikums. Mit der ruhigen Ballade und einigen kuschelden Paaren im Publikum beendeten Die Happy dann ihr erstes von zwei Unpluggedkonzerten an diesem Wochenende. Nachdem die Band sich verbeugte und gebührend gefeiert wurde, gingen die Lichter im Konzerthaus dann wieder an.
Fazit: Die Band legte ihre Nervosität ab und spielte ein in allen Punkten überzeugendes Set. Der Sound und vor allem die abwechslungsreiche Lichtshow passten sehr gut zum Unpluggedset, auch das Publikum hatte, bis auf einige betucht wirkende, ältere Herrschafften, viel Spaß beim Konzert von Die Happy.
Musikalisch wurden die Songs passend umarrangiert und überraschten teilweise. Manche schnelleren Stücke wurden als Balladen dargeboten und funktionierten auch in dieser Art und Weise in Dortmund. Marta und ihre Jungs legten ein richtig gutes Konzert hin. Nicht nur mit Strom, auch ohne können Die Happy vollend überzeugen.
Setlist Die Happy:
- Intro: Eye of the Tiger
- Hello
- Like a Flower
- Violent Dreams
- Breathing
- Perfect
- Big Boy
- Everyday is a Weekend
- Supersonic Speed
- Slow Day
- Wanna be your Girl
- The Ordinary Song
- I still love you
- Standing strong
- Not that Kind of Girl
- - - Zugabe - - -
- Stranded
- Goodbye
- On my Way
M.K. 29.11.2007
Fotos von Melanie Wiechers |
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