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Simson-Saal, Suhl-Mäbendorf Samstag 21.03.2009
Bands: Craving, Defloration, Obscurity, Ten Degrees Colder |
Zur Reunion und Release-Party ihrer neuen CD OBSESSED TO KILL luden die südthüringer Band Ten Degrees Colder in den Simson-Saal in Suhl/Thüringen ein.
Craving
Begonnen wurde der Abend mit der Oldenburger Nachwuchsband Craving. Ihr Death Metal mit folkloristischem Anstrich war ein cooler Opener für den Abend. Sie variieren ihre musikalische Ausrichtung bis hin in den Black-/Thrash-Metal-Bereich. Handwerklich haben die Jungs durchaus was auf der Kiste. Zwischen brachialen Parts gibt es den einen oder anderen melodiösen Rhythmus zu hören, der den Songs gut zu Gesicht steht.
Defloration
Danach stand der wohl skurrilste Auftritt, den ich je erleben durfte (musste) auf dem Plan. Defloration. Irgendwie haben die Jungs ja schon Kultstatus mit ihren Auftritten erlangt. Ihr Death Metal geht amtlich in die Birne. Mit eingebauten Breaks werden einerseits brutale höchstschwarze Parts mit tief dröhnendem Gitarrengeschredder und Grunz- und Growlattacken des Fronthünen Uwe Rödel und langsamere ruhigere Parts verbunden.
Ihre Grundausrichtung geht zum amerikanischen Todesmetall alá Cannibal Corpse. Mal groovige Arrangements, mal Blastbeatgerumpel, mal griffige Soli's. Echt cool! Apropos Uwe Rödel…dass er sich seiner Latzhose und seines T-Shirts entledigt hat und nur mit einer Unterhose mit Stinkefinger auf seinem besten Stück da stand, konnte man ja noch einigermaßen nachvollziehen (wobei, ich dachte, ich sehe schon blöd in einer Badehose aus :) nee, er zog auch diese nach einer Weile noch aus und beendete den Auftritt nach einigen Songs im Duett mit seinem kleinen Uwe an der nicht mehr ganz so frischen Luft.
Natürlich musste er auch noch nackelig im Publikum herumspringen. Seine angezogenen Jungs auf der Bühne konnten sich teilweise vor Lachen gar nicht mehr auf die Mucke konzentrieren.
Ten Degrees Colder
Die Gastgeber kommen danach auf die Bretter. Ten Degrees Colder bereits im Jahre 2000 gegründet und anno 2003 aus beruflichen Gründen bereits wieder aufgelöst versuchen nun eine Re-Reunion nachdem ein Comeback 2005 leider gescheitert war. Ihre musikalische Ausrichtung groovt dem melodischen Death Metal entgegen.
Dröhnende treibende Gitarren paaren sich mit tiefen Growl- und Grunzgesang und eingängigen Rhythmen. Ihre Inspiration für die Musik hat gewiss ihre Grundlage bei Six Feet Under und Debauchery. Absolut Party tauglich.
Obscurity
Zu Abschluss dieses Metalvergnügens spielten Obscurity auf. Also los, zieht die Schwerter, greift die Schilde, auf geht es in den Kampf.
Die Jungs aus dem bergischen bringen uns wahre Schlachthymnen zu Gehör. Ihr selbstgenannter Battlemetal lässt einen vorkommen wie in einem Wikingerlager mit aufgebrachten Kriegern vor einer entscheidenden Schlacht. Flugs formierte sich eine dauerbangende Meute vor der Bühne. Aufrichtig, ohne viel Spielerei oder genreübergreifende Ambitionen, halt einfach purer Viking Metal. Wenn es diese Metaldisziplin überhaupt gibt, dann kommen Obscurity genau aus der Mitte dieser Spezies. Hier ist kein langes Überlegen angesagt, Freunden von Walhalla, Ragnarök, Yggdrasil und Sleipnir kann diese Musik nur gefallen. Frontman Agalaz und seinen Mannen nimmt man dabei jeden Vocal und jeden Akkord sofort ab. Es dauert auch nicht lange und bald wird die Bühne durch eifrige Bangheads eingenommen. Die letzten Lieder muss die Band -und es macht ihnen sichtlich nichts aus- mit mehreren schopfkreisenden Fans zu Ende spielen. Ein absolut gelungener Auftritt, der Appetit auf mehr macht!
Fazit: Ein gelungener Abend in dem fast gänzlich vom Metal gemieden Suhl. Dankbar harte Klänge zu erleben haben sich doch ca. 200 Hartwurstler eingefunden. Bitte mehr davon!!!
R.J. 21.03.2009
Fotos von Joachim Rettschlag |
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