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9. Riedfest (D) Underground Metal Open Air Rohr bei Meiningen Freitag 24.07.2009
Bands: Disbelief, Disinfect, Dragonsfire, Fimbulvet, Finsterforst, Gomorrha, L`estard |
Es gibt Dinge im Leben, die werden sich nie ändern. Dazu gehört auf jeden Fall ne Menge Spaß, geile Bands, nette Crew und Gäste, sowie das Wetter beim Riedfest.
Wieder mal schien der Freitag einem Regengott gewidmet zu sein. Bereits bei der Anreise wäre ein Boot oder zumindest ein Amphibienfahrzeug die bessere Alternative gewesen. Als Park- bzw. Campingplatz wird eine Wiese umfunktioniert. Ein Paar Leute haben sich bei der Einfahrt positioniert. Wahrscheinlich haben sie Wetten abgeschlossen, wie weit in dem schlammigen und schmierigen Untergrund die Fahrzeuge kommen. Zumindest bis in die Mitte habe ich es geschafft. Ob es eine gute Entscheidung gewesen war, wird später geklärt.
Beim Aussteigen stand ich erstmal bis zum Knöchel im Wasser. Nun gut, ein Zelt wollte ich sowieso nicht aufstellen, da Luftmatratze und Schlafsack im Bus schon parat lagen.
Für das Open Air Gelände wurde ebenfalls eine Wiese umgestaltet. Auch befanden sich an manchen Stellen tiefe Schlammpfützen, die aber durch die Crew gerade mit viiiiiel Stroh einigermaßen begehbar gemacht wurden. Einige teils heftige Schauer machten es der Mannschaft aber nicht gerade leichter. So what? Ist halt Open Air.
Neben einigen Futterkrippen und Tränken, gab es einen Merch-Stand, ein Tattoo-Studio, ein größeres Zelt und natürlich eine größere Bühne.
Außerdem konnte man sich an ein Seil ketten und beim Bierkistenstapeln beweisen, dass man keine Höhenangst hat. Früher gab es stattdessen zwei Autowracks, die zum Abbau überschüssiger Kräfte traktiert werden konnten. Wegen eines Unfalls im letzten Jahr wurde darauf aber nun verzichtet.
Mit Disinfect begann gegen 19 Uhr der musikalische Teil des Abends. Die Ludwigsburger konnten ihren brutalen Death Metal leider nur zwei Händen voll Fans darbieten. Das sollte sich zwar später noch ändern, jedoch haben die später eintreffenden Hartwurstler einen echt geilen Opener verpasst.
Leider fiel (wahrscheinlich wegen der Nässe) nach kurzer Zeit der komplette Strom auf der Bühne aus, aber nachdem das Problem ausgemerzt war, legten die Württemberger ohne Kompromisse los. Die Jungs ballerten ein rohes, brutales und derbes Pfund Death Metal auf die Bretter. Klasse Gitarrensägen, fettes Drumming und extremes Grunzen. Routiniert wird das Tempo verändert und auch mal in unerwarteten Momenten auf die Bremse getreten. The american Way of Death Metal wird hier mustergültig vorgeführt.
So jetzt ist erstmal ein Dunkles fällig. Nach der Umbaupause treten mit L´estard die nächsten Death Metal Zocker auf dem Plan. Die Band vom Bodensee verstehen es mit ihrem Mid-Tempo Death Metal die Köpfe vor der Bühne in Wallung zu bringen. So langsam hat sich das metallische Auditorium eingefunden. Auch hier überzeugt das tiefe kehlige Stimmbandmartyrium des Frontman Marius.
Mit Dragonsfire wird nun eine ganz andere Gattung des Metal bespielt. Heavy bzw. True Metal ist auch nicht alltäglich beim Riedfest, aber interessant zu sehen, wie die überwiegend vorhandenen Todesmetal-Fans damit umgehen.
Die Hessen lassen sich nicht zweimal bitten und legen absolut geilen und launigen Gig hin. Die Meute nimmt es bereitwillig an und es dauert nur Augenblicke und eine ansehnliche Menge versammelt sich vor der Bühne. Die mitreißenden Hymnen, die ausströmende Glückseeligkeit und eine sympathische Kapelle tragen dazu bei, dass ein erstes Highlight dankend und bangend aufgenommen wird.
Mit Gomorrha geht es nun zurück in die Tiefen des Todesblei. Die Thüringer plätten die Bühne in brutalster Manier. Hammerhartes Tempo verbunden mit absurden Growls.
Die Jungs metzeln mit ihren Riffs alles in Grund und Boden. Für meinen Geschmack a touch too much.
Finsterforst sind die ersten Vertreter aus der Paganwelt. Mit knorrigen Ästen als Mikroständern und dunkelgefärbten Gesichtern und Körpern traten die Waldheinze auf die Bühne. Kleiner hätte die Bühne aufgrund der Anzahl der Forst-Metaller nicht sein dürfen.
Ein Akkordeon ist nun auch nicht unbedingt das Instrument, das man auf den Bühnen der Metalwelt allzu häufig findet, aber für die Melodien der Jungs aus dem Black Forrest unabdingbar. Geboten wird hier alles, was Pagan ausmacht. Folkige Melodien verquirlen sich mit heftigen Parts, eingängigen Riffs und blackmetalartigem Gekeife. Epische Abschnitte laden zwischendurch zum Durchpusten ein um dann wieder in dunkle Grantigkeit zu verfallen. Ein ständiges Wechselbad der Gefühle ist die Folge. Der Meute gefällt es und belohnt die Jungs mit Applaus und Zugabe-Rufen.
Eine gewisse gespannte Erwartung auf die nächste Nummer macht sich besonders für mich breit, da ich ihre neue CD PROTECTED HELL reviewen durfte. Dann sind die hessischen Death Metal-Granaten Disbelief an der Reihe. Vorweg, sie haben die Erwartungen nicht nur erfüllt, für mich war es einer der stärksten Auftritte, die ich in diesem Jahr erleben durfte.
Ihr doomig schwermütiger Death Metal kam bei der Horde vor der Bühne prächtig an. Die Hessen lieferten Songs aus ihren gesamten Schaffensphasen. Zähflüssige Abrissbirnen in einem unglaublich harten Soundgewand ließen den 60minütigen Auftritt wie im Fluge vergehen. Frontman Karten ‚Jagger’ Jäger wusste eindrucksvoll zu überzeugen, wie der Rest der Dieburger Gang. Wow!
Jetzt ist erstmal eine Pause zum Erholen und Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes angesagt.
Den letzten Auftritt des Tages absolvierte Fimbulvet. Das thüringische Pagan-Ensemble weist uns in den frühen und frostigen(!) Morgenstunden des Juli den Weg ins Walhalla mit ihren heidnischen Hymnen. Fimbulvet treten mittelalterlicht gewandet auf die Bühne, den Mikrophonständer standesgemäß mit einem Fuchsfell geschmückt. Die räudigen keifenden Stimmen wechseln mit cleanem Gesang. Eine rüde borstige Wucht des überwiegend sehr melodiösen Liedguts peitscht zum Schluss durch die Nacht. Noch einmal wurden die Trinkhörner in die Luft gereckt. Natürlich wird zum Ausklang noch das ein oder andere Bier geschlürft und so manche neuen Leute kennen gelernt.
Dann geht es zum Auto. Mein Stiefel bleibt im Morast stecken, so dass ich einige Meter auf einer Socke zurücklegen musste.
Dann hat es sich keine gute Idee erwiesen, den Wagen inmitten der Schlammwüste zu parken. Freunde von mir, die in der Nacht noch heimfahren wollten, hatten neben mir geparkt. Nicht mal zwei Meter sind sie von der Stelle gekommen, dann war der Wagen festgefahren. Zum Glück war die Crew vorbereitet und bereits fleißig dabei mit einem Radlader die feststeckenden Wagen aus dem Sumpf zu ziehen. Nachdem meine Mitstreiter erlöst waren, habe ich mich auch entschlossen, mein Auto auf die Strasse ziehen zu lassen. Hier noch einmal meinen Dank an Schmutz und Co.! Nunmehr war es bereits 4:30 Uhr, als ich mich zum Schlafen legen konnte.
R.J. 27.07.2009
Fotos von Joachim Rettschlag |
Die anderen Tage:
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Wylde, Zakk |
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Rhoads, Randy |
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Rudd, Phil |
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DeMaio, Joey |
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Idol, Billy |
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