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Konzertbericht
 

Summer Breeze Festival 2009 (D)
Flugplatz des Aeroclubs Dinkelsbühl
Freitag 14.08.2009

Bands: Amon Amarth, Amorphis, Battlelore, Black Massiah, Callejon, Cynic, Elvenking, Entombed, Firewind, Haggard, Koldbrann, Life of Agony, Nim Vind, Obscura, Protest the Hero, Psychopunch, Raunchy, Sabaton, Sacred Steel, Schandmaul, Skyforger, The Cumshots, The Other, The Haunted, The New Black, The Sorrow, Unsun, Urgehal, Vreid

3. Tag
Unsun
Die Sonne brannte bereits kräftig vom Himmel, als Unsun den zweiten Festivaltag eröffnete. Ex-Vader Maurycy "Mauser" Stefanowicz und seine Mannen, ach Quatsch, was schreibe ich hier. Im Mittelpunkt steht natürlich eine blonde Schönheit namens Aya, ihres Zeichens die Sängerin des polnischen Quartetts.
Unsun
Ihr Gothic Metal fehlten jedoch die Funken, um die handvoll Anwesender in Flammen zu setzen. Vielleicht lag es an der Hitze?

Nein, definitiv nicht! Auf der Pain Stage stand jetzt The New Black auf dem Zettel. Viel zu früh am Morgen, denn die Würzburger Fünf bügelten sämtliche noch vorhandenen Schlaffalten aus dem Gesicht. Vor der Bühne war es für diese Zeit (es war erst 11:30 Uhr!) erfreulicherweise erstaunlich voll. Und es hat mit Sicherheit keiner bereut. Ihr Heavy Rock mit Unmengen geiler Riffs und pfiffigen griffigen Hooks macht echt Muchas Maracas (da braucht's kein Duschbad).
The New Black The New Black

Spielfreude pur war auch in den Gesichtern der Band zu sehen. Daumen absolut hoch.

Die nächste Fraktion für Dicke Eier Musik stand auf der Hauptbühne sogleich bereit. The Cumshots sind mit Sicherheit keine Band, die man aus Norwegen vermuten würde. Rotzig verdorbener Death 'n' Roll oder besser Dreck 'n' Roll (nicht negativ gemeint!).
The Cumshots
Was eine Truppe... Bassist Tommy Dean haut sich erstmal auf dem Equipment stehend eine Büchse Bier in den Hals, der nächste mit Cowboyhut sieht aus, also ob er gestern noch bei Truck Stop an der Klampfe stand. Frontman Max Cargo kommt mit blauem Rüschenhemd auf die Stage um nach wenigen Minuten im schicken weißen Muscle-Shirt seine Tattoos zu präsentieren. Mal steckt sich das Mikro in den Schlund, mal gießt er sich ne Flasche Wasser ins Gesicht, dann wiederum begibt er sich in den Fotograben um auf Tuchfühlung zu den Fans zu gehen. Kein Moment des Gigs ist auch nur annähernd langweilig. Die werde ich mir mit Sicherheit noch mal ansehen.

Battlelore sind als nächstes dran. Bei der Meute aus Mittelerde äh Finnland kommt nicht so recht Stimmung auf. Auf jeden Fall sahen sie schon nett aus in ihren Gewändern.
Battlelore Battlelore
Wer allerdings auf die Idee kam die Band an dieser Stelle auftreten zu lassen, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Irgendwie schienen sie zu diesem Zeitpunkt etwas deplaziert. Fantasy Metal passt halt nicht wirklich zwischen Punk und Rock. Da wäre der kommende Tag besser gewesen. Egal.

Metalheadz Metalheadz
An dieser Stelle kam erstmal ein Break. Die Hitze und der fehlende Schatten sorgten für körperliche Dürre. Außerdem stellte sich auch ein wenig Hunger ein. Über die Versorgung lest ihr mehr am Ende des Berichts.
Mit Nim Vind und The Other waren dann zwei Horror Punk Bands direkt nacheinander an der Reihe.
Nim Vind aus Kanada zählen sich selber zu den Horror Punk Bands.
Nim Vind Nim Vind

Nun da sie keine Grusel-Outfits tragen (nur schwarze Klamotten und stylische Hüte) und auch sonst nicht furchterregend oder gespenstig rüber kommen, frage ich mich, wo ist der Horror? Nun denn, an der Musik ist nichts auszusetzen. Die Jungs um den Namensgeber der Band präsentieren einen tanzbaren Cocktail aus Punk, Rockabilly, Death und ein Hauch Glam-Rock geht ganz gut ab.

Das ganze Gegenteil sind The Other aus Köln.
The Other The Other
Die schauerliche Bemalung und Punk mit metallischer Härte ergreifen das Publikum. Auch die Jungs aus der Domstadt, die früher vor allem als Misfits-Coverband unterwegs war, hatten auch sichtlich Ihren Spaß beim Auftritt.

Ab ins Party Zelt Sacred Steel kommen und schwingen ihre True-Metal-Keule. Die Kutten- und Pommesgabel-Fraktion kamen voll auf ihre Kosten. Ganz unter dem Motto Metal is War kann diese Feuerwalze heute Stahl zum Schmelzen bringen.
Sacred Steel Sacred Steel
Okay okay, ich komme ja wieder runter. Ich hab schon ewig keinen True Metal mehr live gesehen.

Und schnell wieder zurück aufs Hauptfeld. Psychopunch steht auf dem Zettel. Diese Hetzerei nee nee nee….und das bei der Hitze. Punk'n'Roll aus Schweden stand auf dem Programm. Partytaugliche Mucke auf jeden Fall. Den Oscar für die schärfste Kleidung erhält der Bassist von Psychopunch. Mit dem halb offenen lila farbenen Hemd und der Fliegerbrille aller erst Güte, könnte glatt in so einem 70er Schmuddelfilm mitmachen.
Psychopunch Psychopunch

An irgendjemand erinnert der mich... richtig! Den Älteren bestimmt noch ein Begriff: Andy Scott von The Sweet. Könnte glatt sein Bruder sein.

Skyforger
Fix zurück ins Zelt und noch einen Fitzel von Skyforger aufgeschnappt. Lettischer Pagan mit viel Schwarzmetall. Da wird mit Sackpfeifen geflötet und Bassist Zirgs wälzt sich zupfend vor lauter Wolllust auf dem Boden.
Kurze Trinkpause bei heftiger Hitze ist jetzt erstmal angesagt.
Skyforger
So langsam werfen die beiden Bühnen und Türme wenigstens ein bisschen Schatten. Nur nutzt das nicht viel, denn jeder Millimeter des angenehmen Dunkel war besetzt.

Egal, jetzt ist Legendenverehrung angesagt. Entombed stand auf der Bühne. Die schwedischen Death-Metal-Heroes prügeln sich wuchtig durch ihre Bandgeschichte zwar spielten sie nicht alle ihre Highlights (u.a. " Left Hand Path" fehlte), aber ein Klasse Auftritt von L.G. Petrov und seinen Vasallen war es trotzdem. Vor der Bühne war wildes Gemoshe angesagt.
Entombed Entombed

Freude pur auch bei Frontman L.G. angesagt. Dass der etatmäßig Basser Nico Elgstrand zuhause auf Zuwachs wartete, interessierte nur peripher. Allerdings hätte Entombed mehr Zeit und die große Bühne verdient gehabt.

Obsura
Flugs ein Sprint rüber ins Zelt. Obsura standen dort auf dem Podium. Gelohnt hat sich die Raserei alle mal. Die progressiven Todes-Metaller aus Bayern bilden mit ihrem Gemisch aus Eingängigkeit und extremem Geknüppel eine tadellose Schnittmenge aus Härte und Melodie.

So, genug der Rennerei. Gemütlich geht es jetzt an die Pain Stage um auf Sabaton zu warten. Jeder Metalfreund hat hier sein pures Vergnügen, ebenso wie die schwedischen Kriegsherren. "Panzer Battalion", "Metal Machine" und "Attero Dominatus" um nur einige der präsentierten heavy Keulen zu nennen. Party pur, den Joakim Brodén und sein Tross wissen, wie man ihr Publikum zum rasen bringt.
Sabaton Sabaton

Immer wieder wird die Zuhörerschaft aufgefordert mitzusingen. Das Dauergrinsen in den Gesichtern der Fürsten der Power musste sicher am Abend operativ entfernt werden. Sympathisch und überzeugend! Eine Menge schwedischer Fahnen waren nicht nur auf der Bühne zu sehen. Und schon wieder so'ne Fliegerbrille. Haben die sich heut abgesprochen?

Amorphis sind back. Das kann man wohl spätestens nach ihrer letzten Langrille SKYFORGER mit Fug und Recht behaupten. Mal sehen, ob das live auch so ist. Der Andrang war schon ziemlich groß und die Dämmerung gab das letzte I-Tüpfelchen für eine stimmungsvolle Show. Ein tolles Flair ergab ihr melodischer Dark Metal mit der passenden Lightshow.

Odins Spielmannen Amon Amarth geben sich wieder mal die Ehre auf dem Summer Breeze. Was soll man zu den Wikingern noch sagen. Live eigentlich immer ein Garant für Stimmung, massive Attacken auf den Nackenmuskel und eine geile Show. Also alles wie am heute Abend, als der Vorhang gelüftet wurde. Das da vielleicht nicht immer alles technisch sauber gespielt wird, kann man bei einem solchen Auftritt getrost vernachlässigen. Massen an Crowdsurfern, der omnipräsente Johan Hegg und massive Pyros waren Beleg und Basis für einen geilen Auftritt und unterstreichen den Headliner-Status, auch ohne Drachenboot. Diesmal gab es ein übergroßes Banner von Twilight of the Thunder God. Auch an der Setlist gab es nichts auszusetzen. "Guardians of Asgaard", "Asator" oder "Pursuit of Viking" und "Death in Fire" um nur einige Songs zu nennen.
Eines ist mir jedoch aufgefallen. In diesem Jahr habe ich die Kaiser des Viking Metal sehen dürfen. Ein bisschen mehr Abwechslung, vor allem in den Ansagen, wünscht man sich dann doch.
Mit schmerzendem Nacken und ziemlich ausgehungert und fast verdurstet ließ ich den Abend dann an den Theken des Festivals ausklingen.

    R.J. 17.08.2009
    Fotos von Joachim Rettschlag

Die anderen Tage:
 
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