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Summer Breeze Festival 2009 (D) Flugplatz des Aeroclubs Dinkelsbühl Samstag 15.08.2009
Bands: Before the Dawn, Benighted, Black Sun Aeon, Born from Pain, Brainstorm, Bury me Deep, Dagoba, Deathstars, Epica, Evergreen Terrace, Evocation, Excrementory Grindfuckers, Ghost Brigade, Grave, Hate, Krypteria, Legion of the Damned, Moonspell, Narziss, Opeth, Secrets of the Moon, The Storm, Unlight, Voivod, Volbeat, Waylander |
4. Tag Mein Gott, wie doch die Zeit vergeht. Schon ist der letzte Tag angebrochen. Die Sonne knallte wieder erbarmungslos vom stahlblauen Himmel.
Mit noch etwas geschwollenen Augen und noch ziemlich müde schaffte ich es noch ein wenig von den Franzosen Benighted zu erhaschen. Die Deathcore Einlage war noch eindeutig zu früh für mich. Erstmal ein Kaffee damit die Augen richtig aufgehen.
Das ein Musiker mit zwei Bands auf einem Festival auftreten darf, kommt sicherlich nicht so häufig vor. Tuomas Saukkonen steht heute zweimal im Fokus. Zuerst kommen Black Sun Aeon. Nun ja, als stimmungsvoller Aufrüttler kann man die Musik sicher nicht bezeichnen. Soll sie sicher auch nicht, dabei wäre es zumindest für die beiden anderen Protagonisten neben Tuomas nicht schlecht gewesen. Völlig regungs- und vor allem kommunikationslos wurde der halbstündige Gig von beiden - ein bisschen wie Ölgötzen wirkenden - Mitstreitern abgehandelt. Saukkonen selbst saß an der Schießbude und sang natürlich auch die Songs. Musikalisch war der Quirl aus DDD-Metal (Dark Doom Death) mit Sicherheit nicht schlecht. Vielleicht war es den Finnen ja auch bei ungnädiger Hitze zu warm.
The Storm aus Dänemark, ah ja... kenne ich nicht, oder? Die Band nicht, aber die Sängerin Pernille Rosendahl kenn ich. Das wurde mir aber erst richtig bewusst, als Michael Poulsen sich mit Basecap und Klitschko-T-Shirt bekleidet zur hübschen dunkelhaarigen Sängerin gesellt. Als Pernille dann lasziv über die Bühnenfront an Michael herankrauchte war der zweite Höhepunkt des Auftritts perfekt. Musikalisch ging das alles sonst nicht so an mich.
Nun folgte der zweite Auftritt von Tuomas Saukkonen, diesmal mit Before the Dawn. Die Dark Metal oder besser Melancholic Scandinavian Metal (wie Tuomas es selber nennt) orientierten Finnen sorgen mit knackigen Riffs - Tuomas diesmal an der Klampfe - und abwechselnd clean und growl Gesang für mein heutiges erstes Highlight.Und vor allem... es war Bewegung auf der Bühne.
Grave zündeten die nächste Death Metal-Granate an diesem Wochenende. Eine Salve nach der anderen wurde abgefeuert. Für mich viel zu früh am Tag. Erstens hätten die Schweden einen späteren Auftritt wirklich verdient gehabt und zweitens war eine gewisse Bewegungseinschränkung beim Publikum den heißen Temperaturen geschuldet auch wenn es mehrere rotierende Häupter vor der Bühne gab.
Mit Krypteria folgt jetzt Symphonic Metal aus Deutschland mit koreanischer Unterstützung. Im weißen Hochzeitskleid gewandet betritt Ji-In Cho die Bühne. Die wirklich äußerst attraktive Frontfrau ist der Mittelpunkt der Band. Mit ihrer Präsenz und ihrem heißen Hüftschwung weiß sie das gewogene Publikum an sich zu binden. Musikalisch ist das Ganze eher nicht mein Fall.
Im Zelt zieht währenddessen eine tiefschwarze Wolke auf. Unlight aus dem süddeutschen Raum Zaubern eine dunkelfrostige Atmosphäre. Mit ihren im Corpsepaint-Style geschminkten Gesichtern und regungslosen Minen klopfen sie ihre schwarzen Pflock mit thrashigen und deathigen Astlöchern versehen direkt in das Herz des Zuschauers. Kalt, heftig und richtig gut!
Jetzt gibt es auf der Hautbühne wieder eine ordentliche Portion Power, denn die sympathischen Schwaben von Brainstorm sind nun am Start. Mit einem launigen Auftritt feuern sie eine Salve nach der anderen ab. Außerdem brachte besonders Frontman Andy B. Franck mit seinen manchmal auch selbstironischen Ansagen eine richtig gute Stimmung unter die Anwesenden und verschwand im Fotograben um direkten Kontakt zu den Fans zu haben.
Auch seine Mitstreiter machte der Auftritt sichtlich Spaß. Der große Unterhaltungswert, das charmante Auftreten und nicht zuletzt die energievolle musikalische Darbietung sorgten einerseits für großen Beifall und zeigten andererseits das die Band an oberster Front des Power Metal stehen.
Für die portugiesischen Dunkelfürsten Moonspell war es eigentlich viel zu hell für einen Auftritt, aber sie verstanden es in der abflauenden Sonne zumindest auf und vor der Hauptbühne einen Schleier der Düsternis zu erschaffen. Eine Menge ihrer Hits standen auf der Setlist. "Alma Mater" und "Full Moon Madness" sind da nur Beispiele.
Jetzt kommt richtig Feuer unters Dach. Legion of the Damned die niederländischen Thrashgötter geben sich die Ehre. Als wahre Dampframmen entpuppen sich die Songs immer wieder. Bereits vom ersten Ton an wurde über die gesamte Dauer von satten knapp 50 Minuten von der Bühne geballert und von den Zuhörern wie wild gebangt.
Killer wie "Son of the Jackal" sind prädestiniert für fette Aktion vor und auf der Stage. Daumen ganz hoch!
Rastlos geht es gleich wieder an die Hauptbühne. Volbeat standen 2007 auf der kleinen Bühne und hatten da richtig überzeugt. Als heimlicher Headliner nun als vorletzte Band auf dem großen Podium zu agieren, mal sehen, wie das ankommt bzw. wie die Dänen das umsetzen können.
Was soll ich sagen, sie haben es nahezu perfekt umgesetzt. Vor der Main Stage versammelte sich die bisher größte Menge an diesem Wochenende und es wurde getanzt, gesungen, gehüpft und gefeiert. Da standen Metalheads mit Kutte und Mähne neben Gothic-Freunden und gingen gleichermaßen ab.
Auf der Bühne erschien Michael Poulsen im Kellner-Outfit und fett gegelten Haaren und versprühte mit seinen Mannen eine unglaubliche Stimmung. Anders Kjølholm am Bass und Thomas Bredahl an der Gitarre hüpften, tanzten und drehten sich wie Brummkreisel mit einem Dauergrinsen. Da kommt halt die pure ungeschönte und völlig authentische Spielfreude rüber. Nicht zu guter Letzt trägt die stimmungsvolle Musik natürlich als Hauptanteil zur Partylaune bei. Eine Mischung aus Rockabilly, Rock'n'Roll, Country, Blues, Thrash und Punk in dieser Form dargereicht, da lassen sich der Kopf und die Füße kaum stillhalten. Dazu verfeinert das Ganze mit fetten Riffs und einer unglaublichen Stimme von Poulsen.
In ihrem 75minütigen Gig wurden so gut wie alle Hits präsentiert. "A Sad Man's Tongue", "The Garden's Tale" oder "Guitar Gangster's & Cadillac Blood", dazu natürlich die Revanche von Pernille Rosendahl in " Mary Ann's Place". Daneben gab es die Aufforderung zu einer Wall of Love , einen neuen Song und eine Slayer-Einlage zum guten Schluss. Partyherz, was willst du mehr? Äußerst zufriedene Gesichter des Publikums zeugten eindrucksvoll davon. Zwei Daumen hoch.
Eine Pause war nun dringend erforderlich. Die kanadischen Metaller von Voivod habe ich deswegen leider verpasst. Jedoch wurde mir von einem echt gelungenen Auftritt berichtet.
Nach einer solchen Partyrakete wie Volbeat fällt es mir einerseits etwas schwer mich auf die Musik von Opeth wirklich einzulassen, andererseits läuft auch nicht alles so richtig rund bei dem Auftritt der Schweden. Aus diesem Grund schalte ich irgendwie die Ohren auf Durchzug und muss auch der Hitze des Tages ein wenig Tribut zollen. Schade, denn Dagoba und Deathstars hätte ich mir gerne noch gegeben.
Damit war es vorbei, das Summer Breeze 2009.
R.J. 17.08.2009
Fotos von Joachim Rettschlag |
Die anderen Tage:
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Bandinfos |
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Liimatainen, J.A. |
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Young, Angus |
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Dickinson, Bruce |
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Wylde, Zakk |
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Rhoads, Randy |
284 |
Mikkonen, J.K. |
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Danzig, Glenn |
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Simmons, Gene |
265 |
Rudd, Phil |
265 |
Pesch, Doro |
259 |
Lee, Steve |
242 |
DeMaio, Joey |
240 |
Idol, Billy |
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