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Konzertbericht
 

Friedrich Ebert Halle in Ludwigshafen
Donnerstag 21.01.2010

Bands: Holy Hell, Manowar, Metalforce

Es gibt wohl keine Band, die die Metalgemeinde mehr spaltet als Manowar! Für die einen sind die Amis Lebensinhalt und Religion, für die anderen einfach nur eine Lachnummer. Ich selbst bin bisher immer zwischen beiden Polen hin und her geschwankt und so war die aktuelle Deutschland-Tour eine gute Möglichkeit, der Band auf dem Live-Sektor die Chance zu geben, mich von sich zu überzeugen. Also ab ins Auto und schnell nach Ludwigshafen, wo die Kings of Metal unterstützt von ihren Glaubensgenossen Holy Hell und Metalforce ihre Zelte aufgeschlagen haben. Dort angekommen muss zunächst registriert werden, dass in der Friedrich Ebert Halle noch Platz für ein paar hundert Fans mehr gewesen wäre. Dem ein oder anderen scheinen knapp 70 Euro (!!!) für ein Ticket eben doch etwas zu viel gewesen zu sein.


Metalforce
Punkt acht stürmen die fünf Jungs von Metalforce auf die Bühne und machen der Meute vor der Bühne erst mal klar, was diesen Abend über geboten sein sollte: True Metal mit allem was dazugehört! Da man dieses Vorhaben auch absolut souverän durchführt, sieht man bereits nach wenigen Takten die ersten glücklichen Gesichter vor der Bühne und mit zunehmender Spielzeit lassen sich immer mehr Fans zum Mitmachen animieren, sodass Metalforce am Ende ihres Sets absolut zufrieden mit sich sein können. Insbesondere das abschließende "Faster, louder, Metalforce" wird kräftig abgefeiert. Werbung in eigener Sache gemacht, Stimmung gemacht, Soll erfüllt!


Holy Hell
Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass Holy Hell überall dort sind, wo auch Manowar zu finden sind. Da die Band beim Manowar-eigenen Label Magic Circle Music unter Vertrag stehen, werden diese von ihren großen Brüdern überall mit hin geschleppt. Ob das so nötig wäre ist fraglich, da Holy Hell im Großen und Ganzen Musik am Rande der Bedeutungslosigkeit fabrizieren, völlig ohne Wiedererkennungswert und Existenzberechtigung! Da sich die Band dieser Sache aber selbst bewusst zu sein scheint, bedient man sich live kurzerhand zweier Dinge, die quasi immer funktionieren: Zum einen eine Frau auf die Bühne zu stellen, was bei in der Regel überwiegend männlichen Metalfans zumindest Interesse weckt. Da Holy Hell Frontfrau Maria Breon nicht unbedingt zu den hässlichsten Exemplaren ihres Geschlecht zählt, geht diese Rechnung schon mal ganz gut auf und so fällt es nicht mehr allzu stark ins Gewicht, dass der Gesang (zumindest an diesem Abend) nicht unbedingt der Souveränste ist. Die zweite Möglichkeit, von der Musik abzulenken, die Holy Hell erfolgreich fabrizieren, ist das Publikum ausreichend zum Lachen zu bringen. Diese Aufgabe übernimmt bei Holy Hell Gitarrist Joe Stump, dessen Alice Cooper-Gedächtnisfrisur gepaart mit einem breiten Repertoire an wahnwitzigen Grimassen wirklich mehr als unterhaltend ist. Falls man aber doch den Fehler macht und sich zu stark auf die Musik des Quintetts konzentriert, wird man doch recht schnell gelangweilt. Also schnell wieder Ohren zu und Augen auf…


Manowar
Nach einer Dreiviertel Stunde Umbauzeit, die von Magic Circle dazu genutzt wurde, das nächste hauseigene Festival zu bewerben, ging das Licht dann endlich für die Kings of Metal aus und der schwarze Vorhang fiel, der bis zu den ersten Takten vom Opener "Call to Arms" die Bühne verborgen gehalten hatte. Dahinter zum Vorschein kam ein recht schlicht gehaltener Bühnenaufbau, der vor allem von einer breiten Front von Verstärkern dominiert wurde. Zeitgleich hörte man auch, wozu all dieses Gerät diente, denn Manowar tragen nicht ohne Grund den Titel "lauteste Band der Welt". Den Fans ist die Lautstärke aber ziemlich schnuppe, denn die Partystimmung ist bereits beim ersten Song voll da und wird dann gleich noch einmal gesteigert, als mit "Fight until we die" der nächste Knaller ertönt. Die Band zeigt sich perfekt eingespielt und strahlt nur so von Spiellaune, allen voran Muskelpaket und Stimmwunder Eric Adams, den man unbestreitbar zu den besten Sängern im Metal-Business zählen muss. Spätestens als dieser dann bereits an dritter Stelle des Sets "Kings of Metal" ansagt, haben Manowar das Publikum voll hinter sich.
Was man der Band sehr groß anrechnen muss, ist eine absolute Publikumsnähe! So wird während einer der äußerst unterhaltsamen Ansagen von Joey deMaio (so erfahren wir auf Deutsch: "Dieses Leben ist zu kurz für diese Scheiße!") ein wagemutiger Junggitarrist aus dem Publikum auf die Bühne gebeten, der nach einer Dose Bier seine musikalischen Qualitäten beweisen darf. Tolle Einlage!
Während der folgenden zwei Stunden spielen Manowar ein doch recht modernes Best Of Set, bei dem sich zeigt, dass die Band wirklich magisch wird, wenn sie sich in die langsameren Gefilde begibt, etwa bei "Swords in the Wind" und vor allem natürlich bei der Hymne "Warriors oft the World united", die als letzter Song präsentiert wird, bevor die Band zum ersten Mal von der Bühne verschwindet. Die Band kam aber gleich wieder zurück und präsentiert mit "House of Death" und dem grandiosen "Black Wind, Fire and Steel" noch zwei weitere Songs, die den Fans noch einmal alles abverlangten.
Zusammenfassend muss ich eingestehen, dass mich Manowar live wirklich überzeugt haben! Natürlich dürfte mancher den ein oder anderen Klassiker wie etwa "Hail and Kill" oder "Heart of Steel" in der Setlist vermisst haben, aber eine Band wie Manowar wird es wohl nie schaffen, alle zufrieden zu stellen. Positiv anzurechnen ist auch, dass die Band dieses mal ohne Keyboards aufgetreten ist, wodurch die Musik zwar gerade in den ruhigeren Passagen etwas weniger pathetisch wirkt, dafür aber authentischer und härter wird.
Bis zum nächsten Mal, Hail and Kill!


    M.S. 21.01.2010

 
 
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