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Konzertbericht
 

No guts – No Glory Tour 2010
Große Freiheit, Hamburg
Sonntag 21.03.2010

Bands: Airbourne, Taking Dawn

Schon eine geschlagene Stunde vor Beginn herrscht reges Treiben vor der Großen Freiheit in Hamburg. Kein Wunder, das Konzert war über zwei Monate im Vorfeld komplett ausverkauft und zumindest bei Online-Auktionen zahlte mancher Fan der australischen Durchstarter Airbourne für ein Ticket mehr Geld als für einen Stadiongig der Gebrüder Young.

Kaum in der Halle angekommen, meldet der Merchandise-Stand schon den Ausverkauf erster Motive und T-Shirt Größen: Keine Frage, Airbourne sind derzeit das Große Ding für alle Fans kraftvollen Hard-Rocks.


Taking Dawn
Taking Dawn
Pünktlich zur Tatort-Zeit legen Taking Dawn an diesem Sonntagabend wohl deutlich lauter los als die Herrschaften der öffentlich Rechtlichen. Ihr Sound ist live um einiges aggressiver als auf Platte, kann aber nur wenige der Anwesenden wirklich mitreißen. Es könnte daran liegen, dass sich die Jungs aus Las Vegas zu schnell mit ihrer Anheizer Rolle begnügen. Natürlich kommen Fragen wie "Are you ready for Airbourne?" super an, nur sollte man diese vielleicht etwas sparsamer einstreuen und die eigene Band stärker präsentieren. Deren Songs haben nämlich durchaus einige gute Riffs und den einen oder anderen gelungenen, bisweilen an Iron Maiden erinnernden, Leadsatz dabei.
Taking Dawn
Leider sitzen gesanglich nicht immer alle Töne zu hundert Prozent, aber dafür sieht man eben auch eine absolute Liveband. Taking Dawn geben sich damit zufrieden, Airbourne nicht (wie wohl auch kaum eine andere Band derzeit) das Wasser reichen zu können, und überlassen ihren Label-Kollegen schließlich die Bühne, während das Publikum eh nur noch auf den besagten Hauptact wartet.


Airbourne
Airbourne
Dass selbst beim Soundcheck der ergraute „Mikro-check-check-hey!“ Mann die Fans mühelos zum Mitsingen animieren kann, sieht man nicht alle Tage. Es herrscht den Abend einfach eine gute Stimmung in der Halle und alle warten auf den Headliner. Diese lassen die Umbaupause standesgemäß mit Rose Tattoo, Rhino Bucket und Konsorten beschallen während (natürlich) Motörhead den letzten Song liefern, bis die Jungs die Bühne entern:
Der Sound steht, es ist brachial laut und die Jungs legen von Anfang an eine unbändige Energie und Bewegungsfreude an den Tag. Es scheint unglaublich, aber die Band hält dieses Tempo tatsächlich den ganzen Abend durch. Airbourne geben gnadenlos Gas und rocken mit riesiger Publikumsunterstützung das Haus.
Airbourne
Highlight der Show ist sicher wie immer Joel's Run durch das komplette Publikum: Zunächst der Beginn des Solos wie Vorbild Angus Young vom Tisch beim Mischer im hinteren Drittel der Halle, im weiteren Verlauf umrundet er aber einfach mal noch die Große Freiheit auf zwei Etagen und schafft es mühelos, nebenbei noch Bierchen zu zapfen und an einen durstigen Fan zu verschenken.
Weitere Showeinlagen wie das "Bierdose am Kopf zerhauen" stellen das klischeehafte Highlight einer schlicht gehaltenen, aber sehr intensiven Rock n Roll Show dar. Jeder der immer noch Zweifel an der Klasse der Jungs hegt, aber ein Album zumindest "okay" findet, wird nicht herumkommen sich die Aussies live anzusehen. Sie mögen derzeit vielleicht etwas gehypt sein: Live sind sie zweifelsohne eine Klasse für sich.


Fazit: Etwas Kritik des Abends lässt sich am wirklich zu lauten Sound des Abends anbringen. Jaja „It's never too loud for a Rock n Roll crowd“, aber vielleicht sollte man nicht jede Band mit ihren Texten wörtlich nehmen. Auch die Bierpreise von 3,30€ für 0,25Liter ließen sich sicher ein wenig fanfreundlicher gestalten. Aber das ist alles meckern auf hohem Niveau: Airbourne haben eine klasse Show geboten und jeder, der sie verpasst hat, möge sich dafür die Haare raufen!

    S.J. 21.03.2010
    Fotos von Stefan Junge

 
 
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