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Konzertbericht |
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18. With Full Force Flughafen, Roitzschjora (D) Donnerstag 30.06.2011 - Tag 0
Hochsommerliches Wetter, ja fast wüstenartige Hitze und Staub, dass waren die äußeren Bedingungen des letztes Jahres. Das es dieses Jahr eher kühl und feuchter verlaufen soll, dass war erst mal nicht besorgniserregend, ganz im Gegenteil. So freuen wir uns auf ein geiles Festival mit massenweise geiler Musik.
Wir sind wieder hier, in unserem Revier! so tönt es beim Befahren des Campingplatzes aus einem Auto nebenan im Stau. Tja, wenn die Autoschlange erreicht ist, dann knallen halt die Korken. Aus jedem Auto dröhnt Musik und es dauert auch nicht lange, bis einige ein Level erreicht haben, was sie ausgelassen macht. Was da alles zu sehen ist, lässt die Wartezeit doch recht kurzweilig erscheinen.
Nach dem über zweistündigen Stop and Go haben wir unseren Platz erreicht. Mit den knapp zwanzig Kumpel wird erst mal unser großes Mannschaftszelt aufgebaut. Unsere Fachleute stellen seit Jahren ein Zelt mit Gerüststangen und einer derben olivgrünen Plane auf.
Danach startet die Party. Bei Eintritt der Dunkelheit geht es vor zur Konservenmusik. Der Alkohol fließt in Strömen und es ist nicht verwunderlich, dass es da viele völlig Durchgeknallte zu sehen gibt. Aber Hallo, dafür sind wir ja da, oder?
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Freitag 01.07.2011 - Tag 1
Bands: Agnostic Front, Bring Me The Horizon, Bullet For My Valentine, Carnifex, Deadlock, Deez Nuts, Disbelief, Evile, Insidious Disease, Legion Of The Damned, Misery Index, Negator, Omnium Gatherum, Watain, First Blood, Grave, Krawallbrüder, Millencolin, Protest The Hero, The Casualties, The Ghost Inside, Title Fight
Endlich geht es los. Das Wetter ist erst einmal richtig festivaltauglich. Kein Regen, nicht zu warm, also genauso, wie es der Festivalgänger haben will. Dem einen oder anderen fällt es heute früh sicher schwer aus den Federn zu kommen, nach dem gestrigen feuchtfröhlichen Beginn.
Was immer wieder positiv auffällt hier beim WFF, die Musik startet immer erst nach 13:30 Uhr. Geil, auspennen und dann in Ruhe den Tag vorbereiten. Bei anderen Festivals quälst Du Dich bereits um 11:00 Uhr an die Bühnen.
Omnium Gatherum
Mit Omnium Gatherum startet das Festival auf der Mainstage. Die Finnen legen ordentlich los und ziehen mit ihrem Melodic Death Metal doch eine immer größer werdende Menge Zuschauer vor die Bühne. Natürlich ist noch viel Anfangseuphorie mit dabei. Ein ordentlicher Auftakt und die Zuschauer geben nach dem gut halbstündigem Gig artig Applaus.
Evile
Evile aus England versuchen mit Thrash Metal zu überzeugen. Das lässt sich so mancher Metalhead nicht zweimal sagen und es fliegen heute die ersten Matten. Die beiden Alben ENTER THE GRAVE und INFECTED NATIONS haben mir unglaublich gut gefallen. Aber die Auffälligkeit dort haben auch live Bestand. Der Stimme von Frontman Matt Drake fehlt es an der thrashigen Attitüde. Ansonsten ein solider Auftritt
Deadlock
Deadlock aus Bayern verbinden melodischen Death Metal mit derben corelastigen Growls von Johannes Perm. Vor allem das Wechselspiel zwischen Johannes und der Frontperle Sabine Scherer, die mit klarem Gesang für die ruhigen Momente zuständig ist, bestimmt das Bild der Band. Jedenfalls hat sich eine ordentliche Menge vor der Mainstage versammelt. Eine energiegeladene Show hinterlässt eine feiernde Menge.
Disbelief
Auf der großen Bühne steht eine deutsche Death Metal-Legende auf dem Plan. Disbelief aus Hessen haben in der Vergangenheit bereits bewiesen, dass ihre einzigartige Musik gerade auch live hervorragend funktioniert. Auch diesmal legen sie los wie die Feuerwehr. Die Meute vor der Bühne gibt gleich bei den ersten Takten klein bei und bangen, hüpfen und wippen wie die Wilden. Kein Wunder, bei solchen Groovemonstern, wie "A Place to hide", "Misery" oder "Navigator". Die Band trägt ihre Songs voller Spielfreude und Emotionen vor. Ohne Firlefanz, ohne Posen, nur intensive Musik. Jagger und seine Mannen wissen, wie man die Massen beeindruckt. Sie selbst waren nach ihrem Auftritt ebenfalls fasziniert, wie Mastermind Karsten Jagger Jäger nach dem Konzert zugab.
Es gab in der Vergangenheit viele Gerüchte, was eine bevorstehende Auflösung von Disbelief betrifft. Wenn sich eine Band dermaßen emotionell und mit solch einer Power präsentiert, darf noch keine Ende sein! Jagger selbst sprach auch eher von einem neuen Album. Na also!
Carnifex
Durchpusten ist angesagt, ehe mit Carnifex ein amerikanischer Deathcore-Bulldozer über die Bühne walzt. Druckvoll, brutal und eingängig ballern die Jungs eine Granate nach der anderen aufs Parkett. Herauszuheben ist die Hammerstimme von Frontman Scott Lewis. Dafür braucht er eigentlich einen Waffenschein.
Es hat sich eine ziemliche Meute vor der Bühne versammelt, die Carnifex vom ersten Moment abfeiern und sich sofort mit Crowdsurfing, diversen Pits und der Todeswand voll verausgaben. . Mir reicht es nach einer guten halben Stunde und ich schaue mal ins Zelt.
Deez Nuts
Auf der Tentstage sind gerade Deez Nuts aus Australien am Werke. Mit einer derben Portion Rapcore sorgen die Socceroos für eine echte Abwechslung und eine Unmenge guter Stimmung. Nicht nur, dass die Verrückten vor der Bühne lauthals mitgrölen, auch einige Surfer sind unterwegs und stillstehen kann hier eh keiner. Geil!
Legion Of The Damned
Auf der großen Bühne geht es deftig weiter. Mit Legion Of The Damned folgen die altgedienten Thrash-Könige aus den Niederlanden. Was will man dazu noch sagen, Genickbruchstimmung ist jetzt angesagt und sowohl Band, als auch Publikum sind gut beieinander und lassen es vom ersten Moment an mächtig krachen. Mit Thrashkeulen a la "Death's Head March" oder "Son of the Jackal" kann man definitiv nichts verkehrt machen. Der neue Bassist Twan van Geel wirkt, als ob er schon immer dabei gewesen ist. Geile Band, geiler Auftritt.
Das Jahr 2011 stand für Legion of the Damned bisher nicht unter einem guten Stern. Erst verließ Gitarrist Richard Ebisch aus gesundheitlichen Gründen die Band und kurz danach wurde bekannt, dass Ex-Bassist Twan Fleuren Selbstmord begangen hat. R.I.P.!
Bring Me The Horizon
Mit Bring Me The Horizon hält der Metalcore Einzug. Vor der Bühne ist es gekracht voll. Es ist schon beeindruckend, was für einen Sprung die noch recht junge Band gemacht hat. Sie spielen auf vielen Festivals als Head- oder zumindest als Co-Headliner, kein Wunder, wenn man eine solche Mengen versammeln kann. Wo die Engländer auftreten, bleibt kein Stein auf dem anderen. Auch hier heute Abend geht es sofort mit mehreren Pits los. Allen voran Oli Sykes weiß genau, wie man die Meute am brodeln hält. Und die hängt dem Frontmann heute förmlich an den Lippen. Auch die anderen Jungs lassen sich nicht lumpen. Bassist und Gitarrist lassen sich über die Crowd tragen und verschwinden irgendwo in der Menge.
Wie die Menge abgeht und die Band das genießt und nicht locker lässt ist der Hammer. Musikalisch halte ich es für nicht sonderlich hervorzuheben, okay, es ist auch nicht mein Ding, aber das Spektakel auf und rund um die Bühne ist schon geil.
Agnostic Front
Auf die Newtimer folgen die Oldtimer. Auf der Hauptbühne geht es mit Agnostic Front weiter. Inzwischen hat es angefangen zu regnen. Entsprechend kommt Sänger Roger Miret mit einer Regenjacke auf die Bühne. Die Hardcore-Crowd dreht sogleich komplett am Rad. Es hätte noch nicht einmal solche Bandhymnen wie "Gotta Go" oder "For my Family" gebraucht um die wahnsinnige Meute auf Trab zu bringen. Eigentlich gehören die Amis ja schon zum Inventar und ehrlich, wenn sie weiter so einen hohen Spaßfaktor verbreiten, können sie jederzeit wiederkommen. Leider geht die Stunde Spielzeit recht schnell rum. Wortwörtlich kann man sagen: Auf Wiedersehen!
Was soll nach zwei solcher Kracherauftritten jetzt noch kommen? Bullet For My Valentine als Headliner? Kann das gut gehen? Es kann!
Bullet For My Valentine
Die Engländer bringen nochmal richtig Stimmung in die Bude bzw. lassen das hohe Level der Vorbands nicht abfallen. Es wird weiterhin wie wild gebangt und getanzt. Die Circle Pits werden zusehends größer. Und das obwohl die Mädelsquote drastisch angestiegen ist. Die Waliser gehören nicht zu der Dauerprügel-Fraktion, denn sie wissen auch mal das Tempo zu drosseln. Mit Balladen wie "Say Goodnight" oder "Tears Don't Fall" treten sie zwischendurch ordentlich auf die Bremse und gestalten den Gig durchaus abwechslungsreich.
Alles in allem muss ich zugeben, dass Bullet For My Valentine dem Status als Headliner durchaus standhalten konnten. Mein Ding wird diese Art des Metal wohl nie richtig werden. Muss aber auch nicht, geil war es trotzdem.
Derweil regnet es sich doch richtig ein. Zeit ins Zelt zu verschwinden, den es folgt...
...die Knüppelnacht!
Insidious Disease
Die erste Band bei der legendären With Full Force-Institution ist Insidious Disease. Die Allstar-Black / Death Metal-Band konnte ich live noch nie sehen. Es soll auch so bleiben, denn kaum im Zelt angekommen stelle ich fest, dass meine Kamera den Geist aufgegeben hat. Scheinbar hat sie beim Rock in Concert Open Air doch mehr gelitten, als ich angenommen habe. Mein Kumpel hat auch einen entsprechende Fotoapparat dabei und hat mir sofort angeboten diesen vom Parkplatz zu holen. Kurz nachgedacht, bin ich im strömenden Regen und im T-Shirt losgelaufen. So richtig warm war es nun auch nicht, vielleicht 8 Grad.... Am Auto angekommen schnappe ich mir die Kamera. Einige meiner Kumpel sitzen derweil durchnässt unter dem Zelt und bibbern schon ein wenig.
Watain
Direkt zum Auftritt von Watain bin ich wieder zurück. Also gleich ab in den Fotograben. Leider stelle ich dort fest, dass der Akku leer ist. So ein Mist, meine vollgeladenen liegen ja am Auto, aber nochmal zurück laufen und Watain verpassen? NÖ!
Eine weise Entscheidung, denn die bösen Schweden legen einen geilen Auftritt hin. Man kann ja über Äußerlichkeiten wie Corpspaint, Nagelarmbänder, Kreuze und Kerzen streiten, aber rein musikalisch sind sie über alle Zweifel erhaben. Der atmosphärische Black Metal fängt den Zuhörer schnell ein. Selbst Leute, die bisher nicht viel mit Black Metal oder Watain am Hut hatten, zeigen sich beeindruckt. Die Jünger des Gehörnten verfallen nicht dem eintönigen Gebolze, sondern wissen groovig-klangvolle Mid-Tempo-Momente mit erhabenen, aber trotzdem typischen schwarz-metallischen Riffs zu verbinden und erzeugen stets ein besonderes und finsteres Flair. Definitiv sehens- und vor allem hörenswert.
Negator
Es bleibt dunkel im Zelt, denn als nächstes ist Negator an der Reihe. Das Projekt von Nachtgarm, der nun auch bei Dark Funeral für die Vocals zuständig sein wird, hat ein anderes Format, als das der schwedischen Vorgänger. Es gibt kein optisches Drumherum, dafür ist das Ganze knüppelhart, hasserfüllt und erbarmungslos.
Ein Vierteljahrhundert sind Grave auch schon unterwegs und nun hier auf dem With Full Force. Leider sind nicht mehr viele Metalheadz im Zelt unterwegs. Na ja, kein Wunder, langer Tag, reichlich Alkohol, da gehen die Rollladen so langsam runter. Mir geht es ähnlich, zudem kommt noch das nasse Shirt, also lasse ich die Nacht mit einem Gang durch das triefnasse Campinggelände ausklingen. Das Shirt kann man eh schon auswringen... Sorry Grave und Misery Index!
R.J. 01.07.2011
Fotos in Kürze |
Die anderen Tage:
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Bandinfos |
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Top-10 Konzerte |
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21 Tage-Hits bis 19.01.2013 |
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Top-15 Bands |
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21 Tage-Hits bis 19.01.2013 |
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Top-16 Reviews |
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21 Tage-Hits bis 26.04.2013 |
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Top-15 Musiker |
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Lee, Steve |
466 |
Hetfield, James |
453 |
Bon Jovi, Jon |
429 |
Young, Angus |
415 |
Wylde, Zakk |
330 |
Dickinson, Bruce |
321 |
Rudd, Phil |
310 |
Liimatainen, J.A. |
300 |
Rhoads, Randy |
280 |
Mikkonen, J.K. |
280 |
Danzig, Glenn |
275 |
Simmons, Gene |
268 |
Pesch, Doro |
264 |
Idol, Billy |
253 |
DeMaio, Joey |
252 |
21 Tage-Hits bis 19.01.2013 |
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