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Konzertbericht
 

Summer Breeze Festival
Illenschwang bei Dinkelsbühl (D)
Freitag 19.08.2011 - Tag 3

Es ist ziemlich früh am Freitag morgen, als ein gewaltiges Unwetter über das Gelände des Summer Breeze fegt. Soweit wir erfahren gab es glücklicherweise keine Verletzte. Außer umgerissenen Zelten und fortgeflogenen Pavillons ist nichts passiert. Vom Veranstalter und den Hilfskräften wurden Sofortmaßnahmen eingeleitet, da es den ganzen Vormittag noch eine Sturmwarnung für die Gegend gibt.

Von den Absperrgittern werden die schwarzen Planen entfernt, damit sie dem Wind keine Angriffspunkte bieten. Zudem wird auf dem Festival-Gelände alles entfernt, was irgendwie fort fliegen oder gefährlich werden könnte.

Einige riesige Pfützen bleiben zurück und natürlich dauert es auch nicht lange und es gibt die ersten Fangobäder. Es ist zwar noch etwas bewölkt, aber die Temperaturen sind bereits am Vormittag im Begriff in Richtung der Werte des Vortages zu klettern.

Auf dem weiteren Weg zu den Bühnen sind massenhaft geflickte oder notdürftig befestigte Pavillons und Zelte zu sehen. Mein erster Gedanke ist, dass glücklicherweise niemand körperlich zu Schaden kam. Ein Bekannter erzählt uns von einem umgestürzten Tower, der auf einem Zelt gelandet sein soll, aber eine Bestätigung gibt es dafür nicht.

Kurze Zeit später erfahren von dem Unglück in Belgien. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, wie man darauf reagieren soll. Hey, da sind Gleichgesinnte, die bei gleicher Gelegenheit zu Tode kamen oder zumindest Todesängste ausgestanden haben. Aus Frust haben wir uns erst mal etwas Hochprozentiges ein geholfen, denn ein flaues Gefühl liegt in unseren Mägen. Viel hat nicht gefehlt, und uns wäre es nicht viel anders gegangen.

Bands: Einherjer, Emil Bulls, Enslaved, Facebreaker, Graveyard, Guns of Moropolis, Hail of Bullets, Helrunar, Interment, Kalmah, Mad Sin, Neaera, Nervecell, Powerwolf, Rev 16:8, Skeletonwitch, Stahlmann, Vicious Rumors, Your Demise Amorphis, Bolt Thrower, Hammerfall, Imperium Dekadenz, J.B.O., Kataklysm, Saltatio Mortis, Secrets of the Moon, Trigger the Bloodshed, Turisas, Weissglut


Nervecell
Okay, mit Nervecell steigen wir dann wieder in das musikalische Treiben ein. Death Metal aus dem Morgenland ist nicht alltäglich und schon allein deshalb interessant. Die Araber verstehen es die noch vorhandene Müdigkeit aus dem Skelett zu prügeln. Mit unnachgiebigem Old School Todesmetall, der einen Hauch arabischer Folklore beinhaltet, lässt sich die ansehnliche Meute gern wecken. Schon werden erste Banger gesichtet. Unterstützung bekommen Nervecell heute von Kikou, seines Zeichens Drummer von Benighted, die morgen in das Geschehen eingreifen werden. Die Araber klingen mal ehrlich brutal und mal eher progressiv, aber eigentlich durchgängig melodiös. Passend dazu die Growls von Rajeh 'James' Khazaal. Geil!

Setlist Nervecell

  1. Flesh & Memories
  2. Vicious Circle of Bloodshed
  3. All Eyes on them
  4. Existence Ceased
  5. Demean
  6. Demolition

Your Demise
Jetzt wird's britisch! Nee, keinen Five O'Clock Tea und keinen Plum Pudding. Hardcore, oder genauer gesagt Your Demise! Vor der Bühne ist es rappelvoll und die Briten lassen sich nicht lumpen. Was da auf der Bühne für Bewegung stattfindet ist kaum zu beschreiben. Allen voran Bassist Jimmy Sampson, der zur Höchstform aufläuft. Der lange Schlaks wippt, hüpft und springt, wie ein wild gewordenes Känguruh. Allein bei dem Anblick könnte ich mich schlapp lachen. Die Crowd lässt sich logischerweise nicht lange bitten und legen ebenfalls los wie die Feuerwehr. Circle Pits, Wall of Death und wildes Gemoshe - man könnte meinen die 35 Minuten stehen unter dem Motto 'Bewegung ist Gesundheit'. Cool!

Setlist Your Demise
  1. MMX
  2. Scared for Live
  3. Shine on
  4. Nothing left but Regret
  5. Miles away
  6. Like a broken Record
  7. Life of Luxury
  8. The Kids we used to be
  9. Burnt Tongues

Skeletonwitch
Zu einer völlig anderen Baustelle geht es nun. Pechschwarzer Thrash steht auf dem Kontrast-Programm. Skeletonwitch, allen voran Frontmann Chance Garnett, präsentieren sich trueer als true. Die Haare zottelig, Bärte wie im Märchenfilm, das Outfit hat seit längerer Zeit kein Wasser gesehen. An der einen oder anderen Stelle gehen auch schon mal die Nähte auseinander. Riesige Nietenarmbänder zieren die Unterarme. Die Kombination zwischen dem Erscheinungsbild, der Stimme und der Musik ist einfach true und stimmig.

Trotz einiger anfänglicher Probleme schaffen es die Amis, die Mittagssonne zu verdunkeln. Dabei verteilen sie in ihren Tracks ein hammerartiges Lead nach dem anderen, ein Fest für Freunde des virtuosen Gitarrenspiels.

Setlist Skeletonwitch
  1. Upon Wings of Black
  2. Submit to the Suffering
  3. Crushed beyond Dust
  4. Reduced to the Failure of Prayer
  5. Beyond the Permafrost
  6. Sacrifice for the Slaughtergod
  7. Strangeld by unseen Hands
  8. Infernal Ressurection
  9. Fire from the Sky
  10. Vengeance will be mine
  11. Choke upon Betrayal
  12. Within in my Blood

Kalmah
Das der Finne an sich ein extrovertierter Geselle ist, kann man ja nun nicht wirklich behaupten. Als Kalmah die Bühne betreten, ist eine gewisse kühle Zurückhaltung zu erkennen. Das ändert sich jedoch schnell ziemlich schnell. Denn kurz nachdem sie ihren ersten Song begonnen haben, macht sich gute Stimmung vor der Bühne breit. Das überträgt sich sogleich auf die Finnen. Die sind jetzt so richtig angestochen und legen fulminant los. In den Gesichtern der Musiker spiegelt sich freudige Zufriedenheit und Sänger Kokko lässt sich zu einigen launigen Ansagen hinreißen.

Kalmah bedienen sich songtechnisch aus allen Phasen ihrer Karriere und immer, wenn sie den Hahn richtig aufdrehen, dann geht es vor der Bühne richtig ab. Der druckvolle fett Sound tut sein Übriges um die Matten amtlich kreisen zu lassen. Da können sich selbst eher verschlossene Finnen ein Grinsen nicht verkneifen.

Setlist Kalmah
  1. Intro
  2. Hook the Monster
  3. Swamphell
  4. Bitter Metallic Side
  5. The Groan of Wind
  6. They will return
  7. 12 Gauge
  8. The black Waltz
  9. Principle Hero
  10. Outro

Emil Bulls
Bevor im Partyzelt wieder Alarm herrscht, machen sich auf der großen Bühne die Emil Bulls bereit. Lange gab es Naserümpfen, wenn die Bayern auf der Running Order standen. Das hat mächtig nachgelassen, denn mittlerweile haben sich die ehemaligen Klosterschüler zu einer festen Größe in der Alternative Metal-Szene gemausert. Die Bestätigung, wenn es noch einer gebraucht hätte, folgt genau jetzt. Vor der Main Stage ist es rammelvoll.

Sowohl Band, als auch das Publikum legen mächtig los. Und obwohl es bereits ohne Bewegung ziemlich warm ist, steigt die Temperatur gleich um ein paar Grad mehr. Frontman Christoph "Christ" von Freydorf zeigt sich einmal mehr als Vorturner auf der Bühne. Stillstand kennt das sympathische Wusel nicht. Wäre die Bühne noch 20 Meter breiter, würde er auch diese spielend ausfüllen. Seine kleine Minibühne oder besser gesagt, sein kleines Podest mit dem tiefergelegten Mikrophon hat natürlich auch wieder mitgebracht.

Den alten Anzug, nämlich ihre Anfangszeit, haben sie zuhause gelassen. Sie konzentrieren sich mehr auf das Material der neueren Veröffentlichungen, jedoch gibt es keinen Vorgeschmack auf neue Songs. Im Oktober gibt es schließlich ein neues Album, Oceanic soll das gute Stück heißen.

Tja, allen Naserümpfern sei hier nochmal versichert, die Emil Bulls stehen zu recht auf jeder Running Order eines Metal-Festivals.

Setlist Emil Bulls
  1. Here comes the Fire
  2. The most evil Spell
  3. Wolfsstunde / ad Infinitum
  4. Nothingness
  5. Time
  6. Cigarette Scars
  7. All in Tune with the univers
  8. Nothing in this World
  9. When God was Sleeping
  10. Worlds Apart

Rev 16:8
Jetzt geht die Rennerei wieder los. Auf der Party Stage steht eine Band, die völliges Neuland ist. Allein beim Namen Rev 16:8 spucken in meinem Schädel lauter Fragezeichen herum. Was hat das alles zu bedeuten?

Nun ja, früher Nachmittag, Sonnenschein und glühende Hitze sind nicht unbedingt die besten Voraussetzungen für eine Black Metal-Session. Aber was soll es, zumindest ist es im Zelt ja etwas dunkler. Für die jungen Schweden ist es die Premiere auf einem Festival zu spielen. Wir gehen mal davon aus, dass sich wegen der Band doch reichlich Zuschauer einfinden. Auf jeden Fall merkt man den Schwarzheimern eine gewisse Nervosität an. Allen voran Frontmann Talon, der sein extravaganten Mikro-Ständer umwirft oder auf diesem mit seinem Fuß abrutscht. Auch die eine oder andere Pause zwischen den Songs gönnt sich der Sänger. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...

Musikalisch hören wir kein stumpfes Dauergebolze, die Schweden wissen Melodiebögen in tiefschwarzes Fegefeuer zu integrieren und eine plausible morbide Stimmung zu schaffen.

Setlist Rev 16:8
  1. Leave me (Intro)
  2. Ashlands
  3. Blackline Sundown
  4. Red Serpent Coil
  5. The Chase
  6. Placid in Pale (Intermission)
  7. Flame Salvation
  8. Coal Mirror
  9. When your Words are obsolete

Hail of Bullets
Ein altvertrautes Gesicht steht als nächstes auf der Pain Stage. Martin van Drunen und die Jungs von Hail of Bullets nehmen uns mit auf einen brutale Reise in die Wirren des Krieges. Jeder weiß, was er zu erwarten hat, nämlich kompromisslosen Death Metal der heftigen Art, dazu gesellt sich die einzigartige Stimme des Bandleaders. Es entsteht eine Geschichtsstunde der besonderen Art.

Martin erklärt zwischen den Songs kurz die historischen Grundlagen der Songs, musikalisch werden die Themen mit tiefem wuchtigen Old School Death Metal in die Köpfe geballert. Bei den Niederländern geht es nicht um komplexe Strukturen in ihren Songs, sondern gerade die mittelschnellen oder sogar eher langsameren Melodien verleihen den Tracks die notwendige Tiefe. Die Bewunderer in den ersten Reihe werden regelrecht weggeblasen, zumindest flogen die Matten derart.

Während des Auftritts erinnert Martin an die Tragödie von Belgien und wünscht allen Musikfreunden, dass niemals mehr jemand zu Schaden kommt auf einem Musikfest. Dem schließen wir uns an!

Es war mal wieder ein klasse Auftritt von Hail of Bullets, ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass man jemals von dieser Band live enttäuscht wird.

Setlist Hail of Bullets
  1. The Eve of Battle
  2. Operation Z
  3. Red Wolves of Stalin
  4. Guadalcanal
  5. On Coral Shores
  6. General Winter
  7. Kamikaze
  8. Tokyo Napalm Holocaust
  9. Ordered Eastward

Stahlmann
Zeit ein Päuschen einzulegen und das möglichst im Schatten. Also rein ins Partyzelt. Da machen sich gerade mit schwarzem Anzug gekleidete und mit silbriger Farbe überzogene Gestalten für ihren Auftritt zurecht - Stahlmann aus Niedersachsen. Man braucht kein Prophet zu sein, um zu wissen, welcher Musikstil jetzt folgt. Industrial Metal wird einer überschaubaren Menge präsentiert. Deutlich in Text und Musik orientieren sich die Göttinger an der deutschen Industrial-Institution Rammstein.

Setlist Stahlmann
  1. Willkommen
  2. Marschieren
  3. Stahlmann
  4. Kaltes Herz
  5. Göttin
  6. Hass mich…lieb mich
  7. Herzschlag
  8. Stahlwittchen
  9. Teufel

Guns of Moropolis
Zwischenzeitlich haben sich auf der Camel Stage der Machthaber von Guns of Moropolis und seine Gesellen niedergelassen. Metalbilly nennen die Moropolypen ihre Musik. Auch wenn (bzw. gerade weil?) sich natürlich eine gewisse Nähe zu Volbeat nicht verschweigen lässt, tut dies dem Stimmungs- und Partyfaktor der Musik keinen Abbruch.

Guns of Moropolis, so heißt die schwäbische Band, können bei jedem Part mehr Zuschauer vor der Camel Stage versammeln. Und endlich konnte sich Frontmann und Diktator August Paulsen mit dem Ruf SUMMER BREEZE von der Bühne einen alten Traum verwirklichen.

Setlist Guns of Moropolis
    Part 1:
  1. Sir Winston
  2. James
  3. Electric Eddy
  4. In Dynamite we Trust
  5. MC Boogie
    Part 2:
  1. HDH-DK 25
  2. Queen Mary
  3. Chuck Saves
  4. Robert the Hero
  5. MC Boogie
    Part 3:
  1. Whorehouse Event
  2. Roy's Party
  3. Stainless Peter
  4. MC Boogie
    Part 4:
  1. Sparki
  2. Robert the Hero
  3. MC Boogie
  4. Goodies

Enslaved
Zum 20jährigen Jubiläum präsentieren sich Enslaved dem Summer Breeze Publikum. Die Norweger halten sich an ihre neueren Veröffentlichungen, machen jedoch mit "Allfádr Odinn" eine Ausnahme. Dieser Song stammt von ihrer ersten EP aus dem Jahr 1993. Sicherlich passt die Musik von Enslaved nicht unbedingt zu einem sonnen überfluteten Nachmittag, funktioniert hat es aber trotzdem. Qualität setzt sich halt durch und zwar zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Die Norweger inszenieren Viking Metal mit einem deutlichen Hang zur Progressivität. Genau mit diesen ausgedehnten und verspielten Passagen konnten sie beim Publikum punkten. Frontmann Grutle hat alles im Griff und lässt die Meute ordentlich mitmachen. Die machen auch ordentlich mit und lassen im Verlauf ihres Bewegungsdranges keine der zahlreichen großen Pfützen aus. Alles richtig gemacht Enslaved!

Setlist Enslaved
  1. Ethica odini
  2. Raidho
  3. Ground
  4. Ruun
  5. As Fire…
  6. Allfádr Odinn
  7. Isa

So langsam färbt sich das Gelände in pink. Alles klar, die Verteidiger des Blödsinns, auch J.B.O. genannt, geben sich auf der Main Stage die Ehre. Ihr Fans machen sich deshalb auf den Weg.

Facebreaker
Auch wenn es für Facebreaker das erste Mal ist, einer steht schon zum zweiten Mal in diesen Tagen auf der Stage. Sänger Robert Karlsson konnte bereits mit Scar Symmetry am Mittwoch überzeugen. Aber auch der Rest der schwedischen Death Metal-Walze möchte heute ihrem Namen alle Ehre machen. Allerdings hätten es ein paar Zuschauer mehr sein dürfen, die sich die Gesichtsknochen brechen lassen. Die Massen schauen den rosa Streitkräften zu und relativ Wenige interessieren sich für diese Abrissbirne. Es lässt mich zweifeln, aber wie sagte man schon die der Sendung mit der Maus Klingt komisch, ist aber so.

Die Schweden überzeugen mit wuchtigem Sound. Die Band ist perfekt eingespielt und Mr. Karlsson growlt was immer seine Stimme hergibt. Das erste Mal muss nicht wehtun. Klasse Gig der Schweden.

Setlist Facebreaker
  1. Cannibalistic
  2. Torn to Shreds
  3. Soul Eater
  4. Epidemic
  5. Bloodthirst
  6. Slowly Rotting
  7. Mankind under Siege
  8. Dead, Rotten and Hungry
  9. Creeping Flesh

Helrunar
Deutscher Black Metal mit einem gehörigen Schlag Pagan schallt jetzt von der Partybühne. Helrunar aus Münster ist nicht unbedingt dafür bekannt, dass sie an jeder Steckdose spielen. Also ist es um so besser, dass sie hier beim Summer Breeze aufspielen.

Die Musik der Münsteraner ist ziemlich dynamisch und der Sound ist sehr gut. Die versammelte Menge nimmt auch gleich das Feeling der Musik auf und bringt Bewegung ins Zelt. Die Musik mal hymnisch, mal mit heftigen Riffs tauchen das Zelt in ein tiefes schwarzes Ambiente. Unterstrichen wird das Ganze durch den keifenden Gesang von Skald Draugir. Der hat hier alles voll im Griff. Immer wieder lässt er die recht textsicheren Fans mitsingen. Leider sind die 40 Minuten recht schnell vorbei und es bleibt die Gewissheit, das Helrunar mit diesem Auftritt Lust auf mehr gemacht hat.

Setlist Helrunar
  1. Kollapsar
  2. Ich bin die Leere
  3. Unter dem Gletscher
  4. Nebelspinne
  5. Älter als das Kreuz

Mad Sin
Auf der Pain Stage zeigt sich zur Zeit Turisas aus Finnland, wie gewohnt rot-schwarz bemalt. Währenddessen ist hier auf der Party Stage Zeit für Horrorbilly. Mad Sin geben sich die Ehre.

Wenn man sich den momentanen Hype um Rockabilly- und Rock'n'Roll-Bands anschaut, kann man vor Köfte de Ville nur den Hut ziehen. Bereits vor 24 Jahren hat er den Riecher gehabt und Mad Sin gegründet. Die Band ist mittlerweile die Institution im deutschen Rockabilly-Sektor und gehört noch immer oder vielleicht gerade deshalb zu den überzeugendsten Ensembles in diesem Genre.

Das Zelt ist auch gut gefüllt und die Menge nimmt den Psychobilly-Sound in sich auf. Infolgedessen wird getanzt und gehüpft, was das Zeug hält. Der Bewegungsdrang des nicht ganz schlanken Frontmann Köfte ist beeindruckend und animiert die Meute zusätzlich. Ein absoluter Hammer sind die Aktionen, die Basser Valle mit seinem beleuchteten und gewaltigen Kontrabass ausführt. Immer gut gelaunt und mit breitem Grinsen dreht und windet Valle das riesige Teil über die Bühne. Sogar eine Pyro-Fontäne lässt er am Hals des Basses erstrahlen.

Ein Festival, wie das Summer Breeze, lebt davon, ein ausgewogenes Billing auf die Beine zustellen. Dazu gehören Bands aus allen Genres und der eine oder andere Farbtupfer. Mad Sin gehören zu diesen Farbtupfern und profitieren genau davon. Die johlende Menge beweist es.

Setlist Mad Sin
  1. Cursed
  2. Point of no Return
  3. Outta my Head
  4. 1000 Eyes
  5. Brainstorm
  6. Wreckhouse
  7. 2, 3, 4 nothing's Alright
  8. Straight to Hell
  9. Gonna get her
  10. Brand new Cadillac
  11. Dead Moon
  12. Speak no Evil
  13. 9 Lives
  14. Communication
  15. Psychotic Night

So nun eine Gewissensentscheidung: Death Metal mit der Legende aus England - Bolt Thrower - oder Hard-/Bluesrock aus Schweden - Graveyard.

Graveyard
Die Entscheidung fiel schnell. Ich bleibe im Partyzelt, weil ich ehrlich gesagt nicht mehr laufen will. Bereut habe ich das auf jeden Fall mal gar nicht, denn die Schweden legen einen starken Auftritt hin. Graveyard haben ein Gespür für Melodien und Ohrwürmer. Retro Hard Rock trifft dabei auf Anleihen aus Stoner und Doom Metal. Wie bereits das letzte Album gezeigt hat, kommt das bei den Fans an. Auch heute zeigt das eine ziemliche Masse an Zuschauer. Wippende Füße oder Köpfe sind die Minimal-Bewegung, die man hier im Zelt sieht. Aber auch die Live-Performance der Schweden tut ihr Übriges für einen super gelungenen Auftritt.

Setlist Graveyard
  1. No good, Mr. Holden
  2. Lost in Confusion
  3. Hisingen Blues
  4. Uncomfortably Numb
  5. Buying Truth (tack och förlåt)
  6. Thin Line
  7. Ain't fit to live here
  8. The Siren
  9. Evil Ways

Neaera
Der nächste Act hier im Zelt wirkt wie ein Schlag mit einer Eisenfaust. Die Melo-Deather Neaera werden bereits vor dem Auftritt mächtig gefeiert. Der Funke springt von Fans zu Band und wieder zurück. Mit den ersten Klängen geht der Punk so richtig los. Die Fans moshen sich die Lunge aus den Leibern und lassen ihre Kräfte in einer Wall of Death. Der Höhepunkt ist erreicht, als Sänger Benny Hilleke einen massiven Circle-Pit durch das gesamte Zelt initiierte. Überhaupt schafft er es mühelos, dass sich die Meute ihm willenlos ergibt. Als Benny die Crowd surfte, konnte die ihm etwas zurückgeben für eine Unmenge an Power. Als Dank bekommt die Masse einige Shirts, mit Druckluftkanonen von der Bühne gefeuert. Zurück bleibt eine vor Schweiß triefende Meute und jede Menge verbrannte dampfende Erde. Donnerlüttchen! Ein unglaublich intensiver Auftritt der Münsteraner. Hut ab vor Neaera!

Setlist Neaera
  1. Heaven's Descent
  2. Let the Tempest come
  3. Armamentarium
  4. Eight thousand Sorrows deep
  5. The wretched of the Earth
  6. Walls instead of Bridges
  7. Spearheading the Spawn

Eigentlich wollte ich schnell an die Main Stage laufen, weil z. Zt. gerade HammerFall versuchen das Publikum auf ihre Seite zu bekommen. Entschieden habe ich mich aber dann doch eine kurze Pause einzulegen.

Vicious Rumors
Hier im Zelt gibt es auch Power Metal aber aus den Staaten. Nachdem Atheist ihre Teilnahme aus persönlichen Gründen abgesagt hat, rückt ein wahres Urgestein ins Billing. Vicious Rumors aus den Vereinigten Staaten sind bereits seit 32 Jahren im Geschäft. Eine doch relativ kurzfristige Zusage für ein derartiges Festival dürfte für den erfahrenen Fünfer kein Problem sein.

Ist es natürlich auch nicht. Leider ist das Zelt nicht annähernd voll, als die Power Metal-Maschine angeworfen wurde. Zur gleich Zeit spielt ja HammerFall auf der großen Bühne. Es wäre für die Zukunft vielleicht sinnvoll, bei der Auswahl und Zusammenstellung darauf zu achten, dass Bands aus dem gleichen Genre nicht unbedingt zeitgleich spielen sollten.

Was soll's, Vicious Rumors machen einfach das Beste draus und legten los. Kutte, Leder und Posing, alles was man für Power Metal so braucht. In 32 Jahren hat sich allerlei Material angesammelt, aus dem sich die Amis auch gütlich tun. Frontmann Brian lässt sich ein Bad in der überschaubaren Menge nicht nehmen. Eine dreiviertel Stunde Partytime geht zu Ende. Schade, dass nicht mehr mitgefeiert haben.

Setlist Vicious Rumors
  1. Digital Dictator
  2. Minute to kill
  3. Murderball
  4. Razorback Blade
  5. Lady took a Chance
  6. Worlds & Machines
  7. Let the Garden burn
  8. Hellraiser
  9. Warball
  10. Soldiers of the Night
  11. Don't wait for me

Powerwolf
Das nächste humorvolle Highlight lässt nicht lange auf sich warten. Während auf der Pain Stage Kataklysm den Abend abschließt, ist hier Zeit für Wölfe, Vampire und jede Menge Weihrauch. Powerwolf geben sich die Ehre uns für 50 Minuten zu unterhalten. Fans gibt es scheinbar ziemlich viele, denn die Bude bzw. das Zelt ist fast komplett gefüllt.

Bevor es losgeht, muss die Bühne natürlich erst mal durch Oberwolf Attila Dorn gesegnet werden, dann kommen die ersten Pyros zum Einsatz. Powerwolf agieren im eingängigen doom-angehauchten Power Metal-Bereich. Damit fangen sich die Wölfe leicht ihre Beute. Denn ziemlich schnell kann jedermann die Texte lauthals mitgröhlen. Das sich sie sich dabei selbst nicht hundertprozentig ernst nehmen, kann man heute Abend mehrfach belachen.

Als Drummer Roel van Helden sein Schlagzeug zerlegt, fordert Attila die Menge auf ihn auszupfeifen. Dieses mit Siebenbürger-Dialekt vorgetrageneMeine Freunde... hat uns den ganzen restlichen Abend zum Grölen gebracht. Auch die Ansage zum Männer-Song "Resurrection by Erection" sorgt für Riesenbrüller bei den Anwesenden. Der Auftritt wird definitiv einer der Höhepunkte des Festivals werden.

Setlist Powerwolf
  1. Sanctified with Dynamite
  2. Prayer in the Dark
  3. In Blood we trust
  4. Raise your Fist, Evangelist
  5. We drink your Blood
  6. Werewolves of Armenia
  7. Dead Boys don't cry
  8. Resurrection by Erection
  9. Saturday Satan
  10. Lupus Dei

Einherjer
So, wie findet man jetzt den Faden zur ernsthaften Musik? Wir probieren es einfach. Statt Weihrauch wird es in den nächsten Minuten nach Zerstörung riechen, statt Altar regiert die Streitaxt und statt weißer Farbe im Gesicht sieht man nun Wikingerhelme. Einherjer aus Norwegen sind zurück. 2004 erfolgte die Trennung, doch vor zwei Jahren brachten die Walküren die rühmlichen Krieger zurück auf die Bühnen dieser Welt.

Vollauf ohne Verkleidung bringen sie uns in die Welt der Mythen und Sagen aus längst vergangenen Zeiten. Nach anfänglichen Schwierigkeiten fangen uns die Norweger mit Urwüchsigkeit und Kraft. Ohne irgendwelche Sperenzien zeigen sie uns, wie man Viking Metal umsetzen kann. Mit schwarzen Elementen durchzogene Melodien, unbändig, düster aber zugleich auch ehrwürdig und sehnlich.

Setlist Einherjer
  1. Dragons of the North
  2. Berserkergang
  3. Norrøn Kraft
  4. Balladen Om Bifrost
  5. Far far North
  6. Ironbound


Fazit: So, nun folgen noch Secrets of the Moon und Imperium Dekadenz im Partyzelt, allerdings ohne mich. Der Tag hat doch Kraft gekostet, also ab zum Schlafplatz.


    R.J. 19.08.2011
    Fotos in Kürze

Die anderen Tage:
 
  • Summer Breeze - 17.08.2011
  • Summer Breeze - 18.08.2011
  • Summer Breeze - 20.08.2011

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     THE VANITY SYNDROME
    297
    Infinitys Call
     UNCONDITIONAL
    291
    Miseo
     LUNATIC CONFESSIONS
    291
    Order To Ruin
     THE LOSS OF DISTRESS
    289
    Stepfather Fred
     HELLO LARRY BROWN
    280
    Vision Divine
     9 DEGREES WEST OF...
    279

    21 Tage-Hits bis 19.10.2014
     
     

    Top-15 Musiker
     
    Bon Jovi, Jon 368
    Hetfield, James 336
    Rudd, Phil 335
    Danzig, Glenn 304
    Dickinson, Bruce 296
    Wylde, Zakk 294
    Young, Angus 291
    Simmons, Gene 285
    Rhoads, Randy 283
    Liimatainen, J.A. 278
    Goss, Kimberly 271
    Pesch, Doro 268
    Rivers, Sam 261
    Lee, Steve 259
    Pineda, Arnel 250

    21 Tage-Hits bis 19.10.2014
     
     






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