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Review: Lion's Share |
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Album:
| | EMOTIONAL COMA, 2007, AFM |
Stil:
Wertung:
| |  5 von 7 Punkten | | J.G., 13.06.2007 |
Review:
| | Für das schnelllebige Musik-Business sind sechs Jahre Pause eine halbe Ewigkeit und deshalb ist es umso erstaunlicher, dass Lion's Share trotz aller Erfolge in der Vergangenheit den Mut besitzen, ein neues Album zu veröffentlichen. Gitarrist Lars Criss wollte es einfach noch einmal wissen und ging bei EMOTIONAL COMA, dem nunmehr fünften Langeisen auf Nummer sicher. Als Bassist verpflichtete er Sampo Axelsson, der u.a. für Glenn Hughes die Saiten traktierte und auf den Schemel setzte er den Session-Drummer Richard Evensand.
Nicht genug, schaffte er es keinen geringeren als Sänger Nils Patrik Johansson zu verpflichten. Dieser hatte bereits seine Einzigartigkeit, aber auch Vielfalt bei Richard Andersson's Space Odyssey, den Dänen von Wuthering Heights und vor allem bei seiner Stammband Astral Doors eindrucksvoll unter Beweis stellen können. Die Fachpresse ließ sich dabei zu Vergleichen mit Tony Martin und Dio hinreißen.
Ob es nun Lars Criss gelungen ist, die Songs seinem Gesangsstar auf den Leib zu schreiben, gilt es herauszufinden. Bei Space Odyssey und Wuthering Heights ist dies angesichts einer instrumentellen Übermacht und ungeschicktem Songwriting nur unzureichend gelungen.
Schon die ersten Klänge des Openers "Cult of Denial" lassen erahnen, dass etwas wirklich großes folgen könnte. Treibende melodische gitarrenlastige Riffs, ein gut aufgelegter Nils, dezente Chor-Unterstützung im Refrain und unterhaltsame Gitarren-Soli. Nach der Halbzeit des Songs erwartet man jedoch eigentlich etwas Entwicklung, die jedoch nicht folgt. In etwas die gleiche Richtung zielt auch das nachfolgende "The Arsonist", mit etwas weniger Melodik, dafür mit mehr Geschwindigkeit.
Der Titelsong "Emotional Coma" gehört in die Gruppe der Highlights. Hier hat man es verstanden traditionellen Heavy Metal der 80er mit genügend Eingängigkeit zu versehen, dass er schon fast als Ohrwurm durchgehen könnte. Ein Touch Doom für die Melancholie und etwas anspruchsvollere Akkorde verleihen dem Titel einen modernen Anstrich.
Nach der kleinen Verschnaufpause lassen Lion's Share mit "Clones of Fate" die Kuh fliegen. Mithilfe kräftiger Drum-Unterstützung werden hier die High-Speed-Riffs regelrecht in die Gehörgänge gestanzt. Ein recht wildes Gitarren-Solo trägt nicht unbedingt zur Beruhigung der Pulsfrequenz bei.
Deutlich auf die Bremse treten die Jungs bei "The Edge of the Razor" packen jedoch einen mörderischen Groove oben drauf. Irgendwie vermisse ich den zündenden Funken, der sich bei den reichlichen Moll-Akkorden nur schwer entfalten kann.
Deutlich schneller gestrickt ist "Toxication Rave", der jedoch in die gleiche Kerbe schlägt und etwas an den sich nicht entwickelnden Opener erinnert. Es folgt wohl ein gitarrengeprägter Zwischenspurt der aber dem Song nicht wirklich zu einem schlüssigen Ende führt. Das etwas ungewöhnliche Fade-Out lässt fast vermuten, das auch dem Songwriter dieser Umstand nicht verborgen blieb.
Ganz anders verhält es sich mit "Trafficking", das von Beginn an in Metal gegossene Rock-Riffs einsetzt und mit einem durchaus haftenden Refrain glänzen kann. Das Gitarren-Soli gestaltet sich durchaus abwechslungsreich und wird geschickt in die folgende Hookline überführt.
Vorher hatte man schon an einigen Stellen vorsichtig an das mächtige Doom-Tor geklopft, und nun wird sie mit "Bloodstained Soil" endgültig aufgestoßen. Endlich ist die melancholische Melodik passend und in sich schlüssig. Ganz anders geartet, jedoch für mich ein weiteres Highlight.
"Soultaker" an und für sich ein flotter voll nach vorne abgehender Song ist ein gutes Beispiel dafür, dass mit etwas mehr harmonischen Akkorden ein toller Ohrwurm zum Angriff auf die Trommelfälle geblasen hätte. Eigentlich schade, denn die Gitarren-Riffs sind genial einfach und trotzdem nicht langweilig, Nils bekommt freie Hand und die Rhythmus-Fraktion schwingt gnadenlos die Peitsche.
Als Bonus-Track hat man sich für eine Cover-Version von Angel Witch entschieden. die Ballade "Sorcerers" fügt sich ziemlich nahtlos in das eigene Songmaterial ein, zeigt jedoch, was noch alles drin gewesen wäre, hätte man bei den eigenen Kompositionen nicht so spärlich harmonische Elemente eingesetzt.
Fazit: Auch wenn einige Songs nicht gerade mit absoluter Eingängigkeit brillieren, sondern sehr häufig düster, doomartig und metallisch klingen, so hat man es verstanden, zeitgemäße und solide Metalkost abzuliefern und dabei Nils Patriks Stimme voll zur Geltung zu bringen. Hier kreischen keine Gitarren rücksichtslos über die Gesangsspur oder bügeln Synthieklänge und Double-Bass Drumming die Stimme nieder, sondern unterstützen und betonen dort, wo es sinnvoll und nötig ist.
Mir persönlich gefällt Nils Patrik Johansson bei seiner Band Astral Doors immer noch besser, jedoch lag Lars Criss mit seiner Wahl des Sänger goldrichtig. Daneben haben die anderen Gäste trotz großer Namen wie Gitarrist Bruce Kulick von Kiss, Sänger Mats Levén, ex-At Vance und Glen Drover von Megadeth nicht mehr als simple Statistenfunktion.
Durchaus in Ordnung geht es auch dass die Gitarren manchmal etwas zu selbstverliebt agieren. Doch was will man erwarten, wenn der Häuptling selbst der Axtschwinger ist. Axel Rudi Pell, Yngwie Malmsteen und Co. machen es schließlich genauso.
Sicherlich hätte etwas mehr Melodik und Harmonie dazu beigetragen aus einigen Songs noch richtige Ohrwürmer zu zaubern. Dieses Potenzial hat man leider nicht voll ausgeschöpft, was etwas schade ist. |
Tipp:
| | Für ehemalige Lion's Share Fans sicherlich ein willkommenes neues Futter, aber auch Fans, die gerne abseits des traditionellen 80er Jahre Heavy Metal für neue treibende Rhythmen aufgeschlossen sind sollten sich ein Probehören nicht entgehen lassen. |
Titel-Liste:
| | - Cult of Denial
- The Arsonist
- Emotional Coma
- Clones of Fate
- The Edge of the Razor
- Toxication Rave
- Trafficking
- Bloodstained Soil
- Soultaker
- Hatred's my Fuel
- Sorcerers
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.lionsshare.org  |
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Bandinfos |
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