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Review: Lunatica
 
THE EDGE OF INFINITY

Album:
 THE EDGE OF INFINITY, 2006, Frontiers

Stil:
 Symphonic Melodic Rock

Wertung:
 6,5 von 7
6,5 von 7 Punkten
 J.G., 17.07.2006

Review:
 Manchmal bin ich immer noch erstaunt mit welch stümperhaften Arrangements, dem Fehlen irgend eines Plans und grottenschlechter Gesangs- und Instrumentalleistung Bands versuchen, im großen Hard Rock und Heavy Metal-Teich zu überleben.

Achtung, schaut nach oben, auf die vergebenen Punkte. Hier handelt es sich um das krasse Gegenteil.

Es wurde nichts übersehen und unversucht gelassen, ein erfolgreiches Gesamtwerk abzuliefern. Angefangen vom Konzept, der Wahl von Gast-Musikern, dem Verpflichten erfahrener Produzenten, der Gestaltung des Cover-Artwork bis hin zum Wichtigsten Teil, der blitzsauberen Produktion eines beeindruckenden Songmaterials.

Obwohl hier zurecht mit dem Begriff Symphonic agiert wird, hat man es jedoch nicht versäumt, jedem Stilelement genügend Raum für die richtige Entfaltung zu lassen. Trotz stellenweise dichter Instrumentalisierung, gewinnt man nie den Eindruck von übervollen Arrangements. Orchestrale Elemente dürfen sich gleichberechtigt neben Gitarren-Soli und Background-Chören austoben und kommen sich dabei nie ins Gehege. Besonders angenehm ist hierbei die Stimmlage von Frontfrau Andrea Dätwyler, die niemals störend auffällt und sich, egal ob im Duet oder unterstützt von Background-Chören, immer voll entfalten kann.
"Introduction" darf man hier wörtlich nehmen, stellt doch eine Erzählstimme (Dieter Meier) die entscheidende Frage: "Infinity, what does it mean to you?" Keine Angst, man bleibt damit nicht im Regen stehen, es werden im Anschluss einige Antworten geliefert.
Der folgende Opener und gleichzeitige Titelsong "The Edge of Infinity" zeigt auch gleich die Marschrichtung des restlichen Albums auf - nicht zu langsam und nicht zu schnell, mit Mut zu schnellem Double-Base Drumming ebenso wie zu bombastischen Orchester-Arrangements. Niemals gewinnen Gitarren oder Synthesizer auf Dauer die Oberhand, sondern ergänzen sich gleichberechtigt in perfekter Art und Weise.
"Who you are" - ist es Rock oder ist es Pop. Nun sicherlich trifft hier beides zu. Dies kommt nicht von ungefähr, wenn man bedenkt, dass die schwedischen Songwriter Carl Falk und Sebastian Thott diesen Song beigesteuert haben. Normalerweise verarzten die beiden Größen wie Lindsay Lohan, Westlife oder Britney Spears. Bleibt nur zu bemerken: Lunatica's eigene Songwriter-Qualitäten hätten für dieses Album in jedem Fall ausgereicht.
Mit "Together" legt man zunächt eine vielleicht überraschende aber dafür umso erfrischendere Härte an den Tag die nahtlos in ruhige balladenhafte Abschnitte übergeht und man sich bis zuletzt in diesem interessanten Spannungsfeld bewegt.
Die Ballade "The Power of Love" erinnert mich zunächst sehr stark an den Song "When the last Unicorn..." und bezog sicherlich von dort auch seine anfängliche Inspiration. Nichtsdestotrotz ist es ein gefühlvoller, eingänglicher Song, wie man ihn sich bei einer solchen Album-Art wünschen darf. Die klassischen Folk- und orchestralen Elemente verleihen dem Stück die nötige Tiefe, Schwere, aber auch das gewisse Feeling.
Das "zweite" "Emocean" mit Akustik-Gitarren, Orchester und einem Schuss Alan Parson-Flair sorgt nicht zuletzt durch das Duet von Andrea mit Oliver Hartmann für einen mehr als würdigen Ausklang eines zeitgemäßen Albums.

Fazit: Man darf wohl mit Fug und recht behaupten, dass sich der Aufwand für dieses Album gelohnt hat. Von Anfang bis Ende eine abwechslungsreiche Erlebnisreise durch die Symphonic Melodic Rock Welten mit jeder Menge an geschickten Arrangements, die so schnell keine Langeweile aufkommen lassen. Jetzt muss sich dies nur noch in den verkaufszahlen niederschlagen. Verdient hätten es die Schweizer allemal.

Tipp:
 Alle Fans von Symphonic Rock oder Metal werden ihre helle Freude damit haben, besonders dann, wenn ihnen Hubi Meisel zu progressiv und Rhapsody zu schnell ist. Das anspruchsvolle Songwriting sorgt schließlich dafür, dass es auch bei erneutem Abspielen immer wieder Neues zu entdecken gibt

Titel-Liste:
 
  1. Introduction
  2. The Edge of Infinity
  3. Sons of the Wind
  4. Who you are
  5. Out!
  6. Song for you
  7. Together
  8. The Power of Love
  9. Words unleashed
  10. Emocean
  11. Emocean (Feat. O. Hartmann)

Laufzeit:
 54:20 Min.


 
 
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