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Review: Mägo de Oz |
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Album:
| | RAREZADS, 2006, Locomotive |
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | J.G., 20.11.2006 |
Review:
| | Nach nahezu einem Dutzend Alben sei es jeder Band vergönnt auch mal aus älterem, bisher unveröffentlichtem Material eine Raritätensammlung unter's Volk zu bringen. Und Mägo de Oz hat mit ihrem aktuellen Doppelalbum RAREZADS genau die richtige Mischung getroffen. Unveröffentlichte Akustik-Versionen, Live-Mitschnitte und für Spanier unübliche Songs mit englischen Texten (Hört, Hört!). Lediglich "richtige" Eigenkompositionen in engeren Sinne sind eher in der Minderheit. Vielmehr beweisen sie ein glückliches Händchen bei der Kombination von Bekanntem aus Klassik und Folk und eigenen Metal-Elementen. Interessanterweise stellen dabei häufig Elemente aus der klassischen und Folk Musik die Umverpackung oder auch das Gerüst der Songs dar.
Wie gut sie sich in den jeweiligen Welten auskennen, beweisen die fließenden Übergänge, die oftmals den Eindruck erwecken, es sei das selbstverständlichste der Welt, Klassik auf Violine mit Folklore Elementen auf der Flöte und knackige Metal-Gitarren-Riffs zu einem Song zu verschmelzen. Erstaunlich ist auch das harmonische Zusammenspiel von immerhin acht Musikern, was sicherlich mit ihrer langjährigen Karriere erklärbar ist.
Alle Songs haben jedoch eins gemeinsam, sie versprühen geradezu gute Laune, der man sich kaum entziehen kann. Selbst bei besinnlichen Passagen hat man das Gefühl, dass hinter jeder Melancholie ein Augenzwinkern lauert.
"Resacosix en Hispania" eröffnet den abwechslungsreichen Mix mit klassische Klängen, die man etwas langsamer gespielt durchaus auch auf einer Kirchenorgel hören könnte. Es folgt eine Passage, die einem Kinderlied ziemlich ähnlich ist, bevor ich wieder Bekanntes vernehme. Es hat jedoch eine Weile gedauert, bis ich mich an einen Song der Toy Dolls aus dem Jahre 1984 erinnert habe. Der Titel lautete "Nelly the Elephant" - und tatsächlich, spanischer Text, aber identische Melodie.
Eigentlich ist für das restliche Album schon fast alles gesagt. Mit der gleichen Raffinesse gestrickt, hagelt es im weiteren Verlauf des Doppel-Albums akustische Perlen, wie Laufmaschen, wenn die Stricknadel aus der Hand fällt.
Wie wichtig ihnen Instrumentals und Soli sind, betonen sie nicht nur mehrmals in ihren Interviews, sondern unterstreichen sie eindrucksvoll mit Titeln wie "Pachamama" und natürlich mindestens einmal in jedem Song.
"Pensando en ti" - oder sollte ich sagen Kansas mit "Dust in the Wind"? Ich denke, ein Vergleich sei erlaubt - hüstel.
"Donde el corazón te Ileve" ein mit leichten Folk-Klängen untermaltes Stück, das in seiner epischen Melodramatik kaum noch zu überbieten ist, entführt den Zuhörer schnell in eine ganz eigene Traumwelt.
Das ebenfalls folklastige "Gracias a la sociedad" beginnt zunächst mit südamerikanische Klängen, bevor der richtig harte Rocker heraus gekehrt wird. Hier ist Mägo de Oz immer wieder für eine Überraschung gut, sodass es nie langweilig wird.
"Quijote y Sancho", eine lustige Mischung aus einerseits Big-Band-Flair mit Klavier, Klarinette und Saxophon, Folk-Klängen, die eher von der "grünen Insel" stammen und heavy Rock-Einlagen ist ein weiteres Beispiel des Einfallsreichtums und Feingefühls, Stilarten zu kombinieren.
Die bereits erfahrenen Zuhörer vermuten zurecht hinter dem leicht besinnlichen bei "Molinos de viento" das "dicke Ende". Richtig, nach kurzer Zeit werden die Fiddler's Green ausgepackt und losgerockt, was das Zeug hält.
Wer bisher mit seiner Liebe für die härteren Klänge zu kurz kam, dem wird das zweite Album sicherlich mehr zusagen. Schon mit "El que quiera entender que entienda" geht mächtig die Post ab und die Gitarren melden so langsam ihren Führungsanspruch an.
"Man on the silver Mountain", stimmlich unterstützt von der deutschen Rockröhre Doro spricht wohl für sich.
"Strange World" als Tribute an Iron Maiden gedacht, überrascht mit folkloristischen Einfällen und wäre von den Eisernen Jungfrauen selbst wohl kaum so gespielt worden...
Besonders empfindlich reagiere ich, wenn man versucht, sich an richtigen Klassikern, wie z.B. "Whole lotta love" von Led Zeppelin zu vergreifen. Aber, Hut ab, die Spanier schaffen es mit ihrer etwas eigenwilligen Art, das Thema durchaus knackig auf den Punkt zu bringen.
Nicht umsonst, wird "Ancha es Castilla" als Metal-Version angepriesen. Erstaunlich, aber nahezu mühelos gelingt es dem spanischen Achter auch hier eine gute Figur abzugeben. Überzeugendes Riffing, hörenswerte Soli en mas und ein eingängiger Refrain - was will man mehr?
Den Abschluss bilden vier Live-Mitschnitte aus drei Konzerten, u.a. von einem Konzert in Mexiko aus dem Jahre 2004. Alle Titel sind gut gewählt und vermitteln den Eindruck, dass die Truppe auch Live ihren Mann steht und das Publikum jederzeit im Griff hat.
Fazit: Obwohl ich bei Folk, Rock und Metal eher ein englisch geprägter Mensch bin, empfand ich bei diesem Doppel das Spanisch kaum als störend. Das sind mache exzessiven Growl-Attacken von Death-Bengeln deutlich nerviger. Ich denke, dieses Album hat seine Existenzberechtigung deutlich und eindrucksvoll unter Beweis gestellt. |
Tipp:
| | Für wahre Fans, sicherlich eine echte Bereicherung. Und für alle Erst-Kontaktler eine interessanter und empfehlenswerter Einstieg. |
Titel-Liste:
| | - - - -CD 1- - - -- Resacosix en Hispania
- Pijo cómeme la polla
- Pachamama
- Pensando en ti
- Donde el corazón te Ileve
- Gracias a la sociedad
- Quijote y Sancho
- Mari Tormes
- Molinos de viento
- El turno de la rosa
- - - -CD 2- - - -- El que quiera entender que entienda
- Man on the silver Mountain
- Strange World
- Whole lotta love
- Ancha es Castilla
- Concierto para ellos
- Molinos de viento (Live)
- Finisterra (Live)
- El cantar de la luna oscura (Live)
- Pensando en ti (Live)
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Laufzeit:
| | CD1 45:33 Min. / CD2 66:00 Min. |
Band-Infos:
| | www.magodeoz.com
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