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Review: Majesty
 
HELLFORCES

Album:
 HELLFORCES, 2006, Massacre

Stil:
 True Metal

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 J.G. / J.R., 03.03.2006

Review:
 Nach kleinerer Album-Pause haben die True Metaller aus Tauber-Bischoffsheim nun endlich ihr viertes Langeisen auf die Reise über die Ladentheken geschickt. Und was dürfen wir erwarten? Altbewährtes und einige stilistische Neuerungen, verpackt zu einem richigen Kraftpaket.

Nach etwas zu langem Intro bietet "Hellforces", einen Einstand mit Volumen und Tempo, hart an der Grenze zum Power Metal. Getrieben wird der Song durch die dominante Basslinie und durch hymnischen eingänigen Gesang.
Mit dem gleichen Marschbefehl werden später "Heavy Metal Desire" (eine Spur härter) und "Guardians of the Dragon Grail" (noch mehr Power Metal, Gitarren!) aufs Schlachtfeld geschickt.
"Dance with the Demon" ist ein wahrer True Metal Schmacht-Fetzen langsam, rhythmisch betont. Besonders einige Gitarren-Licks sind hier für die haftende Wirkung und den Wiedererkennungswert verantwortlich. Die Gitarren erinnern stellenweise an Bläser-Arrangements von Richard Wagner und der Refrain an mittelalterliche Schlachtrufe. Hier erleben wir mit einer weiblichen Stimme die erste Überraschung.
Als typischer True Metal beweist "Sons of a new Millenium" einmal mehr mit echtem Ohrwurm-Refrain, den normalerweise Freedom Call für sich gepachtet haben, was dieses Genre auszeichnet. Hier sollte man anschließend unbedingt Q-Tips verwenden und das überschüssige Schmalz entfernen, sonst verpasst man u.U. den nächsten Song.
Beim "March for Victory" wird dann noch eins drauf gesetzt. Neben dem brutal eingängigen True Metal hat man besonders beim Refrain scheinbar rücksichtslos in der Volksmusik-Schublade geplündert und es mit der Haftung eine Spur übertrieben. Da schießen sogar wahren True Metal Fans noch Tränen der Rührung in die Augen.
Gitarrenbetontes Intro mit eingängigem Riff, so präsentiert sich "Like a Raptor". Majesty-typische Hausmannskost mit starken Anleihen von U.D.O.-typischen Riffs besonders auffällig beim Refrain. Ich bin nicht derjenige, der Haare in einer Suppe sucht, die ein glatzköpfiger Koch zubereitet hat, aber zwei, drei Wiederholungen des etwas einfach strukturieren Refrain-Textes hätten es auch getan.
Eine echte True Metal Schluchz-Ballade darf auch nicht fehlen. Bei "Freedom Heart" erinnern hier besonders einige Drum-Passagen an Spielmannszugmusik. Ein Zeitlupen-Gitarrensolo, das auch die verhärteste Seele erweichen kann sorgt für "True Gänsehaut".
"Fight forever" könnte glatt als Cover-Version eines U.D.O.-Titels durchgehen stammt aber wirklich aus der Feder von Majesty.
Und nicht genug, "Nowhere Man" könnte wiederum auch von Tobi's Truppe Edguy stammen und wurde lediglich in eine True Metal Verpackung gesteckt. Ich bin noch am Nachdenken, wo hier "entliehen" wurde, aber mehr als zwei oder drei Noten Unterschied sind es wohl nicht.
"Metal Law 2006", der würdige Abschluss des Albums ist ein flotter True Metal-Stampfer, mit prominenter Unterstützung. Endlich wird klar, warum man scheinbar die Nähe zu Songs anderer Bands toleriert hat. Denn für den Refrain greift der Solinger Stahl, Udo Dirkschneider höchstpersönlich ins Geschehen ein.

Fazit: Musikalisch wurden hier weiß Gott keine neuen Länder, sondern höchstens neue Provinzen beschritten. Deutliche Verbesserungen sind bei der stilistischen Bandbreite und bei der instrumentalen, technischen Fertigkeit festzustellen. Manche starken Anleihen überraschen letztendlich niemanden, ist doch Stefan Kaufmann für die Produktion verantwortlich. Und wer sich in der Schmiede von Udo, Stefan und Co. auskennt, der weiß, welche True Metal Schwerter die Werkstatt verlassen.

Tipp:
 Für Fans ein richtiges Sahnestückchen. Jeder Titel ist so gefällig, dass er meist schon nach dem ersten Durchlauf dauerhaft im Kopf hängen bleibt.
Wer allerdings keinen Fischgeruch ertragen kann, der sollte einem Fischmarkt fern bleiben. Genauso ist es wohl mit True Metal. Wem es nicht gefällt, der braucht es sich nicht anhören und muss dann auch nicht meckern.

Titel-Liste:
 
  1. The Blessing
  2. Hellforces
  3. Dance with the Demon
  4. Sons of a new Millenium
  5. Heavy Metal Desire
  6. March for Victory
  7. Like a Raptor
  8. Guardians of the Dragon Grail
  9. Freedom Heart
  10. Fight forever
  11. Nowhere Man
  12. Metal Law 2006

Laufzeit:
 48:14 Min.

 
 
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