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Review: Manticora
 
THE BLACK CIRCUS PART 2 - DISCLOSURE

Album:
 THE BLACK CIRCUS PART 2 - DISCLOSURE, 2007, Locomotive

Stil:
 Progressive Metal

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 J.G., 28.05.2007

Review:
 Bereits seit ihrem dritten Album pflegen die Jungs von Manticora ihre Liebe zu Konzeptalben. THE BLACK CIRCUS PART 2, die Fortführung des mittlerweile 5. Konzepts THE BLACK CIRCUS PART 1 schafft es mühelos, die in Heavy Metal gegossene Geschichte eines Wanderzirkuses aus dem 19. Jahrhundert nahtlos fortzuführen. Vergleicht man das Werk mit Vorgängern wie dem Debüt ROOTS OF ETERNITY oder DARKNESS WITH TALES TO TELL so ist der Anteil progressiver Elemente deutlich im Vormarsch.
Ein Garant für die durchgängig hohe Qualität ist seit zehn Jahren der harte Kern um Sänger Lars Larsen, Gitarrist Kristian Larsen und dem Drummer Mads Volf, die schon eine Vielzahl Mitstreiter an ihre Seite scharen konnten manchmal auch zwangsläufig mussten. Doch genug der Vorgeschichte, lassen wir dem Zirkus den zweiten Teil seiner Vorstellung beginnen...

...mit einen kleinen Rummelplatz-Intro "Entrance", das jedoch nicht fröhlich, sondern mit schauerlichen Wolfgeheul zum eigentlichen Opener "Beauty will fade" überleitet. Hier wird auch gleich ein richtiges Power Metal-Feuerwerk abgebrannt in das sich stellenweise melancholische Untertöne eingeschlichen haben. Dass bei mehr als sieben Minuten Spielzeit genügend Zeit für Gitarren- und Keyboard-Duelle bleibt und vielfältige Gitarren-Soli von rasend schnell bis gefühlvoll und eindringlich, versteht sich fast von selbst. Damit haben Manticora schon gleich zu Beginn einen erstklassigen Brocken abgeliefert, der es seinen Nachfolgern schwer machen wird mitzuhalten.
Etwas überraschend erweist sich "Gypsies Dance Pt. 2" nicht als fröhlich flottes Zigeuner-Liedchen sondern schürft in zähen melancholischen Tiefen unterstützt von fetten Chören und seufzenden Gitarren-Riffs bis ein genialer Schlagzeug-Break das Blatt völlig wendet.
Der Tempomat wird zunächst fast auf das Niveau des Vorgängers hochgeschraubt, jedoch bis zu einem Hochgeschwindigkeits-Gitarren-Keyboard-Duell auf Mid-Tempo zurück gedreht. Was dann folgt, ist ein Progressive Metal Intermezzo in Reinkultur, welches nach einem erneuten Break nach sechseinhalb Minuten wieder auf den anfänglichen Pfad zurückführt.
Ein sanfter Folk-Start mit Akustik-Gitarren nur unterbrochen durch das Knurren eines extrem schlecht gelaunten Vierbeiners ist die Einleitung für "Intuneric V", welches jedoch bald zu einem ziemlich vertrackten Instrumental "Haita Di Lumpi" überleitet.
"When the Soulreapers cry" könnte bis auf einige flotte Gitarren-Riffs zunächst fast als Power-Ballade durchgehen, verlässt aber alsbald konventionelle Pfade und überlässt sich völlig dem Uptempo-Prog. Hier muss man sich schon mehrere Durchläufe gönnen, bis man alles erkundet und verdaut hat.
"Intuneric VI" mit getragenen Bläsern, Streichern und Keyboard-Filling zieht etwas an den Zügeln der Zirkuspferde und gönnt den Zuhörern eine kurzweilige Pause, bis...
...bei "All that remain" wieder voll aufs Gaspedal getreten wird. Ähnlich wie bei "When the Soulreapers cry" wird hier nicht an progressiven Ausflügen gespart, die es stellenweise schwer machen, den eigentlichen roten Faden, akustisch gesehen, nicht aus den Augen zu verlieren.
"Intuneric VII", widererwarten kein Instrumental, erzählt mit tonnenschwerer orchestraler Unterstützung und gemäßigtem Tempo eine Geschichte, die bereits die letzte Nummer der Zirkusvorstellung einläutet.
Mit "Of Madness in its Purity" schafft es Manticora nun doch noch einmal an das Niveau des Openers anzuknüpfen. Hier hat man ein ausgewogenes Verhältnis zwischen eingängigen Riffs, druckvollen Gitarren und progressiven Ausflügen gefunden, die es dem Zuhörer leicht machen, hautnah das Geschehen zu verfolgen. Nur der Schluss ist etwas allzu abrupt und hätte einen stilvolleren Ausklang verdient.

Fazit: THE BLACK CIRCUS ist somit nun komplett. Jedoch frage ich mich, ob es tatsächlich nötig war, die Geschichte auf 2 CDs zu verteilen. Angesichts des neuen Dream Theater-Albums SYSTEMATIC CHAOS mit ihrer Spieldauer von fast 79 Minuten! sieht man, was eigentlich möglich wäre - und manchmal ist etwas weniger vielleicht mehr.
Nichtsdestotrotz gibt es auch am zweiten Teil besonders an der Produktion mit Doppelrahm-Stufe kaum etwas zu bemängeln und stellt durchaus ein eigenständiges Werk dar. Ich hätte mir vielleicht ein wenig mehr Eingängigkeit gewünscht, aber das mag auch Geschmacksache sein.

Tipp:
 Wer bereits Manticoras ersten Teil der Geschichte des Wanderzirkuses mitverfolgt hat, wird wohl kaum an dem 2. Teil vorbei kommen. Aber auch für Neulinge ist dieses Album ein guter Einstieg um Manticoras "Metal-Welten" zu erkunden.

Titel-Liste:
 
  1. Entrance
  2. Beauty will fade
  3. Gypsies Dance Pt. 2
  4. Intuneric V
  5. Haita Di Lumpi
  6. When the Soulreapers cry
  7. Intuneric VI
  8. All that remain
  9. Intuneric VII
  10. Of Madness in its Purity

Laufzeit:
 42:13 Min.


 
 
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