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Review: Marilyn Manson |
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Album:
| | EAT ME, DRINK ME, 2007, Interscope |
Stil:
| | Industrial Rock, Alternative Metal |
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | M.K., 11.06.2007 |
Review:
| | Marilyn Manson präsentiert mit EAT ME, DRINK ME nach drei Jahren Pause ein brandneues Studioalbum. In der Zwischenzeit machte der Schock-Rocker durch seine Ehe & Scheidung mit dem Sternchen Dita von Teese sowie seiner neuen Flamme, Schauspielerin Evan Rachel Wood, Schlagzeilen. Musikalisch war dafür lange nichts zu hören, doch mit der Vorab-Single "Heart-shaped Glasses (When the Heart guides the Hand)" und dem dazugehörigen Skandalvideo meldet sich die Band Marilyn Manson zurück.
"6 a.m. Christmas morning", mit diesen Zeilen beginnt das Album. "If I was your Vampire" stellt den Opener dar und war zuvor schon auf Marilyn Mansons myspace-Seite zu hören. Der Song ist ganz klar am Gothic-Sektor angelehnt und zieht sich knappe sechs Minuten hin. Damit ist der erste Song zugleich der längste auf dem Album. Im Refrain geht es kurzzeitig härter zur Sache als in den Strophen, der Song bleibt jedoch langsam und ist größtenteils von ruhigen Keyboardmelodien durchzogen. Eine bedrohliche Atmosphäre zieht sich durch den gesamten Song, die Bridge erinnert durch die verzerrte Stimme Mansons an ANTICHRIST SUPERSTAR oder auch PORTRAIT OF AN AMERICAN FAMILY. Guter, stimmungsvoller Opener. Manson kündigte an, mit diesem Song auch die Konzerte seiner folgenden Tour zur eröffnen.
Als zweiter Song folgt die zweite Singleauskopplung, "Putting Holes in Happiness". Der Song beginnt mit Verzerrungen, bis sich ein Mid Tempo-Rocksong heraus kristallisiert. Die Strophen werden von Keyboards und langsamen Drums untermalt, während im Refrain die Gitarre zum Einsatz kommt. Die Gesangslinie bietet Ohrwurmpotential. Schon im zweiten Song fällt auf, dass sich das Album lyrisch auf einem höheren, persönlicherem Level als THE GOLDEN AGE OF GROTESQUE bewegt. Nach dem zweiten Refrain folgt ein exzessives Gitarrensolo, wie man es in so einer Länge noch auf keinem Manson-Album bewundern durfte. Daraufhin folgt noch zwei Mal der Refrain und nach guten viereinhalb Minuten ist Schluss.
Mit einem an die Beatsteaks (!) erinnernden Riff beginnt "The Red Carpet Grave", doch auch dieser Song bleibt größtenteils ruhig, wenn auch experimenteller als die beiden Songs zuvor. Beim ersten Anhören wird man eventuell durch den komisch klingenden Basssound verwirrt, der im Kontex zur Gitarre steht. Der Refrain bietet hier nicht mehr allzu viel Ohrwurmpotential, dafür findet sich auch hier ein Gitarrensolo ein. Wie gesagt, "The Red Carpet Grave" bietet experimentelles, schwer zugängliches Material, welches einige Durchläufe benötigt, um zu funktionieren.
Weiter geht es mit "They said that Hell's not hot", welches mit einem leicht punkigen, aber sich im Ohr festsetzenden Riff beginnt. Hier geht es auch wieder gradliniger zur Sache, die Gesangslinie des Refrains ist sofort mitsingbar. Ein typischer Manson-Song mit intelligenten Lyrics, jedoch ohne das altbekannte (und auf den letzten Alben oftmals kritisierte) Stakkato-Riffing. Der vierte Song auf EAT ME, DRINK ME ist nur etwas schneller als die vorangegangenen Stücke, bietet ebenfalls ein Gitarrensolo, kommt dafür aber mit einer sehr ruhigen Bridge inklusive Orgeln im Hintergrund aus den Lautsprechern.
Mit einem an Metallica's ST. ANGER-Album erinnernden Snare-Sound startet "Just a Car Crash away". In den Strophen flüstert Manson schon fast, eine balladeske Atmosphäre entsteht durch die eingesetzte Gitarrenmelodie. Der Refrain bietet nicht viel Abwechslung, Marilyn klingt verzweifelt. "Just a Car Crash away" ist eine typische Manson-Ballade, die mich an "The Man that you fear" vom ANTICHRIST SUPERSTAR-Album erinnert. Auch hier darf ein Gitarrensolo nicht fehlen, welches gefühlvoll intorniert wird. Nette Ballade und schöne Abwechslung.
Die Vorabsingle, "Heart-shaped Glasses (When the Heart guides the Hand)" folgt nun. Mit Stakkato-Drumming und 80er-Touch ausgestattet geht es hier wieder etwas schneller als im Song zuvor zu. Der Refrain bleibt definitiv über Stunden im Ohr hängen, auch die Strophen lassen sich nach einigen Hördurchläufen mitsingen. Ein wahrer Ohrwurm halt. Der Song ist noch dazu mit einem provokanten Video ausgestattet, in dem Manson und seine aktuelle Gespielin den Geschlechtsverkehr in literweise Kunstblut schauspielerisch gekonnt darstellen. Einer der stärksten Songs auf EAT ME, DRINK ME.
"Evidence" folgt nun. Beginnend mit Sampling, die an die frühen Werke der Band erinnern und einer Keyboardmelodie, die von einem defekten Aufzieh-Stofftier stammen könnte, wird begonnen, bis kraftvoll gespielte Drums und ein schnarrender Bass einsetzen. Also nichts da mit Ballade, wie ich bei den ersten Takten vermutete. Wieder einmal besticht Manson durch provokante Lyrics, die er mit gut gewählten Gesangslinien vorträgt, unterstützt von Tim Skold's Gitarre. Eben jener Skold, der im Übrigen die komplette Musik auf EAT ME, DRINK ME geschrieben hat, darf auch hier wieder ein gutes Gitarrensolo spielen. In der Bridge geht es wieder ruhiger zur Sache, bis der Refrain wieder einsetzt. Mit halbminütigen Samples endet "Evidence".
"Are you the Rabbit?", diese Frage stellt Marilyn Manson nun. Der Beginn erinnert sehr an PORTRAIT OF AN AMERICAN FAMILY oder auch an die SMELLS LIKE CHILDREN-EP. Verzerrte Riffs treffen auf simples Drumming. Auch als Manson einsetzt, kann ich mich nicht von der Vermutung trennen, dass die Band einen zwölf Jahre alten Song einfach aufs Album gepackt hat. Natürlich ist dies nicht so, aber Fans der Frühwerke der Band wird dieser Song definitiv gefallen. "Are you the Rabbit?" ist bisher auch einer der schnellsten Songs auf EAT ME, DRINK ME. Einzige Neuerung ist das Gitarrensolo, welches den letzten Refrain im Song unterstreicht.
Einen Songtitel, der an Panic! At The Disco's Ergüsse erinnert, bieten Marilyn Manson nun mit "Mutilation is the most sincere Foorm of Flattery". Mit 3:52 Minuten ist dieser Song der kürzeste auf dem Album. Musikalisch geht man auch hier wieder Back to the Roots. Die ersten Zeilen des Albums bieten einen Seitenhieb auf My Chemical Romance, denen Manson ein Plagiat seiner selbst vorwirft. Generell scheint Brian Warner im Text des Songs mit einigen Leuten abzurechnen. Eine Bridge wird hier nicht geboten, dafür bietet der Mittelteil viel Platz für ein weiteres Solo. Dann gibts noch ein paar Mal den Refrain auf die Ohren. In meinen Augen ein Füller, der aber Dank der Lyrics für Manson eine Darseinsberechtigung hat.
Weiter geht es mit "You and Me and the Devil makes 3", und auch hier bietet die Band simples Drumming sowie verzerrten Gesang und strange Keyboardmelodien. Der dritte Song in Folge, der an die alten Zeiten der Band erinnert. Generell fällt auf, dass die zweite Hälfte des Albums schneller ist als die erste. Manson wechselt hier zwischen Flüstern (in der Bridge) sowie verzerrtem Gesang, aber auch seine normale Singstimme darf hier nicht fehlen. Ein weiterer experimenteller Song, mit dem man erstmal warm werden muss.
Mit dem Titelsong, "EAT ME, DRINK ME" geht es nun langsam, aber sicher, aufs Ende des Albums zu. Mit 5:41 Minuten wird hier einmal mehr ein recht langes Stück geboten, welches mit Samples, die teilweise an Walgesang erinnern, sowie einem ruhigen Bass, einer etwas fröhlich klingenden Keyboardmelodie und dem für dieses Album typische Drumming beginnt. Manson's langsamer Gesang macht diesen Song zur Halb-Ballade. Die Doppelseite im Booklet zu diesem Song erinnert an die Aufmachung des MECHANICALS ANIMALS-Album, auf welches "EAT ME, DRINK ME" auch ohne weiteres gepasst hätte. So exzessiv wie hier wird sonst nirgends der Synthesizer benötigt. Mehrmals gibt es Stellen im Song, wo dieser fast aufzuhören scheint, nur um mit dem äußerst ruhigem, fast schon gestöhnten Refrain zurück zu kommen. Interessantes Songwriting, neben "Just a Car Crash away" die zweite (Halb-)Ballade auf EAT ME, DRINK ME.
Als Bonus beendet eine sehr tanzbare Version, der "Inhuman Remix" von "Heart-shaped Glasses (when the Heart guides the Hand)" das sechste Studioalbum von Marilyn Manson. Geremixt wurde der Song von Jade E. Puget, seinerseits Gitarrist von AFI. Kann man sich anhören, wird den Metal-Fan aber nicht zu Begeisterungsstürmen hinreißen.
Fazit: Marilyn Manson zeigt sich reifer als jemals zuvor auf EAT ME, DRINK ME. Musikalisch bewegen sich die Herren weg vom stampfenden Industrial Rock und weiter hin zu intelligent geschriebenen Songs, die durch Abwechslungsreichtum und vor allem sauber gespielten Gitarrensoli positiv auffallen. Fans, die Stakkato-Riffing wie in "The beautiful People" oder richtig harte Songs wie "mOBSCENE" erwarten, können das Album direkt im Laden stehen lassen.
Manson und Skold, die beiden Songwriter auf EAT ME, DRINK ME, legen den Fokus einerseits auf die frühen Werke der Band, während andererseits Stücke wie "Putting Holes in Happiness", "They said that Hell's not hot" oder "Heart-shaped Glasses (When the Heart guides the Hand)" mit etwas 80er-Touch den Prototyp des modernen Manson-Songs darstellen.
Ich als bekennender Manson-Fan habe nach dem eher schwachen THE GOLDEN AGE OF GROTESQUE nichts großartiges aus dem Hause Marilyn Manson erwartet, wurde jedoch mit EAT ME, DRINK ME eines besseren belehrt. Meiner Meinung nach neben HOLY WOOD und ANTICHRIST SUPERSTAR eins der bestes Manson-Alben. Spannend zu sehen wird sein, ob die Band dieses Album noch einmal toppen kann. |
Tipp:
| | Ich beschränke mich mit meinen Tipps auf "They said that Hell's not hot" sowie "Evidence". |
Titel-Liste:
| | - If I was your Vampire
- Putting Holes in Happiness
- The Red Carpet Grave
- They said that Hell's not hot
- Just a Car Crash away
- Heart-shaped Glasses (When the Heart Guides the Hand)
- Evidence
- Are you the Rabbit?
- Mutilation is the most sincere Form of Flattery
- You and Me and the Devil makes 3
- EAT ME, DRINK ME
- Heart-shaped Glasses (When the Heart guides the Hand) (Inhuman Remix)
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.marilynmanson.com  |
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Bandinfos |
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