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Review: Mary's Creek |
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Album:
| | SOME KIND OF HATE, 2007, MTM |
Stil:
Wertung:
| |  5,5 von 7 Punkten | | J.G., 28.02.2007 |
Review:
| | Immer wieder wenn es sich um Musik aus Skandinavien handelt, beginnen sich die Schubladen zu öffnen und es wird fleißig sortiert. Norwegen bekommt Black Metal und etwas Gothic zugeordnet, Schweden zieht die True Metal und Power Metal-Karte, Finnland verbindet man mit Gothic und Death Metal. Damit hat man schon mehr als die Hälfte erschlagen. Spannend wird es immer dann, wenn ganz Unerwartetes auf dem Tisch landet, wie im Fall des Debüts der Schweden von Mary's Creek geschehen ist.
Produzent Fredrik Nordström, vielleicht manchen besser bekannt als Gitarrist von Dream Evil, lässt zunächst auch andere Vermutungen aufkommen. Aber spätestens nach den ersten Riffs ist klar, hier handelt es sich um waschechten melodischen Hard Rock, der trotz modernem Anstrich auch seine Ursprünge nicht verleugnet. Obwohl bei der Gründung der Band im Jahr 2004 einige Monate ins Land ziehen mussten, bis ich das Quartett schließlich gefunden hat, merkt man auf dem Debüt davon gar nichts.
Der Opener "A little Bit of everything" startet, als ob die Band die letzten 20 Jahre nichts anderes getan hätte, als gemeinsam Hard Rock zu spielen. Einige Ideen mögen wohl entliehen wirken, fügen sich aber zu einer schlüssigen Einheit. Neben den tief gestimmten, brutal groovenden Gitarren ist besonders der Refrain mit seiner Ohrwurm-Garantie hervorzuheben. Mats Nilssons Gesangslinie passt hervorragend und bekommt den nötigen Freiraum. Meist haben Sänger kein Problem sich in den oberen Lagen durchzusetzen. Dass man auch tieferen Stimmen Platz einräumen kann, beweisen Mary's Creek auf einfache Art und Weise.
Auch wenn "Down" etwas langsamer walzt, so ist Groove und melodischer Refrain angesagt. Diesmal lässt man sogar den Gitarren etwas mehr Leine und nimmt sich Zeit für das eine oder andere Solo. Erinnerungen an Bands wie die Schweizer von Shakra blitzen kurz in mir auf.
"She" spielt geschickt mit dem Kontrast von sanfter Stimme und traditionellen Rock-Gitarren. Einziges Manko ist vielleicht der etwas zu starke Pop-Einfluss, der den Song allerdings ein gutes Stück mehr Radiotauglichkeit mit auf den Weg gibt.
"There is no God", ein Mid-Tempo-Walzer mit balladesken Zügen, zeigt zum ersten Mal etwas mehr Krallen und wer Dream Evil kennt, der wird auch wissen, woher der Wind weht.
Melodik nicht um jeden Preis ist das Motto von "Things that you do". Pure Inc. hätten sicherlich ebenso ihre Freude an den Song, wie ich. Aber keine Angst, beim Refrain hat man die Eingängigkeit nicht gestrichen.
Die erste richtige Ballade wird uns mit "I don't believe" frei Haus geliefert. Glücklicherweise ist man der Rockschiene treu geblieben und hat auf Akustik-Gitarren und Kübel voll Schmalz verzichtet. Ganz im Gegenteil hat man sogar eher düster angehauchte Gitarren-Soli eingebaut um erst gar keine Tralala-Gefühle aufkommen zu lassen.
Damit ist zunächst die ganze Bandbreite des Debüts abgearbeitet worden. Alle übrigen Songs kann man einer der bereits beschriebenen Richtungen zuordnen.
Folgen jetzt wohl die Filler? Ich würde sagen nein. Auch in der zweiten Hälfte lauern noch ein paar kleine Überraschungen, die schwerlich Langeweile aufkommen lassen.
"I can feel it" bietet wieder angenehmes Dream Evil-Feeling, der flotte Rocker "Hold on" sorgt für Bein- und Nacken-Aktivität, "State of Mind" groovt mit sägenden Schmirgelpapier-Gitarren, der Titelsong "Some Kind of Hate" bietet jede Menge Abwechslung und greift das ein oder andere mal auch in die Prog-Kiste.
Fazit: Ein sehr solides Debüt mit angenehmer Gesangsstimme und blitzsauberer Instrumental-Arbeit. Die Produktion ist genau richtig, nicht zu AOR-sanft, aber auch nicht zu Heavy. Leider vermisse ich etwas die dauerhafte Klebwirkung bei den Songs. Hier sollten zukünftig etwas deutlicher griffige Elemente regieren. Aber nichts destotrotz, einmal mehr zeigt Schweden seine Vielfalt und beweist, dass guter Hard Rock auch nördlich der Schweiz oder von Deutschland zu finden ist. Leute aufgepasst, die Schweden blasen zum Angriff. |
Tipp:
| | Für alle, die sich an modernem Hard Rock erfreuen können, der durchaus auch noch seine Wurzeln bis in die guten 80er reichen lässt, bekommt ein Scheibchen, dass auch noch nach einem Dutzend Durchläufen nicht langweilig wird. |
Titel-Liste:
| | - A little Bit of everything
- Down
- She
- There is no God
- Things that you do
- I don't believe
- I can feel it
- New Religion
- Hold on
- State of Mind
- Some Kind of Hate
- Dying for a new Day
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Laufzeit:
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