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Review: Mastodon
 
BLOOD MOUNTAIN

Album:
 BLOOD MOUNTAIN, 2006, Reprise Records

Stil:
 Progressive Metal

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 J.G., 06.01.2007

Review:
 Zwei Jahre nach dem Thema Wasser auf dem Album LEVIATHAN haben sich die US-Prog-Rocker mit BLOOD MOUNTAIN nun der Erde und deren Mythen, Gestalten und Legenden zugewendet. In diesem Zusammenhang auch ein Lob an Paul A. Romano, der mit seinem Cover-Artwork das Konzept der Albums visuell auf den Punkt gebracht hat.
Mit LEVIATHAN haben Mastodon die Messlatte ziemlich hoch gehängt. Und um es vorweg zu nehmen, BLOOD MOUNTAIN konnte die hohen Erwartungen, besonders der treuen Fanschaft, erfüllen und sogar stellenweise übertreffen.

Schon der recht zügige Opener "The Wolf ist loose", der einen überraschend abwechslungsreichen, mit Breaks gespickten Mittelteil besitzt, zeigt die Marschrichtung des neuen Albums. Melodiösere Hooklines, dichtere, homogenere Arrangements und trotzdem strafferes Songwriting hat sich die Band auf die Fahnen geschrieben. geht die Band zu Werke.
Regelrecht dramatisch ist im Gegensatz dazu "Crystal Skull" arrangiert. Ich fühle mich hier wieder 30 Jahre zurückversetzt. Mastodon haben sich scheinbar auf altbewährte Rezepte verlassen und an jeder Ecke mächtig angebaut, Überraschungen inklusive.
Wer flüssige Songs liebt, der wird bei Mastodon wohl kaum fündig werden. Der Breakreichtum scheint nahezu unbegrenzt. Man schafft es jedoch, dass die Eingängigkeit nicht gänzlich auf der Strecke bleibt. Gerade Songs wie "Capillarian Crest", "Circle Of Cysquatch" und auch das "This Mortal Soil" sind dafür gute Beispiele. Man fühlt sich erinnert an die guten alten Death, hat aber noch gehörig aufgebohrt. Gerade bei "Circle Of Cysquatch" hat man einen Weg gefunden neben den abgespacten Gesangs-Samples auch noch Jazz und Metal erfolgreich zusammenzuschweißen. Alllerdings übersteigt hier die atmosphärische Dichte teilweise das erträgliche Maß eines Dauerhörers.
Überraschend ist wohl der Song "This Mortal Soil". Hier versucht man es mit Akustik- und verzerrten E-Gitarren und zur Abwechslung mal mit klarem Gesang. Obwohl auch wieder mit jeder Menge Breaks arbeitet, ist der Song weitgehend melodisch arrangiert.
Mit dem Instrumental "Bladecatcher" überschreitet man die Grenzen des Progressive Metal und verwendet abgedrehte Samples, die sogar waschechten Grindcore zusagen sollten.
"Colony Of Birchmen" startet recht piano, steigert sich jedoch von Riff zu Riff. Achtung, wer leicht unter Alpträumen leidet, sollte den Song nicht gerade vor dem Einschlafen genießen. Gleich einer Achterbahnfahrt wird hier ein ziemlich surrealistisch anmutendes musikalisches Szenario kreiert.
"Pendulous Skin" setzt den würdigen und einzigen ruhigen Schlusspunkt unter ein recht interessantes Album. Für Freunde von nicht ganz ernst gemeinten "persönlichen CD-Ausklängen" wurde noch eine Passage draufgepackt, die man sich aber auch hätte sparen können.

Fazit: Bei diesem dicken Brocken wird der Fan im höchsten Maße gefordert, aber auch überrascht und erst nach mehreren Durchläufen in das Klang- und Traum-Universum eingelassen. Allerdings hat er es auch schwer, wieder den Ausweg zu finden.
Denn das mit dem Anspruch ist so 'ne Sache. Was nach dem ersten Höreindruck technisch ausgereift klingen mag, kann nach längerem Hören auch erdrückend wirken, wenn keinerlei "akustische Luftlöcher" gelassen wurden, die einem das "Durchschnaufen" ermöglichen.
Echte Fans würden vielleicht einen Punkt mehr fordern. Ich bin mittlerweile beim zehnten Durchlauf angelangt und habe nun eine etwas differenzierter Meinung. Eindeutig wäre hier manchmal weniger Heu mehr gewesen und trotzdem für Fans noch genügend Futter im Stall übrig geblieben.

Tipp:
 Detailreich mit Erinnerungen und Breaks bestückt, kann es unbedarften Zuhörern schnell auf die Nerven gehen. Alle anderen, die sich auf die musikalische Achterbahn-Fahrt (oder Geisterbahn-Fahrt) einlassen, sollten sich gut anschnallen und Extra-Airbags installieren.

Titel-Liste:
 
  1. The Wolf ist loose
  2. Crystal Skull
  3. Sleeping Giant
  4. Capillarian Crest
  5. Circle of Cysquatch
  6. Bladecatcher
  7. Colony of Birchmen
  8. Hunters of the Sky
  9. Hand of Stone
  10. This Mortal Soul
  11. Siberian Divide
  12. Pendulous Skin

Laufzeit:
 68:14 Min.

Band-Infos:
 
  • www.mastodonrocks.com 


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