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Review: Messiah's Kiss
 
DRAGONHEART

Album:
 DRAGONHEART, 2007, Steamhammer

Stil:
 Power Metal

Wertung:
 6,5 von 7
6,5 von 7 Punkten
 J.G., 22.03.2007

Review:
 "Keine Gefangenen", so das Motto der Mannen aus Dinslaken, die sich seit dem den neuen Jahrtausend voll und ganz dem Teutonen Metal verschrieben haben. Dass sie jedoch nicht so klingen, wie die Heerschar ihrer Mitbewerber haben sie sich mit dem New Yorker Mike Tirelli einen interessanten Kandidaten für den Posten am Mikro geangelt.
Der ehemalige Holy Moses Sänger bringt das gewisse Etwas mit in die Sound-Rezeptur. US-Power Metal in Reinkultur vermischt mit Teutonen-Stahl-Tugenden sorgt so für ein Heavy Metal-Gericht der Extraklasse. Er schafft es auch stimmlich in jeder Situation dem kraftvollen Treiben seiner Instrumental-Kollegen mit seiner phrasenreichen Interpretation jedem Song einen besonderen Stempel aufzudrücken.

Schon der Opener "The ancient cries" stellt die Weichen richtig. nach nur wenigen Riffs ist klar, was hier für ein Knüppel auf dem Sack geholt wurde. Neben den Killer-Riffs und Double-Bass-Drumming ist es aber auch der melodische Refrain, der anders als vielleicht erwartet nur geringfügig den Fuß vom Gaspedal nimmt. Klar, das hier Gitarren-Duelle nicht fehlen dürfen.
Nur ein Song und schon zeigen sich die ersten Schweißtropfen auf der Stirn.
Bei "Babylon" wird nicht nur der Melodik-Regler bis zum Anschlag gedreht, sondern auch der Systemtakt. Und Mike schafft es einmal mehr sich gegen die scheinbare Gitarrenübermacht durchzusetzen. Noch nicht genug davon? Na dann freut euch auf das spätere "Steelrider"
Stampfende, groovende Gitarren pflügen das Feld des kraftvollen Mid-Tempo-Reißers "Where the Falcons cry", bevor noch fast eine Ballade mit ein paar Pfund Schmacht-Schmalz daraus wird - wie gesagt "fast".
Der Titelsong "Dragonheart" gehört wieder zur Klasse der druckvollen Up-Tempo-Teile, die einfach nur zum abrocken einladen. Wer hier nicht mit geht, sollte lieber wieder zurück zur Kindergeburtstagsparty und sich 'ne Spur Engelbert reinziehen.
Aber nicht nur bei Geschwindigkeit verstehen es die Jungs zu überzeugen. "Thunders of the Night", eine Metal-Hymne par excellence lädt sofort zum Mitsingen ein und krallt sich auch im bestgeschmiertesten Gehörgang fest.
Ein Schuss Klassik alá Black Sabbath gefällig? Dann hört euch "City of Angels" genauer an und erlebt die akustische Auferstehung der guten alten 70er und 80er.
Und wieder regiert bei "Nocturnal" der Bleifuß. Wer etwas genauer hinhört, wird wohl auch den True Metal Spirit meiner Lieblinge von Grave Digger erkennen.
Und wie wäre es mit einer Dosis Accept? Kein Problem, "Open Fire" wird es richten und schlägt in die gleiche Kerbe, wie es Udo und seine Mannen mit DEATH ROW bereits vor 13 Jahren getan hatten. Ich denke da an Nackenbrecher wie "Sodom & Gomorra".
Den krönenden Abschluss setzt das eingängige und nur so vor Spielfreude strotzende "The Ivory Gates". Beim Wechsel zwischen langsamen und schnellen Passagen klotzt es mit tierischem Groove, rasendem Galopp und eingängigen Schmacht-Fetzen, statt zu kleckern. Es schafft genau das, was sich jede Band wünscht. Es fräst sich tief in die Gehörgänge und lenkt fast automatisch den Zeigefinger zur Repeat-Taste.

Fazit: Auftrag erfüllt, Messiah's Kiss haben einmal mehr keine Gefangenen gemacht, sondern auch mit dieser Scheibe ein Heer Süchtiger auf dem Schlachtfeld hinterlassen. Ja, Leute, so und nicht anders sollte Metal klingen. Keine Kompromisse und 100% Suchtfaktor. Mein Finger kreist schon über der Repeat-Taste...

Tipp:
 Alle, die sich für traditionellen Metal mit modernem Anstrich begeistern können, werden hier voll auf ihre Kosten kommen.

Titel-Liste:
 
  1. The ancient cries
  2. Babylon
  3. Where the Falcons cry
  4. Dragonheart
  5. Thunders of the Night
  6. Steelrider
  7. City of Angels
  8. Nocturnal
  9. Northern Nights
  10. Open Fire
  11. The Ivory Gates

Laufzeit:
 45:15 Min.


 
 
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