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Review: Moonlight Agony |
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Album:
| | SILENT WATERS, 2007, Dockyard 1 |
Stil:
| | Symphonic Progressive Power Metal |
Wertung:
| |  5,5 von 7 Punkten | | J.G., 10.03.2007 |
Review:
| | Manchmal hat man den Verdacht, dass sich Labels einfach neue Stilrichtungen ausdenken, indem willkürlich verschiedenste Begriffe zusammengewürfelt werden. Im Falle der Band Moonlight Agony ist der Begriff Symphonic Progressive Power Metal jedoch passend wie die berühmte Faust auf's Auge. Konsequent setzten sie ihre mit dem Debüt ECHOES OF A NIGHTMARE begonnene Linie auf dem Zweitling fort. Der Grundtenor ist in jedem Fall energiegeladener Power Metal mit stellenweise beachtlicher Eingängigkeit und Melodik. Das ganze wird gewürzt mit orchestralen Symphonic-Elementen und dem Einsatz von Chören, aber auch Progressive Passagen, besonders bei Gitarren-Soli sorgen für Abwechslung. Nicht genug mischen sich noch einige Nu Metal-Riffs und aggressive Klänge ein, die eher bei Bands wie Disturbed anzutreffen sind.
Wie klingt das nun im Einzelfall? Ist das nicht nur eine chaotische Komposition ohne Ziel und Zusammenhalt?
Mit nichten, wie ein genaueres Hinhören zeigt.
Tatsächlich verschwenden die Skandinavier keine Zeit mit einem Intro, sondern legen mit ihrem Opener "Leaving Solitude" gleich richtig los. Melodischer, fetter Power Metal quillt aus den Boxen. Unterbrochen wird es kurzzeitig durch einige kurze Nu Metal Fragmente und getragene Keyboard-Passagen, bevor der melodische Power Metal Refrain das Thema abrundet. Richtig progressiv wird es beim Solo, das von dem Gegensatz zwischen orchestralen Synthie- Abschnitten und harten Gitarrenklängen lebt. Für den Anfang schon einmal nicht schlecht und es war alles drin in der Verpackung, was auch drauf stand.
Deutlich progressiver startet "You betrayed me" und erscheint zunächst etwas sperrig, welchseln doch Orchesterklänge mit Nu Metal-Riffs und abspruchsvollen Hooklines, bevor der Refrain einen wieder auf den melodischen Highspeed-Power Metal Teppich zurück holt. Natürlich dürfen auch hier die Gitarren-Soli nicht zu kurz kommen. Von der Melodik erinnert mich dieser Song etwas an die leider nicht mehr existierende Österreicher Band Stygma IV, die mit Vorliebe diese Art der Tonfolge zelebrierten.
Der Song "Soulless" bewegt sich trotz melodischem Refrain am deutlichsten in Richtung einer komplexen und anspruchsvollen Komposition. Zur Abwechslung werden hier die intrumentellen Elemente umgekehrt und dürfen die Gitarren bei ihren Soli klassische Themen aufgreifen.
Double Bass-Drumming zu Beginn von "Through the Desert Storm" ändert nichts daran, dass sich der Song eigentlich überwiegend im Mid-Tempo bewegt. Besondere Freude bereitet der häufige Geschwindigkeitswechsel, den die Rhythmusfraktion mit schlafwandlerischer Sicherheit meistert.
Treibende, peitschende Rhythmen sind es, die "The dark Era" regelrecht aus den Boxen prügeln. Das wäre natürlich zu einfach und deshalb wurden noch jede Menge melancholisch angehauchte Synthie-Passagen und chorunterstützte Gesangslinien beigesteuert.
Der Power Metal-lastige Brocken "Different Stories" überrascht einerseits mit sphärischen Klängen, die auch gut zu düsteren Thriller-Filmen passen würden und andereseits mit fröhlichem Rummelplatz-Ambiente. In jedem Fall wird es während der fast sechs Minuten Spielzeit nicht langweilig - passend zum Titel different stories eben.
Den Abschluss markiert der mit Bombast aufgeblasene Song "Solemn Waters". Hier wird nochmals alles aufgeboten und abgerufen um der Begrifflichkeit Symphonic Progressive Power Metal auch gerecht zu werden. Sogar eine weibliche Gesangsstimme hat man mit eingebunden.
Einige von euch werden jetzt erstmal tief Luft holen müssen, bevor sie einen neuen Durchlauf starten. Denn mit Sicherheit ist SILENT WATERS kein Fast Food für schnell mal zwischendurch.
Fazit: Mit dem richtigen kompositorischen Geschick haben es die Nordmänner verstanden, ihre verschiedenen Stilelemente zu einer Einheit zu verschmelzen, die als Paket ziemlich ausgewogen erscheint und einem auch nicht den Nerv raubt, wie es so manche Progessivlinge oder Symphoniker allzu leicht schaffen.
Obwohl mir klarere und einfacher strukturierte Linien lieber sind, kann ich mich hiermit durchaus anfreunden. Jedoch sollte man sich auch die knappe dreiviertel Stunde wirklich Zeit nehmen und zuhören. Als Hintergrundgedudel ist die Musik gänzlich ungeeignet und einfach zu schade.
Obwohl es an der Gesangsleistung von David Åkesson nichts auszusetzen gibt, ist mir die etwas Stimmlage zu hoch und zu sehr dem Power Metal verwurzelt - aber das ist natürlich Geschmackssache.
Und wer Ohrwurm-Melodien sucht, die auch nach mehreren Tagen noch nicht den Kopf verlassen wollen, der wir hier enttäuscht sein. Diese Art der Musik ist eben kaum hitparadenverdächtige Tralala-Musik. |
Tipp:
| | Für alle Freunde etwas anspruchsvollerer Musik mit progressiven, symphonischen und Power Metal Einflüssen, wie z.B. Dream Theater oder Evergrey sei diese CD wärmstens empfohlen. |
Titel-Liste:
| | - Leaving Solitude
- You betrayed me
- Soulless
- Through the Desert Storm
- The dark Era
- I'm Alive
- Room 101
- Different Stories
- The blood red Sails
- Solemn Waters
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.moonlightagony.com  |
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