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Review: Mothernight |
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Album:
| | MOTHERNIGHT, 2007, Locomotive |
Stil:
Wertung:
| |  5 von 7 Punkten | | M.K., 23.04.2007 |
Review:
| | Mothernight kommen aus Warschau in Polen. Die Band verfügt mit Frontfrau Freya über eine Sängerin mit einer ausdrucksstarken Stimme, und auch musikalisch wird die Band auf dem Promo-Zettel als einzigartige Mischung aus Rock, Metal, Industrial, Wave und Gothic angepriesen. Wie viel hiervon der Wahrheit entspricht, weiss man erst nach Genuss des selbstbetitelten Debüts der vier jungen Polen.
Mit "My Pain" geht es los. Langsamer Heavy Rock zu Beginn mit einem recht harten Riff. In den Strophen dominiert neben der kraftvollen Stimme von Freya das Bassspiel von Gabriel, welcher auch als Produzent der Band in Erscheinung tritt. Der Opener bietet einen Mid-Tempo-Song mit etwas ruhigen Sampling in den Strophen. Der Refrain überzeugt durch schöne, sauber vorgetragene Gesangslinien.
"Someone to feed on" beginnt ähnlich langsam, in den Strophen wird ein leicht penetrantes Synthesizing verwendet. Erinnert ganz entfernt an Rammstein's "Feuer frei". Im zweiten Song auf MOTHERNIGHT sind die Industrial-Effekte schon deutlich mehr vertreten als im Opener. Sampling so weit das Auge reicht, manchmal etwas zu laut, es droht der Konflikt mit dem Gesang von Freya. Dieser wird jedoch abgewendet, denn durch eine etwas zu lange Bridge kommt wieder Ruhe in den Song. Etwas überladen, im großen und ganzen jedoch unspektakulärer Song.
Mit einer akustischen Gitarre beginnt "Another Chance?". Diese wird mit Freya's Stimme kombiniert, jedoch immer wieder von einem härteren Riff gestört. Freya überzeugt hier bisher am meisten. Nach knapp anderthalb Minuten setzt sich der Riff durch, ein weiterer Mid-Tempo-Heavy Rock-Song kristallisiert sich heraus. Zwischendurch wird jedoch immer wieder die anfangs erwähnte Gitarrenmelodie eingebaut und zum Ende hin sogar noch ausgeweitet. Interessantes Songwriting an dieser Stelle, erinnert an die großen Tool, vor allem durch den Kontrast mit den fabrikartigen Geräuschen im Hintergrund.
"Ilumination" startet ebenfalls mit einem heftigen Riff, in den Strophen kehrt jedoch wieder Ruhe ein. Freya singt im vierten Song der CD auch teilweise in hohen Tönen, meistert aber auch diese Herausforderung. Im Mittelteil des Songs kombiniert man den pumpenden Bass von Gabriel mit dem ruhigen Drumming von Schlagwerker Berith, bis ein schleppendes Gitarrensolo hinzu kommt, sowie Freyas teils verzerrte Stimme. Insgesamt bietet "Illumination", wie auch schon die Songs zuvor, mittelschnelle Kost.
"Shadowsblack" beginnt gegensätzlich, mit Sampling, einer weiteren, ruhigen Gitarrenmelodie und Freyas flüsternder Stimme. Der Song ist durchaus als Ballade mit einem etwas heftigerem, relativ langem Refrain einzuordnen. In eben jenem Refrain erinnert das Sampling sehr an Nine Inch Nails. "Shadowsblack" überzeugt mich bisher am meisten, das Songwriting ist allererste Sahne und teilweise überraschend, auch durchaus innovativ. Ganz großer Song.
Mit einer leicht orientalisch anmutenden Gitarrenmelodie wird "Resurrect Me" begonnen, und auch das anschließende Perkussionspiel passt in eben jenen fernöstlichen Sektor. Freya kann ein weiteres Mal überzeugen, ihre Stimme passt einfach wie Arsch auf Eimer zu den Songs auf MOTHERNIGHT. "Ressurrect Me" hätte auch von Godsmack stammen können und auf deren (übrigens nur zu empfehlenden) Akustik-Ep THE OTHER SIDE gepasst. Denn der Song bleibt, bis auf das Synthesizing am Ende, komplett im sogenannten Unplugged-Bereich. Passt gut, eine astreine Ballade.
Eben jenes Synthesizing bietet den fließenden Übergang zu "Waiting to die", welches mit ruhigem Schlagzeug und einem verhaltenden Riff beginnt. Freya singt hier wieder etwas kraftvoller, jedoch nicht aggressiv. Aggressiv ist der Song sowieso nicht, man bleibt wieder einmal ruhig und im Halbballaden-Tempo. Im Refrain schiebt sich eine Klaviermelodie rein, passt sehr gut. Nach zwei Minuten ist erstmals Ruhe, und ein langsam lauter werdender Riff startet einen komplett anderen Teil von "Waiting to die". Im treibenden Mid-Tempo gehts mit Heavy Rock und verzerrtem Gesang Freya's weiter. Kann man gut zu mitnicken.
Mit einem härteren Riff, der meiner Meinung nach jedoch zu leise ist, beginnt "Dont' wonna listen". Dieser Song rockt von Beginn an gut nach vorne los. Freya singt wieder etwas aggressiver, während mit vor allem das abwechslungsreiche Spiel von Drummer Berith auffällt. Interessanter Song, welcher in der zweiten Hälfte mit einem strange gespieltem Gitarrensolo aufwartet, während im Hintergrund tribalartiges Drumming von statten geht. Interessanter Song.
Mit einem klassischen Rock-Riff beginnt "Infect your Soul". Aber auch teils vertracktes Songwriting wird eingeworfen. Gut so, denn der Hauptriff ist alles andere als spannend. Irgendwie tangiert mich "Infect your Soul" päripher. Nichts Halbes und nichts Ganzes, obwohl handwerklich solide. Ab und zu reicht "solide" jedoch nicht aus. So wie hier.
Mit einem durchaus interessanterem Riff startet "Hunger". Gitarrist Deimos arbeitet hier viel mit Licks, und in der Strophe gehen Mothernight durchaus aggressiv zu Werke. Im Refrain wird das Tempo aufgrund der langgezogenen Gesangslinie wieder gedrosselt. Aber die ist es Wert, Freyas Stimme kommt im Refrain gut zur Geltung. Die Bridge besteht aus abgehackten Riffs, wie man sie aus einigen Marilyn Manson-Songs kennt, tribalmäßigem Drumming und geflüsterten Sätzen. Danach geht es wieder rockig weiter, Freya erinnert stimmlich hier an Morgan Lander von Kittie. Ordentliches Lied.
"The Down" wird mit einer Länge von 01:44 Minuten angebeben. Es handelt sich hierbei um ein instrumentales Interlude. Passt ja auch mal ganz gut. Viel mehr gibt es hier nicht zu sagen.
Der letzte Song, ein Cover des Shakespeare's Sisters-Stück "Hello (Turn on your Radio)", beginnt erst nach knapp 15,5 Minuten Stille. Hier wird mit Klavier gearbeitet, ein poppiger Song halt. Melancholisch, aber toll. Sehr schöne Version, vor allem Freya überzeugt hier wirklich auf ganzer Linie. Schöner Bonus-Track, gutes Ende für MOTHERNIGHT.
Fazit: Nun denn. Auf MOTHERNIGHT hab ich einiges gehört. Aber Stilschubladen wie Wave oder Gothic kann man getrost geschlossen lassen. Das passt einiges beim besten Willen nicht. Industrial Heavy Rock, wie auf dem Promozettel geschrieben...ja, da kann ich mich mit anfreunden. Auch wenn die Industrial-Einflüsse deutlich in der Minderheit sind, und "Heavy" mit "schleppend, langsam" ersetzt werden könnte.
Mothernight tendieren auf ihrem Debüt in Richtung Tool, teilweise auch Neurosis. Andererseits fällt die Band auch positiv durch (teils halb-)akustische Songs auf, die in Richtung der THE OTHER SIDE-EP von Godsmack gehen. Das Prunkstück der Band ist meiner Meinung nach die Stimme von Freya. Wandlungsfähig ist das Organ in jedem Fall, von Aggressivität kann diese Frau kurzerhand in bittersüß hohen Gesang wechseln. Erinnert von der Stimme her an Sandra Nasic (Guano Apes) oder auch Masha von Exilia.
Im Endeffekt bieten Mothernight mit ihrem selbstbetitelten Debüt ein solides Album ohne große Ausfälle. Musikalisch gesehen sollte man hier kein Industrial Metal-Feuerwerk, wie man es von Fear Factory, Pain oder alten Marilyn Manson-Songs kennt, erwarten, sondern eher ein größtenteils ruhiges, experimentelles Album. |
Tipp:
| | "Shadowsblack", "Resurrect Me", "Don't wanna listen" sowie der Bonus Track. |
Titel-Liste:
| | - My Pain
- Someone to feed on
- Another Chance?
- Illumination
- Shadowsblack
- Resurrect Me
- Waiting to die
- Don't wonna listen
- Infect your Soul
- Hunger
- The Down
- - - Bonus Track - - - - Hello (Turn your Radio on)
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.mothernight.eu  |
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