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Review: Nocturnal Rites
 
GRAND ILLUSION

Album:
 GRAND ILLUSION, 2005, Century Media

Stil:
 Melodic Metal

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 J.G., 09.10.2005

Review:
 Warum es Nocturnal Rites bis jetzt nicht geschafft haben, mit erfolgreichen Landsleuten wie z.B. Hammerfall gleichzuziehen, bleibt wohl ein kleines Rätsel.
Auch bei ihrem Album GRAND ILLUSION, zeigen die Jungs ihr ganzes Können und überzeugen durch viel Liebe zum Detail. An den eher traditionell ausgerichteten Songlines aus den 70ern und 80ern ist nichts auszusetzen. Etwas Besonderes wird erst daraus, wenn mal hier ein interessantes Lick, dort ein paar Prog-Elemente und schließlich jede Menge eingängige Riffs geboten werden.
Als außergewöhnlich ist sicherlich die Gesangsleistung des Frontmanns Jonny Lindquist zu bezeichnen. Mit einem Schuss Dio und einer Prise Coverdale ordnet er sich mühelos in die Liga der Jorne Landes und Russel Allens ein.
Now let's start.

Schon der Opener "Fools never die" genauso wie später "One by one" gibt die grobe Stilrichtung vor. Forciertes Mid-Tempo, eingängige Melodien, fette Chöre und ein Bombast-Essamble liefern einen würdigen Rahmen für Melodic Metal.
Mit "Never trust" geht es dann deutlich flotter weiter. Der Synthie-Einsatz ist stellenweise dominant aber niemals störend. Den Refrain kann man mühelos nach den ersten Mal nachsummen.
"Still alive" kommt deutlich gitarren- und rhythmuslastiger aus den Boxen. Hier ist die Grenze zwischen Power und Melodic Metal fließend. Drum-Attacken und ein richtiger Ohrwurm Refrain sind die bestimmenden Elemente - aber auch das Gitarren-Solo ist nicht von schlechten Eltern.
Erstaunlich, wie es die Jungs auch beim vierten Track "Something undefined" wieder schaffen, melodisch aufzutrumpfen ohne sich zu wiederholen.
Bei "Our wasted Days" bewegt sich die Rhythmus-Abteilung dann am oberen Tempolimit. Selbst wenn die Gesangslinie das Tempo deutlich reduziert, handelt es sich hier eher um ein melodisches Power Metal Teil aller erster Sahne.
Endlich wird auch mal ein richtiger Stampfer ausgepackt, der weniger schneidet, wie vielleicht "Cuts like a Knife" vermuten lässt, als vielmehr mit Stiefel Größe 48 zutritt.
Viel Bombast-Orchester darf sich der Zuhörer bei "End of our Rope" durch seine Lauscher jagen lassen.
Mit "Never Ending" bewegt sich die Truppe diesmal in deutlich härteren Gefielden, was durch dominante tief gestimmte Gitarren noch unterstützt wird.
Eines meiner persönlichen Highlights "Deliverance" ist gleichzeitig auch das letzte Stück auf dem Silberling. Gesanglich wird man zu Beginn fast an die guten alten Stratovarius-Zeiten mit dem damals neuen Sänger Timo Kotipelto erinnert. Sobald der Refrain einsetzt, ist aber klar, dass dieser Song Dauerwirkung erzielen wird und so schnell nicht mehr aus den Kopf will.

Fazit: Ein rundum technisch perfektes melodiöses Album, dass den Meisten viel Freude bereiten kann.
Warum gibt es dann keine Höchstpunktzahl?
Tja, die Frage ist berechtigt und hat leider auch eine Erklärung.
Ich höre mir dieses Album mittlerweile zum sechsten Mal an und mit Ausnahme des letzten Songs, bleibt mir trotz aller melodiösen Refrains, nichts im Gedächtnis hängen. Dieses Problem habe ich bei manch anderen Alben mit deutlich weniger Melodik überhaupt nicht. Ergo: Die Melodik und technische Perfektion allein, ist keine Garantie für Haftbarkeit.

Tipp:
 Wer melodischen Metal mag, der kann hier bedenkenlos zugreifen. Auch wenn stellenweise die Haftung, wie oben beschrieben fehlt, tut es dem Fun-Faktor keinen Abbruch.

Titel-Liste:
 
  1. Fools never die
  2. Never trust
  3. Still alive
  4. Something undefined
  5. Our wasted Days
  6. Cuts like a Knife
  7. End of our Rope
  8. Never Ending
  9. One by one
  10. Deliverance

Laufzeit:
 46:38 Min.


 
 
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