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Review: The Order
 
SON OF ARMAGEDDON

Album:
 SON OF ARMAGEDDON, 2006, Dockyard 1

Stil:
 Hard Rock

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 J.G., 05.06.2006

Review:
 Man kann förmlich noch die Druckerfarbe des Pure Inc.-Covers riechen, da liest man im Line-Up von der Schweizer Band The Order schon wieder Gianni Pontillo. Für manche Künstler ist scheinbar der Begriff "Ruhezeit" ebenso verpönt, wie für viele LKW-Fahrer. Der Unterschied besteht jedoch meist darin, dass die Musiker eine exzellente Leistung abliefern, während ihre Kollegen der fahrenden Zunft durchaus zu einem Sicherheitsrisiko mutieren können.

"Häh?" "Falscher Film?" Das waren meine Gedanken, als die ersten Takte des Openers "Madmen with loaded Guns" durch meine Gehörgänge rauschen. Doch ein erneuter Blick auf's Cover sagt mir, dass eine The Order- und nicht eine Pure Inc.-Scheibe ihre Runden in meinem CD-Player dreht. Zu ähnlich gestrickt, ist der Song, dass er glatt als Bonus-Track des aktuellen Pure Inc.-Albums durchgehen könnte.
Gnadenlos wie ein Schweizer Uhrwerk werden die Takte des Titel-Songs "Sons of Armageddon" durch die Boxen gepresst. Wer hier nicht mitgeht, der sollte schnellstens 19222 anrufen solange ihm noch Zeit bleibt, denn ich befürchte akuten Herzstillstand. Grave Digger Fans werden mit diesem Song ihre Freude haben.
Schon der Titel lässt es vermuten, dass "Loved died" wohl die Ballade des Albums sein wird. Nahezu mühelos meistert die Truppe diese Aufgabe und kann mit einem fast herzerweichenden Schmachtfetzen auch die härtesten Schalen eines "Die Hard"-Rockers erweichen.
Bei dieser explosiven Mischung aus rohem Shakra-Rock und aggressiven Motorjesus-Arrangements fliegen einem nur so die Riffs und Gitarren-Soli um die Ohren. Man merkt denn Jungs an, dass sie bei "As one tonight" einfach mit tierischem Spaß bei der Sache sind - und das soll auch der Zuhörer mitbekommen.
Nach brachialem Gitarren-Intro startet "Looser" als soul-lastige Ballade und man findet sich schon damit ab, dass hier die nächste ruhigere Nummer schlummert. Weit gefehlt - spätestens nach 90 Sekunden wird man eines besseren belehrt, denn es handelt sich um ein spannungsgeladenes Stück, das ständig zwischen den beiden Polen sanfter Soul und aggessiver Rock hin und her pendelt.
"One man" ist als durchaus progressiver Slow Rock-Track einzuordnen und bildet einen anspruchsvollen und mehr als würdigen Ausklang für ein gelungenes Album. Wieder einmal beweist eine Schweizer ihren hohen Qualitätsstandard im Bereich Rock- und Metal-Bereich.

Fazit: Die Leidenschaft für traditionellen Hard Rock bei dem Frontmann Gianni Pontillo scheint doch ausgeprägter zu sein, als es sein Engagement bei Pure Inc. vermuten lässt, wo durchaus moderne Strömungen zu spüren sind. Aber egal ob Leidenschaft oder konservatives Schweizer Sicherheitsdenken, wichtig ist, dass die Musik genau ins Schwarze trifft. In diesem Fall eindeutig ein Treffer ins Bull's Eye.
Bei der Spielzeit hat man sich mit 42 Minuten leider nur auf das Nötigste beschränkt - und die Dichte wirklich neuer Ideen ist überschaubar.

Tipp:
 Es lebe der Rock. Alle Fans von Shakra und Pure Inc. aufgepasst. Hier lauert neues Futter für die lechzende Rocker-Seele. Treibende Rhythmen und Gianni Pontillos Ausnahme-Stimme verschmelzen zu einer genialen Einheit.

Titel-Liste:
 
  1. Madmen with loaded Guns
  2. Sons of Armageddon
  3. On the Radio
  4. Sweet Stranger
  5. Loved died
  6. Not satisfied
  7. As one tonight
  8. Looser
  9. One man

Laufzeit:
 42:07 Min.

Band-Infos:
 
  • www.theorder.ch 


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