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Review: Paragon
 
FORGOTTEN PROPHECIES

Album:
 FORGOTTEN PROPHECIES (Lim. Ed.), 2007, Remedy

Stil:
 Power Metal

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 J.G., 29.06.2007

Review:
 Beinhart und kompromisslos schlagen die Mannen aus Deutschlands Norden nun seit Jahren mit dem Dampfhammer immer wieder in die gleiche Kerbe und manch einer wundert sich, dass sie noch immer nicht bis zur Magma vorgedrungen sind. Und obwohl es die Plattenfirma nicht unbedingt mit der Vermarktung ihrer "Speerspitze des Metal" übertreibt, scheint beiderseitige Zufriedenheit zu herrschen. Ich möchte mir garnicht vorstellen, wenn Paragon eine ähnliche Zuwendung bekämen, wie so manche hochgelobte (und spätestens beim zweiten Album tiefgefallene) Newcomer-Band, die bei dem ein oder anderen Major-Label unterschreiben durfte.
Schon der erste Höreindruck zeigt, dass Paragon in jedem Fall ihrer Linie treu geblieben sind - und das ist auch gut so. Denn warum sollte man seinen Stil ändern, wenn alles passt? Das bezieht sogar das Cover-Artwork mit ein. Trotzdem wird nicht nur ständig bekanntes und altes Material durch den Fleichwolf gedreht und zu den gleichen Würsten mit neuer Aufschrift verarbeitet. Man hat es in den letzten Jahren nie vesäumt, der Mischung mit neuer Würze immer wieder einen etwas anderen, neuen Geschmack mit auf den Weg zu geben.
Hören wir uns nun ein paar Titel (bei voll aufgedrehtem Lautstärkeregler) etwas intensiver an.

"Hammer of the Gods", ein Opener, wie man ihn auf fast allen ihrer Alben findet, macht zwei Dinge klar. Paragon scheinen nichts von ihrem Tempo eingebüßt zu haben - und es hat sich nichts wesentliches geändert. Neu ist vielleicht Babuschkins Versuch eines etwas gepresst klingenden Flüsterns. Da gefallen mir die markanten Gesangs-Passagen deutlich besser. Die Riffs sind immer noch etwas arg simpel gestrickt, sodass mit Ausnahme der Gitarren-Soli leider schnell Trübsal aufkommt.
Bei "Arise" wird nicht lange gefackelt und dort fortgesetzt, wo REVENGE endete. Hier hat man ganz knapp verpasst einen klasse Song zu schreiben, der auch genügend Ohrwurm-Feeling mitbringt um länger im Gedächtnis zu bleiben. Ansonsten wurde alles reingepackt was die Stärken Paragons auszeichnen.
Mein persönlicher Favorit beginnt mit sanften Akustik-Gitarren und balladesken Hooklines, die etwas an Grave Digger und deren seltene Balladen erinnern. Und genauso wie dort Chris Boltendahl dem Ganzen seinen unverkennbaren Stempel aufdrückt, ist es hier Andreas Babuschkin. Nach drei Minuten und einem Gitarren-Solo als Bridge ist dann aber Schluss mit den sanften Klängen. Wie der Titel "Agony" vermuten ließ, wird nun in der Folge gnadenlos geschreddert, bis auch das letzte Ohrenschmalz den Gehörgang fluchtartig verlassen hat und der "Todeskampf" nach über sieben Miuten und einer abschließenden Rückkehr zum gemächlicheren Thema beendet ist.
"Gangland", ein weiterer typischer Paragon-Song, der gnadenlos nach vorne abgeht. Hier jagen rasend schnelle Shredder-Riffs und wilde Gitarren-Soli jeden unbedarften Zuhörer. Und über allem thront Babuschkins fordernde Stimme, aber auch Refrains mit hymnischen Chören. Diesmal hat man auch einen recht interessanten Braek eingebaut, der dem Ganzen einen frischen und modernen Anstrich verpasst.
Wer jetzt denkt, die Jungs würden endlich mal den Fuß vom Gaspedal nehmen, der kennt die Truppe noch nicht gut genug. Ungebremst rast die Rhythmusabteilung davon und im Schlepptau "Wargods" mit seinen hämmernden Gitarren-Riffs.
"Deny the Cross" setzt den Schlussstrich unter ein durchaus gelungenes Paragon-Album. Neu bei diesem Song ist der exzessive Sprechgesang Babuschkins, den man bisher in diesem Umfang noch nicht geboten bekam. "Muss nicht sein", sage ich, denn damit verschenkt man die Vorteile seiner charakteristischen Stimmlage und Ausdruckskraft. In jedem Fall ist es jedoch eine Überraschung für die Fans, von ihren Idolen eine gelungene Overkill-Coverversion zu hören.

Fazit: Fans bekommen was sie erwarten und die Band tritt dabei nicht auf der Stelle. Aber, es ist ihnen auch bei diesem Album bis zu letzt nicht vollständig gelungen, ihren Songs die nötige Griffigkeit mitzugeben, die für dauerhafte Höreindrücke einfach nötig sind. Schade.
Überflüssig: Das was mich jedoch etwas verärgert hat, war die an vielen Stellen mangelhafte Tonqualität. Oft gewinnt man den Eindruck, Andreas hatte bei den Aufnahmen eine ansteckende Krankheit und durfte nur aus der dritten Reihe singen. Oder die Gitarren zu Beginn von "Souleater". Warum laufen die sofort in die Begrenzung und klingen hier heillos übersteuert? Jungs, das muss nicht sein und hat nichts mit natürlich oder rau zu tun, das ist einfach technisch nicht akzeptabel und da muss man dem Mann am Mischpult auf die Finger hauen.
Übrigens: Eine Limited Edition gibt es mit einer durchaus gelungenen DVD, die auch die Live-Qualitäten auf dem Metal Bash 2005 und der Roadkill Tour 2005 gut verdeutlicht. Schließlich rettet sie auch die 6 Punkte, die aus qualitativen Gründen abgezogen wurden.

Tipp:
 Paragon Fans werden nicht nur blind zugreifen, sondern feststellen, dass ihre Metal-Götter noch lange keinen Rost angesetzt haben. Alle anderen, die auch gerne mal ein Powerscheibchen auflegen mit Beschleunigsfaktoren eines Kampfjet-Katapults werden hier gnadenlos bedient.

Titel-Liste:
 
  1. Hammer of the Gods
  2. Arise
  3. Face of Death
  4. Halls of Doom
  5. Revelations
  6. Forgotten Prophecies
  7. Agony
  8. Souleater
  9. Gangland
  10. Wargods
  11. Deny the Cross

    Bonus-DVD
  1. Legacy
  2. Impaler
  3. Traitor
  4. Revenge
  5. Across the Wastelands
  6. Palace of Sin
  7. Armies of the Tyrant
  8. Thunderstorm
  9. Deathsquad
  10. Beyond the Veil

Laufzeit:
 CD: 51:43 Min.


 
 
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