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Review: Persuader
 
WHEN EDEN BURNS

Album:
 WHEN EDEN BURNS, 2006, Dockyard 1

Stil:
 Power Metal

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 J.G., 15.06.2006

Review:
 Aus dem scheinbar unerschöpflichen schwedischen Musiker-Pool treten immer wieder herausragende Bands ins Rampenlicht. Klar, dass hierbei das Rad nicht jedes Mal neu erfunden wird und oftmals die musikalischen Vorbilder mehr oder weniger stark durchschlagen. Bei Persuader lässt sich beispielsweise eine Nähe zu Gruppen wie Blind Guardian kaum verleugnen. Für Kritiker ein gefundenes Fressen, denn was ist leichter als mit dem Fähnchen der mangelnden Identität und Eigenständigkeit zu wedeln.
Manchmal machen es aber einem die Bands nicht leicht, darüber gänzlich hinweg zu sehen. Wie soll ich eigene Ideen und Unabhängigkeit proklamieren, wenn dann zwei Jungs, Sänger Jens Carlsson und Gitarrist Emil Norberg den ex-Blind Guardian Thomen Stauch bei seinem neuen Band-Projekt Savage Circus unter die Arme greifen und sich diese Musik nur unwesentlich von der, die Persuader zum Besten geben unterscheidet?
Manchmal verschwimmen die Konturen und Abgrenzungen, sodass man schon fast von Inzucht sprechen könnte. Genug der Kritik - das neue Persuader-Album ist viel zu gut, als dass harsche Kritik angemessen wäre.
WHEN EDEN BURNS glänzt mit zehn sehr guten Power Metal Nummern, die samt und sonders mitreißen und auch die größte Schlafmütze vom bequemen Sofa vertreiben.

Schon beim Opener "Twisted Eyes" legen sich die Jungs mächtig ins Zeug. Mit einem wahren Riff-Gewitter fällt es schwer, nach nur einem Durchgang alle Feinheiten zu entdecken. Der etwas langsamere Refrain ist, genauso wie das anschließende Solo, sehr melodisch und schafft einen angemessenen Ausgleich zur sonstigen Vielfalt.
Bei "Slaves of Labour" wird der Unterschied noch deutlicher herausgearbeitet. Mörderisch schnelle Riffs und Soli unterstützt von einigen Drum-Blasts stehen in starken Kontrast zu dem schon fast in Balladen-Tempo und -Harmonie vorgetragenen Refrain.
Das druckvolle und blitzsauber komponierte Stück "Sending you back" könnte genauso aus der Feder der deutschen Blind Guardians stammen. Jens versucht sogar die typischen Gesangslinien von Hansi Kürsch zu imitieren.
Eine Ballade sucht man vergebens. Nur das Instrumental "Zion" hat überwiegend ruhigere Klänge zu bieten.
Alle weiteren Stück liegen qualitativ auf ähnlichem Niveau. Selbst den Titelsong "When Eden burns" kann sich angesichts der gebotenen Leistung von den übrigen Titeln kaum abheben. Lediglich einige ultraschnelle Drum-Passagen erinnern hier mehr an Black Metal als an Power Metal.

Fazit: Kein Zweifel, Persuader konnten sich steigern und das Fremdgehen bei Savage Circus war sicherlich kein Schaden. Spätestens beim zweiten Durchlauf wird einem bewusst, dass hinter dem High-Speed Geknüppel jede Menge Melodic steckt. Dies hinterlässt einen dauerhaft angenehmen Höreindruck.
Was jedoch stört ist die recht wenig modulierte Tonlage des Frontmanns, die er nur selten, wie z.B. beim zweiten Song, verlässt und auf Dauer einfach etwas anstrengend zu ertragen ist.
Lobend zu erwähnen ist die Spielzeit von über 50 Minuten für zehn Titel, was zeigt, dass man sich für jeden Titel genügend Platz zur Entfaltung geleistet hat und keinen Song einfach nur halbherzig aufs Album pressen wollte.

Tipp:
 Aufgepasst, Freunde des High Speed Power Metal! Wer Persuader schon kennt, der erhält ein gereiftes Album geliefert und wer Alternativen zu Savage Circus sucht, der findet hier jede Menge Parallelen.

Titel-Liste:
 
  1. Twisted Eyes
  2. Slaves of Labour
  3. Sending you back
  4. R.S-Knights
  5. The Return
  6. When Eden burns
  7. Judas Immortal
  8. Doomsday News
  9. Zion
  10. Enter Reality

Laufzeit:
 50:28 Min.

Band-Infos:
 
  • Persuader


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